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Einzelausstellung: Carsten Höller - "Die innere Konkurrenz" (vorbei)

6 Mai 2005 bis 2 Juli 2005
 
 
  Esther Schipper

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.estherschipper.com


Carsten Höller
DIE INNERE KONKURRENZ
6.5.-2.7.2005


Die Wiedereröffnung der Galerie mit der vierten Einzelausstellung von Carsten Höller markiert das Ende einer fünfmonatigen Umbauphase. Die in dieser Zeit geschaffenen architektonischen Veränderungen durch die Londoner Architekten Caruso St. John brachten unter anderem eine Erweiterung der Ausstellungsfläche um einen zusätzlichen Raum. Carsten Höller zeigt nun in den neuen Räumen zwei große Installationen, welche die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns und unsere Umgebung wahrnehmen und uns zu ihr in Beziehung setzen, auf den Prüfstand heben.

Im vorderen Ausstellungsraum kann der Betrachter den Trapezförmigen Schwingenden Raum (2005) betreten, allerdings gelangt man nur gebückt über eine in dessen Unterbau befindliche Treppe hinein. Die Wände bestehen aus Alucobond, und der Fußboden ist mit Aluminiumplatten belegt, so daß man sich in einem durchgängig metallischen Körper befindet, welcher von einer einzigen UV-Neonröhre bläulich erhellt wird. Da die vier Wände und die Decke des Raumes von der Decke abgehängt sind und dabei den Boden nicht berühren, schwingt er sehr leicht bzw. läßt sich durch leichtes Berühren der Wände in Schwingung versetzen. Die Bewegungen des Raumes versucht der Besucher durch entsprechende Schwingungen des eigenen Körpers auszugleichen und erfährt dabei eine Benommenheit, welche durch die trapezförmige Konstruktion mit geneigten Wänden und geneigter Decke noch verstärkt wird. Kinder unter fünf Jahren fallen gewöhnlich um, weil sie sich beim Stehen fast ausschießlich am Gesehenen ausrichten. Bei älteren Kindern und Erwachsenen konkurriert die gravitationsbedingte Propriozeption mit der visuellen Information, die Balance wird gestört.

Der kleinere Nebenraum wird zum Dreifach Verzögerten Infrarot Raum (2004/05), in welchem ebenfalls ein Konkurrenzfeld zwischen „Sehen" und „Fühlen" erfahrbar wird. Personen im Raum werden von drei Infrarotkameras gefilmt. Die Bilder werden in langsam zu- und abnehmender Zeitverzögerung über drei Projektoren nebeneinander auf eine Wand projiziert. Da sich zeitliche Dynamik und Amplitude der drei Projektionen unterscheiden, sieht man sich demnach in drei unterschiedlichen Zeiten, die sich gegenseitig einholen.

Man hat die Tendenz, dem gesehenen Abbild mehr zu glauben als der gefühlten Zeit. Daher identifiziert man sich jeweils mit der Projektion, welche der Realzeit am nächsten kommt, bis diese wieder in der Verzögerung zunimmt, wodurch die Identifikation zerreißt und sich auf eine andere, „realzeitigere" Projektion richtet. Man erfährt eine dreifach gespaltene Gegenwart, mit wechselnden Zuordnungen zum eigenen Selbst.

Carsten Höller ist mit einer dem Trapezförmigen Schwingenden Raum verwandten Arbeit auf dem Reykjavik Arts Festival (14.5.-5.6.2005) vertreten und wird zusammen mit Miriam Bäckström den schwedischen Teil des Nordischen Pavillon auf der kommenden Venedig Biennale (12.6.-6.11.05) gestalten.

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