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Einzelausstellung: Edgar Diehl - Farberkundung - New works (vorbei)

23 März 2012 bis 22 April 2012
  Edgar Diehl - Farberkundung - New works
Edgar Diehl, Anaxagoras, 2010 [Ausschnitt]. Acryl auf Alublech, 82 x 150 x 12 cm
 
  dr. julius | ap

dr. julius | ap
Leberstraße 60
10829 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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Edgar Diehls Gemälde sind unter einem bestimmten Blickwinkel Reliefs, unter einem anderen Blickwinkel Wandskulpturen oder Wandobjekte, und unter einem dritten Blickwinkel Gemälde; auf diese Weise stehen sie - so widersprüchlich das auch offensichtlich ist - erstens der kubistischen Malerei nahe, zweitens der frühen konstruktivistischen Kunst, drittens der konkreten Malerei, und viertens der Op Art. [...]

Seine Reliefs unterscheiden nicht mehr zwischen einem materiellen Bildträger und darauf montierten Gegenständen oder Materialien; seine Reliefs sind keine Konstruktionen [im Sinne von Zusammensetzungen]; sondern der flache Bildträger selbst wird durch Knicken zu einer reliefartigen Oberfläche. So entsteht eine flache Wandskulptur, die zwar für den frontalen Blick weitgehend in der dargebotenen Oberfläche mit ihren Kanten aufgeht, [...] sie fordert umgekehrt die Bewegung vor dem Gemälde, damit die optischen Effekte der „Reliefierung", der Räumlichkeit des Bildträgers [und zugleich Bildes] entdeckt werden können. [...]

Durch sehr unterschiedliche Verfahrensweisen erzeugt Edgar Diehl in seinen auf den ersten Blick so geregelten und gesetzmäßigen Gemälden eine Vielzahl von Irritationen, Verschiebungen und Veränderungen in der Wahrnehmung, die bis zu Umschlagsphänomenen gehen. Das hat kaum mit optischen Täuschungen zu tun: nur ein identifizierendes Bewusstsein, das Gegenstände festzustellen und festzulegen versucht, kann getäuscht werden. Vielmehr setzen die Objekte von Edgar Diehl die Betrachter der Erfahrung aus, dass das Sichtbare nur ein komplexer Effekt der situativen Wahrnehmungsbedingungen ist. [...]

Edgar Diehl treibt so in seinen Gemälden die Wahrnehmung außer sich; er treibt sie an ihre Ränder, dorthin, wo sie doppeldeutig wird, umschlägt, oder Phänomene nicht mehr entscheiden - und damit unterscheiden - kann[...]; der irritierte Betrachter wird dazu verführt oder genötigt, sich selbst beim Sehen zu beobachten und seine Wahrnehmung zu reflektieren. Das ganze Feld der subjektiven und objektiven Bedingungen der Wahrnehmung wird so aufgerissen: was an der Wahrnehmung ist physikalisch-optisch determiniert, was physiologisch-anthropologisch, was historisch-kulturell? So wird Malerei zu einem eigenständigen Erkenntnismedium.

Auszüge aus Johannes Meinhardt: Doppeldeutige Phänomenalität - Edgar Diehls Relief-Gemälde
in Farberkundung / Exploration in Color. Edgar Diehl. Surface Book, Darmstadt, 2012

Eröffnung Donnerstag, 22. März 2012, 19 Uhr
Künstlergespräch Samstag, 24. März 2012, 15 Uhr

Zur Ausstellung erscheint der Katalog
FARBERKUNDUNG / EXPLORATION IN COLOR. EDGAR DIEHL
Mit einem Beitrag von Johannes Meinhardt
Surface Book, Darmstadt, ISBN 978-3-939855-29-3
edition ROTE INSEL #00088

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