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Einzelausstellung: Daniel Man - Ohne Ende, ohne Titel (vorbei)

11 September 2010 bis 14 Oktober 2010
  Daniel Man - Ohne Ende, ohne Titel
Daniel Man
 
  Nusser & Baumgart

Nusser & Baumgart
Steinheilstr. 18
80333 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 22 18 75
www.nusserbaumgart.com


In stetiger Progression und ohne feste Zuschreibung, so lassen sich Ausstellungstitel, OEuvre und auch die Vita von Daniel Man umschreiben. Der Künstler wurde 1969 in London geboren, verbrachte seine Kindheit in China, hinterließ als Graffiti-Künstler weltweit seine Spuren und lebt seit seinem Studium an der dortigen Akademie der Bildenden Künste in bzw. bei München. Die Galerie Nusser & Baumgart freut sich, mit der Ausstellung "Daniel Man. Ohne Ende, ohne Titel" einen Querschnitt seines vielseitigen Werks zu präsentieren.

Daniel Man arbeitet in unterschiedlichen Medien: Skulptur, Malerei, Zeichnung, Scherenschnitte und Rauminstallation, wobei bereits auf formaler Ebene ein klarer Zusammenhang zwischen den Werken besteht. Dem Künstler ist es in den letzten Jahren gelungen, eine eigene, deutlich wieder erkennbare Bildsprache zu entwickeln: Kräftige, nuancierte Farben werden mal kontrastierend, mal harmonisierend kombiniert; geometrische Formen stehen amorphen, organischen Strukturen gegenüber; abstrakte Elemente treffen auf figurative Darstellungen; Text und Bild treten in Kontakt.

Hierin wird bereits ersichtlich, dass Mans Arbeiten auf dem Prinzip von These und Antithese basieren. Diese konzeptionelle Ausrichtung korrespondiert wiederum mit einem inhaltlichen Schwerpunkt seines Werkes: mit der Darstellung von Transfer-Situationen. Die gewählten Motive zeigen, dass Daniel Mans Überlegungen um die Prozesse von Veränderung, Verschiebung, Wachstum und die darin enthaltenen Zwischenstadien kreisen. Seien es die, wie er sagt pseudowissenschaftlichen, an der Quantenphysik orientierten Zeichnungen von Kommunikationssystemen und elementaren An- und Abstoßungsprinzipien oder aber die volkstümlichen, vorwiegend dem asiatischen Kulturkreis entlehnten Darstellungen, diese Arbeiten hinterlassen nie einen statischen, abgeschlossenen Eindruck. Im Gegenteil, immer ist alles in Bewegung: nichts bleibt stehen. Nichts. Auch nicht die Traditionen, erklärt der Künstler und geht davon aus, dass minimale Verschiebungen zwar den Verlauf und die Bedeutung der Prozesse ändern, dass jedoch alle beteiligten Elemente ihr Komplement und darüber ihren Platz und ihre Berechtigung finden.

Diese der chinesischen Philosophie geschuldete Überzeugung setzt Man in seinen Skulpturen und Rauminstallationen auch in den verwendeten Materialien um. Indem er Elemente der Kunstwerke, die in seinem Besitz verbleiben, in neue Arbeiten integriert, führt er den prozessualen Charakter seines Kunstbegriffs vor Augen. Hinsichtlich der Installationen in situ spielt er mit diesem Vorgehen auch auf den gesellschaftlichen Umgang mit der Kategorie Raum an, der ganz grundsätzlich vom Verlust räumlicher Zugehörigkeit geprägt ist. Mit der Ausrichtung seiner Präsentationen auf den Ausstellungsraum versinnbildlicht Daniel Man einerseits die Notwendigkeit sich in mobilen Gesellschaften auf immer neue Räume einzustellen, zugleich jedoch verdeutlicht er das Vorhandensein von Konstanten, die der Orientierung dienen und die sich gerade aus biographischen, kulturellen und historischen Prägungen ausbilden.

In der Ausstellung "Ohne Ende, ohne Titel" realisiert Daniel Man eine solche raumgreifende und raumreflexive Inszenierung, für die er seine filigranen Papierarbeiten, Leinwände, Zeichnungen und Skulpturen als autonome Arbeiten zu einer wirkungsreichen Einheit von Kunstwerken und Raum verbindet. In diesem Raumgefüge nimmt die Wandmalerei eine gesonderte Funktion ein. Sie bildet den architektonischen Rahmen und stellt in der Transformation der weißen Wände eine unmittelbare, da materiale Auseinandersetzung mit dem Raum dar. Durch die raumbezogene, situative Konzeption seiner Installationen ermöglicht es Daniel Man dem Ausstellungsbesucher, die vielseitigen Bezüge seiner Arbeiten, nicht nur im Geiste sondern auch leiblich nachzuvollziehen.

Text: Anne Vieth

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