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Einzelausstellung: Harald F. Müller (vorbei)

20 November 2009 bis 9 Januar 2010
  Harald F. Müller
Harald F. Müller
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Harald F. Müller (geb. 1950 in Karlsruhe/D, lebt und arbeitet in Öhningen bei Stein am Rhein/D) ist bekannt für seine grossformatigen Reproduktionen, seine Collagen und die Wortskulpturen. Seine Mitarbeit an Architekturprojekten konzentriert sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den Architekten Gigon/Guyer, Zürich. So hat er unter anderem bei der Farbgestaltung der Wohninseln Broelberg I und II in Kilchberg/CH, dem Stellwerk Vorbahnhof in Zürich, den Ausbildungswerkstätten in Appisberg/CH und der Wohnüberbauung Goldschlägi in Schlieren/CH mitgewirkt. 2004 hat Harald F. Müller den Neubau des Hotels der Kartause Ittingen/CH mit Farben gestaltet. Gegenwärtig arbeitet er am Löwenbräu-Areal und beim Prime Tower in Zürich mit sowie an Architekturprojekten auf dem Campus der Universität Stuttgart/D (Planung neues Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik).

Die Arbeiten von Harald F. Müller wirken wie ein Materialmix - vergleichbar der Arbeitsweise eines DJ's - zwischen Fotografie, Malerei und Skulptur. Harald F. Müller recherchiert ausgiebig in Archiven und Bibliotheken, wählt wenige signifikante Bilder aus und verwendet sie unbearbeitet. Durch Dekontextualisierung werden die scheinbar selbstverständlichen Bildaussagen mehrdeutig, und so reizt der Künstler das Potential des Dazwischen aus. Die ausgewählten Bilder werden bis zu 4 Meter auf klassischem Cibachrome-Papier vergrössert und auf dünnen Aluminiumplatten aufgezogen. Dann befestigt er die grossen Bilder auf skulpturalen Haltekonstruktionen vor der Wand, so dass sie zu schweben scheinen. Die in Nahsicht erkennbaren Rasterpunkte der Vergrösserung lassen die Fotografie in ein Kunstwerk mit verschiedenen Wahrnehmungsebenen kippen, vom Gegenständlichen bis zur Abstraktion. Dies geschieht zum Beispiel auch, wenn Harald F. Müller Ausschnitte von Architekturen so auswählt, dass sich die dreidimensionalen Bilder in zweidimensionale (Farb-)Flächen verwandeln.

Während seine "Reproduktionen" eine mögliche Variante der Bildproduktion sind, erscheinen die Arbeiten der seit 2006 entstandenen Werkserie Cuts als Collagen-Mix aus Repros, Malerei, Fotografie und Bild-Fundstücken. Sie setzen sich aus geschichteten Bildern und aneinander gefügten, disparaten Elementen zusammen. Auch die Cuts lassen in ihrer partiell abstrakten Erscheinungsform keine eindeutige Aussage zu und sind zudem nicht anekdotisch. Die kleinen Cuts, die im hinteren Raum der Galerie installiert sind, scheinen wie Sateliten im Universum vor den Wänden zu fliegen (2008 waren sie erstmals in der Galerie Distrito 4 in Madrid ausgestellt). Da sowohl die „Reproduktionen" als auch die Cuts als Skulpturen und nicht als Fotoarbeiten zu verstehen sind, sind sie mit den Wortkulpturen zumindest in strategischer Hinsicht verwandt. Die dreidimensionalen Buchstaben sind aus massivem Lindenholz gearbeitet, an Stahlhalterungen montiert und schweben vor farbigen Wänden. Ihrem Zusammenhang entrissen und somit unverständlich, schwankt der Charakter der Lettern zwischen Schrift und Skulptur, Abstraktion und Gegenständlichkeit. Im Kunstkontext präsentiert, unterliegen die medial transformierten Bilder einer anderen Rezeption: So etwa das Schriftobjekt SINGEN, das für die von Jean Christophe Amman kuratierte Ausstellung HIER, DA UND DORT, Kunst in Singen 2001, konzipiert worden war. Mit seiner künstlerischen Strategie des Transfers von Inhalten und Techniken innerhalb der eigenen Werkgruppen und der Schaffung neuer Bezüge und Inhaltsebenen antwortet Harald F. Müller auf den ständig stattfindenden Informationsfluss. Wenn die Informationen ununterbrochen angehäuft, verknüpft, benutzt und neu konfiguriert werden, können sich schliesslich Neuentwicklungen und überraschende Verbindungen ergeben. Bezogen auf die Kunst von Harald F. Müller sind es Verbindungen des Bildes mit der Farbe und schliesslich mit der Architektur. Die hier erstmals gezeigten, neuen Cuts scheinen ihren Wandausschnitt mitzubringen, indem sie auf unregelmässigen geometrischen, bemalten Körpern hängen. Diese Cuts verzahnen sich über die bemalte Skulptur mit der farbigen Wand und reagieren auf den Raum. So loten die Cuts als hybride, raumsetzende Werke die Möglichkeiten von Bild und Raum aus und stehen so innerhalb der aktuellen Strömungen unvergleichlich da. [Text: Dominique von Burg]

Vernissage ist am Donnerstag, 19. November 2009 von 18.00 bis 20.00 Uhr. Harald F. Müller wird anwesend sein. Auf Anfrage lassen wir Ihnen gerne Bildmaterial zukommen (office@mai36.com).

Wir freuen uns, Sie in der Galerie zu begrüssen und danken Ihnen für Ihr Interesse. Mai 36 Galerie

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