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Einzelausstellung: Nasreen Mohamedi – Notes. Reflections on Indian Modernism (vorbei)

7 Februar 2010 bis 4 April 2010
  Nasreen Mohamedi – Notes. Reflections on Indian Modernism
Nasreen Mohamedi, Ohne Titel, undatiert.
Füller und Bleistift auf Papier
49 x 65 cm
Courtesy Glenbarra Art Museum collection, Japan
 
  Kunsthalle Basel

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH-4051 Basel
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (61) 206 99 00
www.kunsthallebasel.ch


Die Kunsthalle Basel ist stolz, Nasreen Mohamedi: Notes – Reflections on Indian Modernism (Betrachtungen des indischen Modernismus) zu präsentieren. Die Ausstellung ist eine der ersten internationalen Einzelausstellungen von Nasreen Mohamedi (1937–1990), einer Künstlerin, die eine einzigartige Position sowohl in der Geschichte des indischen Kunstschaffens als auch in der Geschichte der modernistischen Abstraktion darstellt. Sie wird als eine der bedeutendsten indischen Künstlerinnen ihrer Generation angesehen. Ihre Malereien, Zeichnungen und Fotografien, die sie von den frühen 1960er Jahren bis in die späten 1980er Jahre produzierte, bilden ein Schlüsselwerk innerhalb des modernistischen Kanons.

Die ausserhalb Indiens wenig bekannte Arbeit von Mohamedi hat in den letzten Jahren wachsende Aufmerksamkeit und das Lob der Kritiker erhalten. Diese Ausstellung vereint zum ersten Mal eine umfassende Kollektion von Mohamedis Arbeiten, dazu gehören eine Reihe bedeutender Zeichnungen, Fotografien und Studien, sowie umfangreiches und bisher nicht gezeigtes Archivmaterial.

Nasreen Mohamedi wurde 1937 in Karachi geboren und zog mit ihrer Familie nach Mumbai (damals Bombay), als sie sieben Jahre alt war. 1954 reiste sie zum Studium an der Saint Martin’s School of Art nach London (1954–57) und Paris, wo sie ein Stipendium der französischen Regierung erhielt. Nach ihrer Rückkehr nach Indien lebte sie in Bombay und Delhi und liess sich schliesslich in Baroda nieder, wo sie 1972 Lehrerin an der renommierten Kunst-Fakultät der MS University wurde. In Baroda entstand, was heute als klassische Arbeit Mohamedis angesehen wird: kleinformatige, abstrakte geometrische Zeichnungen, mit Bleistift und Kugelschreiber sorgfältig erstellt, die mit dem Raster arbeiten und mit Einbezug diagonaler Linien auch davon abweichen. Unter ihren Zeitgenossen in Indien, die im allgemeinen einen figurativen erzählerischen Stil bevorzugten, stand sie praktisch allein; ihre Vorgänger sind in einer früheren Generation indischer Künstler zu suchen, die sich mit der Abstraktion beschäftigte, beispielsweise V.S. Gaitonde. Andere Parallelen zu ihrem Schaffen können in Agnes Martins Papierarbeiten gefunden werden, oder bei Kasimir Malewitsch und dem suprematistischen Aufruf zu utopischer Abstraktion. Trotz Mohamedis Weltbürgertum reflektiert ihre Arbeit auch ihre Identität als indische Künstlerin in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, denn der Subkontinent, dessen Landschaften, städtische Zentren und sein islamisches Erbe sind oft Gegenstand ihrer Arbeiten, besonders ihrer Fotografien.

Zu der Ausstellung in der Kunsthalle Basel gehören Mohamedis Collagen, Studien, Zeichnungen und Fotografien von den 1960er bis zu den späten 1980er Jahren. Mohamedi signierte oder datierte ihre Arbeiten nur selten, doch fallen sie etwa in drei verschiedene Perioden. Ihre frühen Arbeiten – Aquarell und Tinte auf Papier, Öl auf Leinwand, Collagen und Lithografien – waren lyrisch und semi-abstrakt. In den 1970er Jahren bewegte sie sich näher an die Abstraktion und gegen Ende der Dekade stellte sie auf Rastern basierende Serien auf quadratischen Papieren her, die zu ihrem Markenzeichen werden sollten. In den 1980er Jahren, der letzten Phase ihres Schaffens, verliess Mohamedi das Raster und fing an, geometrische Formen zu komponieren, zum Beispiel Kombinationen diagonaler Linien, Dreiecke und Kreise, die in einem leeren Raum schwebten. Nasreen Mohamedi hat die Orte, die sie besuchte, in einer Art visueller Aufzeichnung beständig fotografiert. Obwohl sie die Fotografien nie als eigene Arbeiten angesehen hat, machen sie heute einen wesentlichen Teil ihres Oeuvres aus.

Die Ausstellung wird von einer immensen Bandbreite an Archivmaterial begleitet – biografische Daten wie Schnappschüsse, Einladungskarten und Ausstellungs- besprechungen sowie Ephemera aus ihrem Atelier: Kalender, arabische Schriftzeichen, Magazinausschnitte mit Notizen, Skizzen und fotografische Experimente. Während die biografischen Informationen die Künstlerin und ihr berufliches Leben porträtieren, beleuchten die Atelier-Fundstücke Mohamedis Arbeitsprozess und die Art, wie sie eine Sprache entwickelte, die sowohl visuell als auch konzeptuell ist.

Nasreen Mohamedi: Notes entstand auf Initiative des Office for Contemporary Art Norway und wurde von Suman Gopinath und Grant Watson kuratiert. Die Ausstellung wurde vom Office for Contemporary Art Norway in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Basel organisiert. Suman Gopinath ist Kuratorin sowie Gründerin und Direktorin von CoLab Art & Architecture in Bangalore, Indien. Grant Watson ist Kurator am Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen (MuHKA) in Belgien. Gopinath und Watson arbeiten seit 1999 gemeinsam an Ausstellungen über moderne und zeitgenössische Kunst aus Indien.

Die Ausstellungsarchitektur wurde von Piotr Brzoza, Basel entworfen.

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