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Einzelausstellung: KLAUS- MARTIN TREDER - it happened again (vorbei)

6 November 2009 bis 19 Dezember 2009
  KLAUS- MARTIN TREDER - it happened again
Klaus-Martin Treder
 
  Galerie Jette Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Strausberger Platz 4
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 613 03 887
www.jette-rudolph.de


"Neben der Lust an der Farbe und der stetig mehr sich befreienden Geste erwächst der Sinnlichkeit und Opulenz des Malerischen ein mächtiger Gegenpart im Rationalen-Linearen. […] Auch für Klaus-Martin Treders Malerei gilt, […]: Die in der Theorie konsequent systematisch und ultimativ methodisch sich generierende Malerei entpuppt sich bei näherer Betrachtung als nicht weniger sinnlich und malerisch aufgeladen, als etwa die der gestisch-abstrakten oder gegenständlich-narrativen Kollegen." (Martin Engler: Pikturaler Nominalismus - Malerei zwischen System und Camouflage, Kat. Villa Merkel, Esslingen 2005)

Die Galerie Jette Rudolph freut sich, ihre zweite Soloshow mit Klaus-Martin Treder (*1961 in Biberach, lebt u. arbeitet in Berlin) mit dem Titel "It happened again" ankündigen zu dürfen.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Raum-in-Raum Installation konstruiert aus breiten von der Decke bis zum Boden reichenden Papierbahnen, die von einem Komposit variabel gestalteter Öffnungen durchbrochen sind. Ein Umlaufen des Raums ist aufgrund des nur schmalen Korridors kaum möglich. Vielmehr wird der Besucher vglb. dem Prozess der Osmose - dem molekularen Ausgleich von Potentialdifferenzen in einem Zellensystem - durch die zerschnittenen Papierbahnen gleich einer semi-permeablen Membran eingesaugt, angezogen von der ausschnitthaften Wahrnehmung langer kaskadenartiger Farbenreihungen im Innern.

Die Installation trägt den Titel "Scene at Night", und entsprechend blockt ihre äußere "Fassade" das Betrachterauge trotz der Fragilität des Trägermaterials mittels ihrer massiven zwischen Schwarz und dunklem Grün changierenden Flächigkeit, wobei das Innere zum sukzessiven Abschreiten einer subtil abgestuften Farbigkeit in Blau-, Violett- und Grüntönen auffordert. Letztere wurden durch ein digitales Schema generiert, und es wird darin offensichtlich, wie wenig hier - trotz des malerisch Lesbaren - dem Zufall überlassen wurde.

Die Erfahrung im Spiel zwischen Fläche und Raum innerhalb sich abwechselnder Öffnungen und Begrenzungen kulminiert in einem Kartonage-Objekt. Es ist mit seiner Höhe von knapp 3m ins Innere der Installation platziert und greift die formalen Prinzipien derselben sowohl bzgl. ihrer Innen/Außen definierenden Farbgestaltung als auch bzgl. ihrer vglw. strengen geometrischen fensterartigen Durchblicke auf.

Begleitend zur zentralen Farbrauminstallation präsentiert die Ausstellung neue gross-, mittel- und kleinformatige Arbeiten der Malerei Treders, die das Konzept einer kalkulierten Expressivität verfolgt: "Künstler wie […] Klaus-Martin Treder haben begonnen, den Klecks als konzeptuelles Formelement bewusst einzusetzen, ihn zu simulieren, abzufotografieren, aus bestehenden Leinwänden herauszuoperieren und als Collageelement wieder auf die Leinwand zurückzuholen. Kleckse übernehmen plötzlich eine im bildnerischen Zusammenhang vielseitige Rolle […]. Die künstlerische Praxis des sichtbaren Malprozesses, insbesondere des sogenannten Spontangestus, wird dabei neu definiert und ironisiert. […] Deshalb stehen diese Versuche der Pop-Art-Malerei eines Roy Lichtenstein wohl näher als die eines Jackson Pollock." (Viola Weigel in: Morten Buch, Kunsthalle Wilhelmshaven, 2008)

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