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Gruppenausstellung: NEW ENTRIES (vorbei)

15 Januar 2011 bis 19 Februar 2011
  NEW ENTRIES
 
  FELDBUSCHWIESNER

FELDBUSCHWIESNER
Linienstrasse 155
10115 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.feldbuschwiesner.de


NEW ENTRIES

ERÖFFNUNG: FREITAG, 14 JANUAR, 18:00 - 21:00 UHR

New Entries - Magdalena von Rudy, Jenny Michel, Daniele Buetti und Aaron van Erp. Die Schau präsentiert die neuen Künstler der Galerie KUNSTAGENTEN und gibt zugleich einen Ausblick auf das Jahresprogramm. Mit Ausnahme von Aaron van Erp, dessen Werke bereits im Herbst 2010 in einer Soloschau zu sehen waren, wird die Galerie allen neuen Künstlern im Jahr 2011 eine Einzelausstellung widmen.

Hinter der verführerischen Schönheit von Daniele Buettis (*1955 Fribourg, Schweiz) Arbeiten lauert sarkastische Doppelbödigkeit und Melancholie. Seine Leuchtkästen zeigen Fotografien weiblicher Models, deren Oberfläche der Künstler mit Nadelstichen perforiert und zuweilen auch mit Farbe bemalt. In ihrer makellosen Schönheit fügen sich die Frauen dem zeitgenössischen Schönheitsideal und werden zur stillen Projektionsfläche für die Wünsche und Sehnsüchte unserer Zeit. Gleichzeitig verleihen ihnen die zu Texten und Ornamenten angeordneten Nadellöcher eine Stimme - das durch die Perforationen scheinende Licht erweckt Buettis Models zum Leben. Der Gegensatz von konsumierbarer Ware und selbstbestimmtem Individuum, das Wechselspiel zwischen Zerstörung von Oberfläche und dem Generieren von Inhalt, wird zur kritischen Reflektion über das Streben nach ewiger Jugend und Begehrlichkeit, über trendbestimmte (Selbst-)Darstellung, Konsumzwang und die Verführungskraft von Bildern, die Ängste und Zweifel hinter formaler Perfektion verbergen.

Daniele Buetti ist seit 2004 Professor für Fotografie an der Kunstakademie in Münster. Seine Werke wurden weltweit in Museen, Galerien und Kunstvereinen ausgestellt, darunter Einzelpräsentationen im Museum Henie Onstad in Oslo (2004), im Swiss Institute New York (2008) und bei Haunch of Venison in Zürich (2008). Zuletzt war er an Ausstellungen im Wallraf-Richartz-Museum Köln (2010), Museum für Gestaltung Zürich (2010) und im Museum der Moderne in Salzburg (2010) beteiligt. Buetti ist in renommierten Sammlungen vertreten, u.a. im Kunsthaus Zürich, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid, La Maison Européene de la Photographie, Paris, und der Thyssen-Bornemisza Contemporary Art Foundation in Salzburg.

Jenny Michel (*1975, Worms) lotet in ihren Arbeiten den Grenzbereich zwischen Wissenschaftlichkeit und Fiktion aus. Seit 2003 entwickelt die Künstlerin komplexe Werkreihen aus Objekten, Zeichnungen, Fotografien, Collagen, Texten, Videos und Performances, die (wissenschaftliche) Phänomene bzw. Begrifflichkeiten aus ihrem Bedeutungszusammenhang reißen und in einen neuen Kontext stellen. Im Anschluss an eine Phase intensiver Erforschung der jeweiligen Sache, wachsen die Systeme aus mehreren Modulen zu einer labyrinthartigen Gesamtstruktur zusammen – ein Netz, dessen einzelne Teile unterschiedlich miteinander kombiniert werden können. In der Ausstellung „New Entries“ präsentiert Jenny Michel ihr „Staubmanifest“ (2005-2010), ein Modul der „Staub“-Werkreihe. Das Manifest proklamiert ein Leben mit dem Staub, jener unscheinbaren Erscheinung, die viel mehr ist als ein seelenloses Relikt: „Staub treibt blütengleich durchs Universum. Staub fügt sich zu Materie zusammen und ist das Ergebnis ihres Zerfalls. Als kleine, gescheiterte Universen liegen Staubflusen unter unserem Bett. Staub tragen wir als persönliche Aura mit uns. Staub lebt mit uns und überlebt uns – ein Kulturnachfolger“, so die Künstlerin. In 500 Zeichnungen vereint sie philosophisch-wissenschaftliche Betrachtungen über das Phänomen Staub mit eigenen Theorien und fiktiven Ideen – Imaginiertes wird als empirisch gesicherte Wirklichkeit vorgestellt, als „echte“ Wissenschaft, auf deren Methoden Jenny Michel einerseits zurückgreift, deren Absolutheitsanspruch sie aber andererseits ironisch unterwandert.

