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Einzelausstellung: Claudia Wieser - Auch in geschlossenen Schränken müssen echte Sachen liegen (vorbei)

7 September 2012 bis 19 Oktober 2012
  Claudia Wieser - Auch in geschlossenen Schränken müssen echte Sachen liegen
Claudia Wieser
 
  Sies + Höke

Sies + Höke
Poststraße 2+3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 301 43 60
www.sieshoeke.com


Im Rahmen der DC Open zeigt Sies + Höke die zweite Einzelausstellung der in Berlin lebenden Künstlerin Claudia Wieser (*1973).

Claudia Wiesers Spiegel-, Kupfer- und Keramikarbeiten, Holzskulpturen und Zeichnungen sind geprägt von einer Abstraktion, die nicht kühl und objektiviert, sondern im Gegenteil als menschenfreundlich, warm zu sehen ist. Ihre Materialien und Techniken, die teilweise aus dem Bereich des Kunsthandwerks entliehen sind, aber oft auch an die Materiallehre von Beuys erinnern (Gold und Kupfer als leitende, energiespendende Elemente), zeugen von der haptischen Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Objekt. Durch vielfältige Arbeitsschritte, durch verschiedene Schichtungen und Techniken, durch permanentes Revidieren und Überarbeiten haucht Wieser ihren Objekten „Leben" ein. Der Titel der Ausstellung, „Auch in geschlossenen Schränken müssen echte Sachen liegen", greift die Aussage des Filmregisseurs Christian Petzold auf, der betont, dass in einem Filmset sogar die nicht sichtbaren Dinge dazu beitragen, Authentizität und eine auratische Aufladung zu erzeugen. Anselm Franke beschreibt ein ähnliches Phänomen im Kontext seiner Ausstellung „Animismus" im Haus der Kulturen der Welt, 2012:

Das radikalste Gegenbild zur westlich-modernen Weltsicht, deren dualistische Konzeption von einer kategorischen Subjekt-Objekt-Trennung ausging, findet sich im Animismus. (…) Animismus ist ein Gegenbild zur „entzauberten", objektivierten, verdinglichten Welt der Moderne. Aus dieser Perspektive steht er für eine Welt der magischen Verwandlungen, in der die aus der Sicht der Moderne richtigen Grenzen vermeintlich verkannt worden sind. (…) Innerhalb der Kunst ist die Animation ein bekannter Effekt, anhand dessen Leben und Lebendigkeit suggeriert werden, insbesondere durch Bewegung, den aber auch Skulpturen oder bestimmte Bilder auszulösen imstande sind, insbesondere wenn diese den Blick des Betrachters gleichsam zu erwidern scheinen.

Dieser Geist des „beseelens" entspricht Claudia Wiesers Anliegen in ihrer künstlerischen Produktion.

Für die aktuelle Ausstellung entwirft Wieser eine großformatige geometrisch - flächige Wandarbeit aus glasierten Keramikfliesen. Im Vordergrund steht eine Gruppe hoher gedrechselter Holzsäulen deren verschiedenartige Formen individuell farbig gestaltet sind und zu denen jeweils ein speziell bearbeiteter Sockel gehört: mal einfarbig lackiert, mal mit Kupferplatten verkleidet, mal mit Siebdruck gestaltet. Wie einer Gruppe von Menschen scheint hier jeder Skulptur eine unverwechselbare "Persönlichkeit" zugeschrieben. Parallel dazu entstehen zwei reliefartige Wandpaneele aus kaleidoskopisch angeordneten Kupfer-, Spiegel- und Metallplatten, die mit ihren einzelnen geometrischen Elementen eine „Herausforderung für die visuelle Wahrnehmung des Betrachters" (Wieser) darstellen und die Unterschiede zwischen tatsächlichem Raum und dem durch die Arbeit wahrgenommenen Raum deutlich verzerren. Im Zweidimensionalen werden die Formen und Themen der skulpturalen Arbeiten von einer Serie großformatiger Buntstift- und Blattgoldzeichnungen auf farbigem Karton, sowie einer Reihe glasierter Keramikbilder, die wie Miniaturen großer raumbezogener Wandarbeiten Wiesers wirken, aufgegriffen.
Gemeinsam sind allen Arbeiten minimale abstrakte Ornamente, die in konzentrierte Kompositionen einfließen. Schon die einfachsten geometrischen Eingriffe scheinen eine befreiende, fast transzendente Wirkung auszuüben, was daran erinnert, dass die Verbindung von Kunst und Spiritualität auch in unserem heutigen, von der Wissenschaft geprägten Zeitalter so relevant bleibt, wie sie es im frühen 20. Jahrhundert war.

Claudia Wieser wurde 1973 in Freilassing geboren und lebt in Berlin. Zu ihren Einzelausstellungen zählen Galleria S.A.L.E.S, Rom (2012); Galerie Ben Kaufmann, Berlin (2011); The Drawing Center, New York (2010); Schauort, Zürich (2010); Galerie Eva Winkeler, Frankfurt (2009) und Kunstverein Oldenburg, mit Bernd Ribbeck (2009). Zu ihren Gruppenausstellungen zählen Asche und Gold, Marta Herford / Museum Schloss Moyland (2012); HotSpot Berlin, Gerog Kolbe Museum Berlin (2011); Kosmos Rudolf Steiner, Kunstmuseum Stuttgart / Kunstmuseum Wolfsburg (2011); Dwelling, Marianne Boesky Gallery, New York (2011) und Intensif-Station, 26 Künstlerräume im K21, K21 Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (2010). Am 5. Oktober eröffnet eine Einzelausstellung im KIOSK, Gent.

Eröffnung: Freitag, 7. September 18-22 Uhr

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