Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Jürgen Drescher - dig it (vorbei)

24 Januar 2013 bis 1 April 2013
  Jürgen Drescher - dig it
Jürgen Drescher, Keil, 2012, Foto: Wendelin Bottländer
 
  Badischer Kunstverein

Badischer Kunstverein
Waldstr. 3
76133 Karlsruhe
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49-(0)721 - 28 226
www.badischer-kunstverein.de


Der Badische Kunstverein freut sich, Jürgen Drescher mit seiner bislang umfangreichsten Einzelausstellung in Deutschland zu präsentieren. Seit mittlerweile drei Jahrzehnten verhandelt Drescher in seinen Arbeiten die formalen, poetischen und performativen Potenziale der Skulptur vor dem Hintergrund künstlerischer, ökonomischer und ökologischer Prozesse der Wertschöpfung. Unter dem Titel „dig it" spannt die Ausstellung einen Bogen von aktuellen und neu produzierten Arbeiten bis hin zu Dreschers frühen Werken aus den 1980er Jahren.

Seit Beginn seiner Laufbahn standen die Strategien des Transfers und der Kontextverschiebung im Zentrum von Jürgen Dreschers künstlerischer Methode - das Verschieben von Dingen, Artefakten oder auch Situationen aus ihren alltäglichen Zusammenhängen in den Raum der Kunst. So installierte Drescher bereits 1981 - noch als Student der Klasse von Klaus Rinke an der Düsseldorfer Kunstakademie - eine Bar als künstlerischen Beitrag zur damaligen Jahresausstellung: Die potenzielle Verkaufssituation - die Jahresausstellung als ‚Training' für den Kunstmarkt - wurde kurzgeschlossen mit der realen Verkaufssituation der Bar. Gerade weil die formal aufs Wesentliche reduzierte Installation zugleich voll funktionsfähig war - Drescher selbst stand hinter der Theke - verwischten sich hier auf produktive Weise die Grenzen zwischen Modell und Wirklichkeit, Form und Performanz, kulturellem und ökonomischem Wert.

Während Jürgen Dreschers Werke der 1980er und 90er Jahre vor allem durch den Transfer oder die Transformation realer Objekte gekennzeichnet waren - wie etwa die Arbeit „Korridor" (1984), die den abgenutzten Teppichboden des Wohnungsflurs des Künstlers in ein displayartiges Wandrelief übersetzt -, so arbeitet Drescher in den letzten Jahren vor allem mit Verfahren des Metallgusses, vermittels derer er Alltagsobjekte reproduziert. Mit dem Rückgriff auf den Abguss wendet sich Drescher einer bildhauerischen Technik zu, die die Dinge zum Abbild ihrer selbst werden lässt: Leitern, Bänke, Kartons oder auch weiche Materialien wie Bettdecken nehmen trotz aller figurativen Konkretheit im Guss zugleich eine abstrakte, fast minimalistische Formensprache an. Neben dem Abguss als Reproduktionstechnik hat sich Drescher zuletzt auch der plastischen Modellierung von Figuren und Figurationen zugewandt, wie etwa der neu für diese Ausstellung produzierten Skulptur der Primatenforscherin Dian Fossey und des Gorillas ‚Digit'.

Die Ausstellung im Badischen Kunstverein fokussiert auf Jürgen Dreschers jüngere und jüngste Arbeiten, um von diesen ausgehend gezielte Rückgriffe in die Werkgeschichte zu tätigen, die die Komplexität seines künstlerischen Schaffens über die letzten Jahrzehnte aufzeigen.

Jürgen Drescher (*1955 in Karlsruhe) lebt und arbeitet in Berlin.

Ausstellungen (Auswahl): 2012 „Goldrausch", Kunsthalle Nürnberg; FIAC Paris; 2011 Galerie Martin Klosterfelde, Berlin; 2009 „Fund", Mai 36 Galerie, Zürich; 2008 Shanghai Biennale; „Heavy Metal", Kunsthalle zu Kiel; 2007 „party!", Galerie Isabella Czarnowska, Berlin; 2006 „Lichtkunst aus Kunstlicht", ZKM, Karlsruhe; 2000 „ein/räumen", Hamburger Kunsthalle.

Mit freundlicher Unterstützung der pbb Stiftung für Kunst und Wissenschaft.

Mit besonderem Dank an die Galerien Mai 36 Galerie, Zürich; Galerie Rodolphe Janssen, Brüssel; Klosterfelde, Berlin und Galerie Suzy Shammah, Mailand.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.