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Einzelausstellung: Armin Hofmann – Farbe (vorbei)

30 August 2012 bis 28 September 2012
  Armin Hofmann
Armin Hofmann
Silkscreen 11
 
www.susannakulli.ch Galerie Susanna Kulli

Galerie Susanna Kulli
Dienerstrasse 21
8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41- (0)43 243 33 34
www.susannakulli.ch


Vernissage: Mittwoch, 29. August, ab 18 Uhr
Die Zürcher Galerien, Saisoneröffnung
29./30./31. August 2012

«Immer war es mir, als ob es ein Leben der Farbe an sich geben müsse, losgelöst von jedem Gegenstand.»
(Augusto Giacometti, Die Farbe und ich, 1933) - Bislang war es das vorwiegend in Schwarz-Weiss gehaltene Plakatschaffen Armin Hofmanns, das im Zentrum der Rezeption des renommierten Schweizer Grafikers stand. Ausgehend von einer in seinem Werk einzigartigen Siebdruckmappe beschäftigt sich die Ausstellung in der Galerie Susanna Kulli erstmals ausführlich mit dem Aspekt der Farbe in Hofmanns Schaffen.

Neben der Siebdruckmappe ermöglichen Texte, Aufgabenstellungen und Skizzen aus Hofmanns privatem Archiv sowie Erfahrungsberichte der vier ehemaligen Studenten Philip Burton, April Greiman, Aki Nurosi und Moritz Zwimpfer neue Sichtweisen auf Hofmanns intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Farbe.

Die zwölf Blätter der Mappe, entstanden 1989 bis 1999, zeigen jeweils vier Dreiecke, angeordnet in einem Quadrat. Das Ausschalten des Hell-Dunkel-Kontrasts erlaubte Hofmann eine konzentrierte Hinwendung auf die Farbe an sich und ihre spezifischen Gegensätze wie kalt und warm, leuchtend und stumpf sowie Komplementärund Quantitätskontraste. Wie Hofmann betont, sind die zwölf Blätter nicht als Resultate zu verstehen, sondern vielmehr als Stationen eines Prozesses mit variabler Reihenfolge. Die Reduktion auf eine konstant bleibende Aufgabenstellung führte zu einer Verfeinerung des Sehens und einem wachsenden Bewusstsein für die sinnlichen Qualitäten von Farbe: «Man wird immer feiner, wenn man so arbeitet, immer empfindsamer.»

Auch seine Studenten sensibilisierte Hofmann für die Eigenschaften und die Wirkung von Farbe. Es lag ihm fern, ein verbindliches Farbsystem zu vermitteln, stattdessen war er bestrebt, der individuellen Komponente bei der Wahrnehmung von Farbe Rechnung tragen. Im Zusammenhang mit der Siebdruckmappe, die Hofmann als «lehramtlichen Rechenschaftsbericht» bezeichnet, ist insbesondere eine Aufgabenstellung aus dem Jahr 1984 interessant. Die dazu erhaltenen Skizzen und Endresultate der Studenten weisen in Komposition und Farbgebung grosse Ähnlichkeiten zu den zwölf Blättern aus Hofmanns Mappe auf.

Weiterführend veranschaulichen zwei Fallbeispiele - das ehemalige PTT-Areal in Arlesheim und das Gymnasium in Disentis - Hofmanns Umgang mit Farbe im dreidimensionalen Raum. Für beide Gebäude zeichneten die Architekten Hermann und Hans Peter Baur verantwortlich, die schon früh eine «Integration der Künste» in die Architektur forderten und Hofmann bei der beinahe 60 Jahre währenden Zusammenarbeit jeweils von Beginn weg in die Planung miteinbezogen.

Die Kunst am Bau war der einzige Praxisbereich, in dem Hofmann die Farbe als bestimmendes Gestaltungselement nutzte. Ebenso wie für die Siebdruckmappe und den Farbunterricht war auch hier die Untersuchung der Relativität von Farbwerten zentral. Durch Hofmanns gesamtes Werk zieht sich die Auseinandersetzung mit der Rolle des Zeichens in seinem Kontext. Die Beschäftigung mit Farbe eröffnete eine zusätzliche Ebene und lässt sich als Differenzierung und Weiterentwicklung seines Formunterrichts verstehen.

Gerne weisen wir Sie auf unsere Abendveranstaltungen hin:

Donnerstag, 6. September
Farbe vermitteln
Eine Diskussion mit Marcella Wenger-Di Gabriele (Haus der Farbe, Zürich), Ulrich Bachmann (Institut für Farbe und Licht IFL, Zürich) und Moritz Zwimpfer (Grafiker und Autor, Basel)

Donnerstag, 13. September
Schon bemerkt? Farbe als Schnittstelle von Kunst und Architektur Ein Gespräch zwischen Mike Guyer (Gigon/Guyer Architekten, Zürich) und Adrian Schiess (Künstler, Zürich), moderiert von Stefan Wagner (freischaffender Kunsthistoriker, Zürich)
Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt frei

Armin Hofmann, geboren 1920 in Winterthur, lebt in Luzern. Nach einer Litho- grafenlehre arbeitete er als freischaffender Grafiker, unter anderem für das Stadttheater und die Kunsthalle in Basel.

Als Dozent war er langjährig an verschiedenen Institutionen tätig, so etwa an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel (AGS, später Schule für Gestaltung), wo er 1968 gemeinsam mit Emil Ruder den Weiterbildungskurs für visuelle Gestaltung initiierte, an der Yale University School of Art in New Haven und am National Institute of Design in Ahmedabad.

Armin Hofmanns Arbeiten sind in internationalen Sammlungen vertreten und wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt; seine «Methodik der Form- und Bildgestaltung » (Niggli-Verlag) hat sich als Standardwerk etabliert. Für sein Werk erhielt Armin Hofmann mehrere Auszeichnungen, zuletzt 2011 die Medaille des American Institute of Graphic Arts.

Einzelausstellungen (Auswahl):
«Armin Hofmann. Posters», The Museum of Modern Art, New York, 1981; «Posters. The Basel School of Design and its philosophy. The Armin Hofmann years 1946-1986», Moore College of Art, Philadelphia, 1986; «Armin Hofmann», Swiss Institute, New York, 1986; «Armin Hofmann. Graphic Design. Werk, Erkundung, Lehre», Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst, München/Deutsches Plakat Museum, Essen, 1989/1990; «Armin Hofmann. Poster Collection», Plakatraum, Museum für Gestaltung, Zürich, 2003.

Gruppenausstellungen (Auswahl):
«Word and Image. International poster exhibition», The Museum of Modern Art, New York, 1968; «Plakat hoch drei: Joseph Müller-Brockmann, Armin Hofmann, Celestino Piatti», Galerie Intergraphic, München, 1969; «30 Jahre Plakatkunst», Gewerbemuseum, Basel, 1983; «The 20th century poster. Design of the Avant-Garde», Walker Art Center, Minneapolis, 1984; «100 Jahre Schweizer Grafik», Museum für Gestaltung, Zürich, 2012.

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