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Einzelausstellung: Wang Shugang - Wei Guan (umzingeln + Schauen) (vorbei)

24 März 2012 bis 21 April 2012
  Wang Shugang - Wei Guan (umzingeln + Schauen)
Wang Shugang, Cao ní ma, 2012, Bronze, 150x110x60 cm
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
Besselstr. 14
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.alexanderochs-galleries.com


In der dritten Einzelausstellung von Wang Shugang (* 1960) bei Alexander Ochs werden eine Reihe von Werken zu sehen sein, die den konzeptuellen Ansatz des Künstlers in den Mittelpunkt rücken. Mit seinen in Bronze ausgeführten Figuren, scheinbar gleichförmige serielle Porträts in verkleinertem Maßstab, betritt Wang den für viele chinesische Künstler seiner Generation zentralen Themenkreis um Individuum und Gesellschaft. Für Wang fungiert dabei das Spiel, oft mit ironischen und sexualisierten Bezügen, als Indikator für soziale Gefüge und gesellschaftliche Paradigmenwechsel in seinem Land.

Einen Einblick in die Subtilität, mit der Wang etwa vorhandene Zustände beschreibt und offensiv in Frage stellt, geben seinen Installationen mit Neon-Schriftzeichen. Die siebzehn chinesischen Schriftzeichen an der Stirnwand der Galerie lassen sich übersetzen mit ,In diesem Lande gibt es nur Dinge, die du dir nicht vorstellen kannst - aber nichts, was du nicht tun kannst!'. Auch wenn ,dieses Land' nicht benannt wird, lässt allein die Schrift den Bezug zu China leicht erkennen, und es bleibt gerade genug unerzählt, dass dieser gedankliche Übertrag gelingt.

Die Bronzeskulptur ,Cao ní ma', ein lama-ähnliches Tier mit nacktem Reiter, lässt nicht nur hinsichtlich der Proportionen eher an Christus-Darstellungen vom Einzug in Jerusalem denken als an ein herrschaftliches Reiterstandbild. Das Werk bezieht sich auch direkt auf ein ähnlich inszeniertes Selbstportrait von Ai Weiwei, in dem dieser auf einem Lama sitzt. Der Titel von Wangs Skulptur bedeutet wörtlich zunächst ,Gras-Schlamm-Pferd', bei fast gleicher Aussprache und mit anderen Zeichen geschrieben jedoch ,fuck your mother'. Die so umschriebene Beleidigungsformel ist ein in China bekannter Hinweis auf die Internetzensur und ihre Umgehung. Das Grinsen sowohl des Tiers als auch des Mannes in lasziver Sitzhaltung unterstreicht den frechen Spott und die selbstbewusste Entgegnung solcher Restriktionen.

Auf dem Platz vor der Galerie halten acht hockende Figuren aus rotem Kunststoff ein seltsames Meeting: Im Kreis einander zugewandt, blickt doch jeder der Teilnehmer letztlich sich selbst an und wird von anderen Individuen, die letztlich keine sind, angeschaut. In diesem Sinne verweist auch der Titel der Ausstellung, Wei Guan, was soviel bedeutet wie ,umzingeln' oder ,schauen', auf die thematische Umkreisung der Zustände im allgemeinen und im Besonderen auf das introspektive Schauen, das den Blick auf die soziale Umgebung mit einbezieht.

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