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Gruppenausstellung: DOLL | KOTT (vorbei)

4 September 2010 bis 2 Oktober 2010
  Anna Kott
Anna Kott
Solitude
Oil on canvas, 100 x 120 cm
2010
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
Besselstr. 14
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 24 00 866 80
www.alexanderochs-galleries.com


Im Mittelpunkt der Arbeit Christina Dolls stehen ganzfigurige Skulpturen. Anna Kott malt Bilder von Frauen. Die Ausstellung DOLL | KOTT schafft eine Begegnung zweier selbständiger künstlerischer Positionen.

Die 1972 und 1975 in Köln und Ruda Slaska / Polen geborenen Künstlerinnen stellen in unterschiedlicher Art und Weise die menschliche Existenz, eine Idee von Frauen und Männern in ihrem sozialen Umfeld ebenso wie ihrem kulturellen, religiösen und auch sexuellen Kontext in den Fokus ihrer Arbeit.

Beide in Berlin lebende Künstlerinnen arbeiten 'unfarbig', dies meint in einem sehr bewusst reduzierten Repertoire. Während bei Doll die Farben grau und weiß durch das Material, Beton und Porzellan, vorgegeben sind, beschränkt sich Kott auf zwei kalte Farben: ein Grau und ein stark kontrastierendes Rot.

Christina Dolls Arbeit gliedert sich ein in eine lange Tradition der Berliner Bildhauerkunst seit dem Klassizismus, deren vollfigurige Standbilder zumeist in Lebensgröße und zu Ehren des Dargestellten hervorgebracht und an öffentlichen Plätzen aufgestellt wurden. Miniaturdarstellungen dieser Porträts gab es wenig später in der romantischen Epoche für den Hausgebrauch in Porzellan und Gips.

Beschäftigten sich die Bilderhauer des 18. und 19. Jahrhunderts mit dem menschlichen Antlitz, richtet Doll ihren Blick auf den Alltag der Menschen in Ihrem Umfeld. Einfache Kleidung und Accessoires wie ein Rucksack, den Figuren zugeordnete Modelle von Möbeln, Kommode, Tisch und Stuhl verstärken diesen Blick.

Anders Hintergrund und Sujet von Anna Kott, die sich in ausschließlicher Konsequenz 'der Frau' und einem scheinbar öffentlichen Bild dieses Geschlechts zuwendet. Für ihre malerischen Mittelformate verwendet sie als Aussageträger weibliche Akte, an totalitär-militärische Darstellungen gemahnende Frauenporträts und solche, die an einschlägige Hochglanzmagazine erinnern. Wie Christina Doll bedient sich Anna Kott hier ihrer Freundinnen, anders als bei Doll werden die photographischen Bildvorlagen bewusst inszeniert.

Posen der Unterwerfung begegnen Porträts dominanter Frauen, die dem 'militanten Bild' entnommen scheinen oder an Newtons 'kühle Heroinnen' erinnern. Doch anders als dort bilden die Frauendarstellungen Kotts vielerlei Regungen ab, sind im besten Sinne 'parteiisch' und vermitteln eine Idee ambivalenter Gefühle. Die Künstlerin schafft so einen Bildkosmos, der sich so vermutlich nur vor dem immer noch bestimmenden Katholizismus Polens entwickeln kann.

Während Christina Doll auf eine Reihe relevanter Ausstellungsbeteiligungen oder Ausstellungen, wie 'Die Kunstkammer im Georg-Kolbe-Museum, No. 3 - Christina Doll' im Berliner Kolbemuseum, 2009, zurückschauen kann, wird die Malerei Anna Kotts das erste Mal überhaupt präsentiert.

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