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Einzelausstellung: Matthias Reinmuth - Entente (vorbei)

30 April 2011 bis 11 Juni 2011
  Matthias Reinmuth - Entente
Tejo. Acrylic, oil and coloured crayons on canvas, 105 x 90 cm, 2011
 
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Spinnereistr. 7 (Halle 4)
04179 Leipzig
Deutschland (Stadtplan)

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www.aspngalerie.de


Huhn oder Bild?

Die Arbeiten von Matthias Reinmuth lassen sich nicht auf Anhieb erfassen. In himmelblau grundierte Leinwände, darauf voluminöse Schichten Ölfarbe in starken, irisierenden Farben. Dazwischen, als seien sie zufällig hinein geraten, realistische Elemente: Ein Schiff, ein Baum, ein Brückenelement. Zwischen Abstraktion, Geste, Farbgewalt und Figur spannt Reinmuth einen malerischen Kosmos auf, der die Wahrehmung herausfordert und den vermeintlichen Gegensatz von figurativer und abstrakter Malerei kurzerhand übergeht.

Seit dem Studium zerlegt und zersetzt Reinmuth malerisch die Regeln von Raum und Zeit. Fast immer liegt seinen Bildern ein sphärischer Leerraum zugrunde, ein Nirvana in oftmals pastelligen Farben. Diese „Tabula Rasa" jedoch ist bereits gestaltet, in ihrer Farbgebung ist der Grundton der Arbeit angelegt. Alle expressiven Gesten, die sich darüber legen, ebenso wie die narrativen Elemente, die sich einfinden, bauen auf dieser atmosphärischen Grundlage auf. In den letzten Jahren erforschte Reinmuth die Grenzen der Abstraktion, die narrativen Elemente wurden weniger, stärker überlagert von immer gestischeren Farbgebirgen, immer intuitveren Bildwelten. Parallel dazu begann eine andere Entwicklung, die ihren Anfang auf Skizzenblöcken nahm: Ein Buntstift mit vierfarbiger Mine fiel ihm in die Hände. Seitdem entstehen Zeichnungen, die nicht mehr nur als Studien für Arbeiten auf Leinwand zu verstehen sind. Figur und Geste, Narration und Abstraktion begegnen sich in seinen Zeichnungen auf ein und derselben Ebene. Der Strich ist spröder, die Linie ist ein weniger sinnliches Medium als es voluminöse Farben unter Pinsel oder Rakel sein können. Doch die Fragestellungen bleiben auch hier die gleichen: Wovon wird der Raum beherrscht? Welche Bedeutung hat die Schwerkraft für unsere Wahrnehmung? Wo begegnen sich Erkenntnis und Empfindung? Und was war zuerst da, das Huhn oder das Bild, was wir von ihm haben? In der aktuellen Ausstellung finden Malerei und Zeichnung auf ein und demselben Trägermedium zusammen - Schlachtschiffe durchpflügen die Sphären der Abstraktion. Das blaue Nirvana scheint ein Ozean zu werden, die Fregatten zu Raumschiffen zu mutieren. Sinn und Verstand kapitulieren auf halber Strecke. Und die Betrachter sind gezwungen, sich ihren eigenen Weg durch das Seeschlachtfeld zu bahnen.

Matthias Reinmuth, geboren 1974 in Heilbronn, studierte Holzschnitt in Equador und Malerei an der UdK in Berlin und der Universidad des Bellas Artes, Barcelona. Nach Studienaufenthalten in Indien und Südamerika schloss er 2004 sein Meisterstudium bei Georg Baselitz an der UdK Berlin ab. Seine Arbeiten waren seit dem in Ausstellungen in Paris, Stockholm, New York, Basel und Brüssel, sowie unter anderem Berlin, Köln, Hamburg und Leipzig zu sehen.

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