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Einzelausstellung: Guillermo Kuitca (vorbei)

23 Januar 2010 bis 6 März 2010
  Guillermo Kuitca
(The Flying Dutchman) (Scrim Suite) (detail), 2008/2009. Archival dye printed silk organza and stainless steel armature. 3 parts. 243 x 396 cm / 95 5/8 x 155 7/
 
www.hauserwirth.com Hauser & Wirth - Zürich

Hubertus Exhibitions
Limmatstrasse 270
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 44 - 446 80 50
www.hauserwirth.com


GUILLERMO KUITCA
23. Januar - 6. März 2010
Vernissage: Freitag 22. Januar 2010, 18 - 20 Uhr

Hauser & Wirth zeigt in der ersten Ausstellung des neuen Jahres Guillermo Kuitcas neue Werkgruppe Der Fliegende Holländer und die 63-teilige Arbeit Warhol Series, die 2006 entstand und zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird.

Guillermo Kuitca gehört zu den bedeutendsten Künstlern Lateinamerikas. In seinem Werk spielen Architektur, Theater, Musik und Kartografie eine zentrale Rolle. Seit den 80er Jahren benutzt Kuitca Landkarten, Theater-Sitzpläne und Raumpläne als Ausgangspunkt seiner Malerei. Schemen, Diagramme und Pläne bieten ihm einen Ausweg und eine Befreiung aus der Dichotomie von Gegenständlichkeit und Abstraktion und er entwickelte eine genuine Bildersprache, die jenseits bekannter Kategorien eine eigenständige Position in der zeitgenössischen Kunst behauptet. 2007 bespielte Kuitca den argentinischen Pavilion auf der Biennale von Venedig.

Das Theater hat einen wichtigen Stellenwert im Schaffen von Guillermo Kuitca. Dies äussert sich nicht nur in der Darstellung des Theaterraumes in Form verfremdeter Schemen und Formen, sondern auch in der Gestaltung von Bühnenbildern und Theatervorhängen. So hat Kuitca im Oktober dieses Jahres den Bühnenvorhang für das Margot and Bill Winspear Opera House in Dallas fertig gestellt. 2003 schuf er das Bühnenbild für Richard Wagners Oper Der Fliegende Holländer am Teatro Colon in Buenos Aires. Die Motive hat der Künstler in einer Werkgruppe gleichen Titels weiter verarbeitet, die aus drei hintereinander hängenden, transparenten Seidenvorhängen besteht, einem Buch aus bedruckten Seiden-Seiten und einer 9-teiligen Papierarbeit.

Die Vorhänge bieten einander durch ihre Transparenz Sichtbarkeit und ermöglichen, die Motive der einzelnen Stoffbahnen gemeinsam zu betrachten. Kuitcas Inspiration war weniger die Musik Wagners als vielmehr die Ideen von Ortlosigkeit, von Häfen und dem Leben an und auf See, die er mit der Geschichte des niederländischen Matrosen verband, der dazu verbannt ist, auf seinem Geisterschiff für immer ziellos die Weltmeere zu durchkreuzen. Kuitca ging auf Motiv- und Bildersuche in Filmen, die für ihn diese Ideen behandelten, wie Breaking the Waves von Lars von Trier (1996), Panzerkreuzer Potemkin (1925) von Sergej Eisenstein und Michelangelo Antonionis Die rote Wüste (1964).

Später griff Kuitca für die Entwürfe und für die späteren Ausarbeitungen auch auf das Motiv des Gepäckförderbandes zurück, das auf einem der Vorhänge zu sehen ist, sowie in Buch und Papierabeiten ein zentrales Motiv darstellt. Dieses kondensiert für Kuitca viele der Themen, mit denen er sich in seinem Schaffen auseinander setzt: Ein Ort und zugleich Nicht-Ort, ein architektonisches Element, das ausser Gepäck auch Geschichten von Reisen, Auswandern und Abschied transportiert.

Bei Kuitca sind die Gepäckbänder meist leer, wie auch seine Architektur- und Theaterräume, die dadurch stets eine Stimmung der Einsamkeit und Melancholie verbreiten.
Bereinigt von den Figuren sind die 63 Papierarbeiten der Warhol Series. Die Motive entnahm Kuitca dem Warhol Katalog, den Kynaston McShine anlässlich von Andy Warhols Retrospektive im Museum of Modern Art in New York 1989 publiziert hatte. Warhol ist einer der grossen Vorbilder für Kuitca und die Arbeit an der Serie begann, so der Künstler, als ein Dialog mit seinem Werk. Mittels Photoshop radierte Kuitca die Figuren aus, vertauschte dadurch die Ebenen der Bilder und brachte den Hintergrund in den Vordergrund, ersetzte Figuration durch Abstraktion Mit Wasser und Aquarell verfremdete er das Motiv weiter und erschaffte schliesslich in dem mehrteiligen Raster eine Konstellation, die, nur schwach wie ein Traum, an Warhol erinnern lässt.

Das Traum-hafte, Ephemere, Transparente und Geisterhafte schliesslich verbindet beide Werkgruppen, in denen die Verbindungen wichtiger Motive Kuitcas in den unterschiedlichen Medien zum Ausdruck kommen und einander verdeutlichen.

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