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Einzelausstellung: Michael Günzburger - Hunters & Collectors (vorbei)

15 Januar 2011 bis 19 Februar 2011
 
 
  CHRISTINGER DE MAYO

CHRISTINGER DE MAYO
Ankerstrasse 24
CH-8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0)44 - 252 08 08
www.christingerdemayo.com


Da die Zeichnung das älteste Kunstgenre überhaupt ist, wurden bereits tausende von Texten zu diesem Thema verfasst und man könnte meinen es sei schon alles dazu gesagt und gezeichnet. Dass diese Gattung in der zeitgenössischen Kunst dennoch immer noch ein brennendes Thema ist, kann man daran ablesen, dass sich 2011 verschiedene grosse Ausstellungen in Kunsthäusern und –hallen der Zeichnung widmen.

Michael Günzburger (*1974) bezeichnet sich selber als Zeichner was zunächst viele erstaunen mag. In der aktuellen Ausstellung Bilderwahl! Metamorphose...heute! im Kunsthaus Zürich (noch bis 27. Februar 2011) zeigt er eine Serie von Drucken, auf denen ein Hasenfell zu sehen ist, dessen Konturen im Druckverlauf immer mehr ausbleichen, bis das Hasenfell fast verschwindet. Das Thema der Serie bezieht sich dabei zuerst auf ein Werk von Markus Raetz bei dem die Silhouette von Beuys aus einer anderen Blickrichtung einer Hasensilhouette entspricht. Inhaltlich greift Michael Günzburger mit seinem toten Hasen aber nicht nur über Raetz auf Beuys zurück, sondern auf Dürer, der den wohl
berühmtesten Hasen der Kunstgeschichte geschaffen hat. Dürer liebte es, sich in seinen Selbstporträts mit einem Fellkragen darzustellen, weil er damit sein technisches Können bewies. Das Fell ist geradezu der Lackmustest aller Zeichner, an ihm haben sie sich kultur- und
epochenübergreifend abgearbeitet.

Michael Günzburger hat nun den Hasen von Beuys (natürlich rein bildlich gesprochen) erlegt und ihm das Fell abgezogen und druckt es so lange ab, bis es verschwindet. Der Hase wird für den Künstler
zum Zeichner, indem er sich selbst abbildet. Da Michael Günzburger das von Mani Matter besungene Risiko nicht scheut, ist dementsprechend für
seine erste Soloshow bei Christinger De Mayo nur folgerichtig, dass er sich grösserem Wild zuwendet und auf Eisbärenjagd geht. Die Möglichkeit, dass er dabei scheitert ist ihm stets bewusst und man
könnte durchaus behaupten, dass das für ihn zum zeichnerischen Arbeitsprozess dazugehört.

Bewusst setzt er sich den Gefahren und Möglichkeiten des Genres, und der Grösse des Materials aus. Ein altes deutsches Sprichwort besagt ja, dass man das Fell nicht verteilen sollte ehe der Bär erlegt ist. Aber vielleicht findet Michael Günzburger ja einen künstlerischen Schlüssel beides gleichzeitig zu tun.

Michael Günzburger:
1974 in Bern geboren. Verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. Kunsthaus Zürich, Aargauer Kunsthaus, Trudelhaus Baden, Kunsthaus Grenchen, Galerie Mark Müller, Arbeiten sind in Sammlungen wie dem Kunsthaus Zürich, der UBS Art Collection, der Roche Sammlung und weitere nationale und internationale Sammlungen.

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