Jenny Michel studierte an der Kunsthochschule Kassel und an der Akademie der Künste in Wien. Sie erhielt verschiedene Förderungen und Auszeichnungen, u.a. Stipendien der Studienstiftung des Deutschen Volkes (2003-2005), das EHF-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung (2008) und den HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst (2010) für herausragende künstlerische Leistungen. Die „Staub“-Werkreihe sorgte bereits als Teil ihrer ersten Berliner Einzelausstellung 2008 in der Galerie Gillian Morris und auf der Art Cologne 2009 für Furore.

Hummer, die mit gefesselten Scheren in ein enges Aquarium gesperrt sind, Menschen, die zu brutalen Peinigern werden, karge, unheimliche Räume ohne Fenster, unwirtliche Landschaften – in Aaron van Erps (*1978 Veghel, Niederlande) Malereien durchkreuzen sich Fantasie und Wirklichkeit. Seine Bildwelten wurzeln in der Innerlichkeit des Unterbewussten und verarbeiten zugleich die Grausamkeiten der äußeren Welt. Dabei gelingt es van Erp die Vorstellungskraft des Betrachters mit einem Minimum an verifizierbaren Bildelementen maximal zu stimulieren. Mit ihren fragmentarisch ausgeführten Körpern werden van Erps Akteure zu Halbwesen, die sich am Scheidepunkt zwischen Leben und Tod, Gut und Böse, buchstäblich aufzulösen scheinen. Aaron van Erps Bildsprache integriert zahllose künstlerische Einflüsse und operiert scheinbar anachronistisch innerhalb der Grenzen der Kunstgeschichte. In einzigartiger Weise verschmelzen surrealistische, realistische, impressionistische und expressionistische Elemente, unbekümmerter, vermeintlich unvollkommener Pinselstrich, ernste Sujets und beißender Spott.

Der Niederländer Aaron van Erp gehört zu den herausragenden Talenten der jüngeren Malergeneration in Europa. Nach dem Studienabschluss 2001 an der St. Joost School of Art and Design Hertogenbosch, Niederlande, wurden seine Malereien in zahlreichen Gruppenausstellungen gezeigt, darunter die von Jan Hoet kuratierte Show „Sieben auf einen Streich“ im MARTa Herford (2006), "Strange Brew" in der Max Lang Gallery N.Y. (2007), kuratiert von Wolfgang Schoppman, “Aaron van Erp & Sebastian Ludwig” bei Sperone Westwater N.Y. (2008) und ”High Drama – Works from the Collection of Carla and Hugo Brown”, im Dutch Cultural Space in London (2010). Einzelausstellungen fanden u.a. im Stedelijk Museum Hertogenbosch und im Gemeentemuseum Den Haag (2007), bei IBID Projects London und in der Hoet Bekaert Gallery in Gent (2008) statt.

Die deutsch-polnische Künstlerin Magdalena von Rudy (*1973 Ratibor, Polen) befasst sich mit der Re-Inszenierung von Filmszenen. In ihren Videoarbeiten begegnen sich Charaktere aus Hollywoodfilmen, Filmtexte- und Musik, kunstgeschichtliche und filmhistorische Zitate in minimalistisch-reduzierten Szenarien. So speist sich die in der Ausstellung gezeigte Videoarbeit „Medusa“ (2004) aus den unterschiedlichsten Quellen: Eingefasst von einem kreisrunden Rahmen, der an Caravaggios berühmte Darstellung der Medusa erinnert, spielt die Künstlerin selbst die Rolle der totbringenden Sagengestalt, deren Blick das Gegenüber zu Stein erstarren lässt. Eine Frau, glamourös gekleidet und frisiert wie David Lynchs Dorothy (Isabella Rosselini) in „Blue Velvet“, die mit expressiv-theatralischer Mimik Jack Nicholsons Ansprache über Ehre und Verantwortung aus dem Militärjustizdrama „Eine Frage der Ehre“ nachspricht. Durch die Transponierung der Tonhöhe oszilliert der Monolog zwischen dem Klang einer männlichen und weiblichen Stimme. Magdalena von Rudy verwebt eine Vielzahl an Bedeutungsebenen und schafft auf diese Weise neue Sinnzusammenhänge. Ihre Filme sind keine Ausschnitt-Sammlung von „found footage“, sondern eindrucksvolle Erweiterungen, vielschichtige Dekonstruktionen und spannungsvolle Umgruppierungen, die nicht selten geschlechtliche Identitätskonstruktionen beleuchten und normierte Rollenbilder hinterfragen.

Die Absolventin der Düsseldorfer Akademie zählt zu den aufstrebenden Film- und Videokünstlern der Gegenwart. Ihre künstlerische Arbeit wurde u.a. mit dem Marler Video-Kunst-Preis 2006 und dem Nachwuchsstipendium der Kunststiftung NRW (2010) ausgezeichnet und in Ausstellungen im Kunstverein Bochum (2006), Kunstmuseum Thun (2008), Museum Ludwig in Köln (2009), im KW Institute for Contemporary Art in Berlin (2010) sowie im Nationalmuseum Warschau (2010) gezeigt.

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