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Einzelausstellung: IAN ANÜLL (vorbei)

6 März 2010 bis 17 April 2010
  IAN ANÜLL
Ian Anüll
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Wir freuen uns, Ihnen neue Arbeiten des in Zürich lebenden und arbeitenden Künstlers Ian Anüll (*1948 in Sempach bei Luzern) präsentieren zu können. Sein Werk wird seit den achtziger Jahren regelmässig national und international in Museen und Galerien präsentiert. So findet fast gleichzeitig eine umfassende, retrospektiv angelegte Ausstellung im Helmhaus Zürich (5.2. - 5.4.2010) statt und ab dem 22.5.2010 werden wichtige Aspekte seines Schaffens in der Galerie Urs Meile in Beijing gezeigt.

Die Mai 36 Galerie vertritt den Künstler seit 1988.

Ian Anüll verzichtet auf eine ihm eigene, wieder erkennbare Handschrift, um den Personenkult und die Vorstellung des genialen Künstlers zu unterwandern. Der Künstler zeichnet, malt, fotografiert, filmt und gestaltet Objekte. Dabei verwendet er Fundstücke aus der Welt des Konsums und der Massenmedien, Zeichen und Symbole, die er durch ausgeklügelte Interventionen verfremdet und ihre Bedeutung damit subtil transformiert.

Der Buchstabe R tritt leitmotivisch in Anülls Schaffen auf und bezieht sich als Zeichen für «Registered as Trademark», also amtlich registrierte Marken, auf eine vermarktete Konsumwelt. Zum Beispiel erscheint das Trademark-® an der Basis einer Skulptur - eines gebrauchten, grünen Designstuhls von einem holländischen Atelier aus den sechziger, Anfang siebziger Jahren - und ist somit nicht sichtbar. Dagegen treten die auf 56 Leinwänden aufgenähten Labels ungemein prägnant in Erscheinung. Ihre Grösse von 40 x 50 cm entspricht der mittleren Oberkörpergrösse eines Mannes. Zuvor hat der Künstler die bekannten und auch unbekannten Modeetiketten aus Männer- und Frauenkleidern herausgetrennt. Die Kleider hat er nicht etwa entsorgt, sondern sie in zwei runde Käfige auf Betonsockeln mit zwei Meter hohen Eisenrohren eingesperrt. Ähnlich witzig und anspielungsreich erweist sich die Installation mit zwei alten, sehr abgenutzten Kinder-Holzstühlen, auf deren Lehnen auf Russisch in kyrillischen Schriftzeichen «Keine Kunst» und «Kopie» geschrieben steht. Neben einer direkten, aktuellen Veranschaulichung des Benjaminschen Diskurses über das technisch reproduzierbare Kunstwerk verdeutlicht diese Arbeit, dass der Künstler gerne unser Wertesystem irritiert, indem er etwa Abfall in Kunstwerke verwandelt und somit das Wertlose um- und aufwertet. Vom Abfall von toxischen Wertpapieren spricht die Arbeit L'odeur et l'argent. Neben einer mit verschnipseltem Geld voll gestopften Karaffe steht ein Whiskey-Glas, das mit Parfüm gefüllt ist. Hier eröffnen sich vielschichtige Assoziationen, etwa von Jeremias Gotthelfs «Geld und Geist» bis zu Sigmund Freuds tiefenpsychologischen Analogien zwischen Geld, Macht und Exkrementen.

Indem ein Kunstwerk mit Labels versehen wird, sinkt es zur blossen Ware herab. Mit solchen Kunstgriffen und Kontextverschiebungen versteht es Ian Anüll, die Mechanismen des Kunstbetriebs offen zu legen. Wie auch immer der Künstler sich dazu verhält; er ist Teil dieses Systems, das mit einem ausgeprägten Markenzeichendenken einhergeht. Da treibt nun Ian Anüll mit dem Kunstmarkt seine Eulenspiegeleien. Denn insofern er sich auf dem Markt behaupten will, unterliegt er dem Zwang, Teil eines Systems zu sein, in dem es darauf ankommt, mit einem Markenzeichen strategisch Position zu beziehen. Dies umso mehr als er sich nicht als Künstlerindividuum in Szene setzen will. Was hätte sich da nicht besser geeignet als just das universelle Trademark-® auf seine Fahnen zu setzen und es zum eigenen, geschützten „Warenzeichen" zu erklären. [Text: Dominique von Burg]

Wir freuen uns, Sie in der Galerie zu begrüssen und danken Ihnen für Ihr Interesse.

Mai 36 Galerie

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