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Einzelausstellung: Sven Drühl - ArchScape (vorbei)

14 Dezember 2012 bis 15 Februar 2013
  Sven Drühl - ArchScape
Sven Drühl, S.D.N.N.J.M., Lack auf Leinwand, 180 x 130 cm, 2012
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
Besselstr. 14
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.alexanderochs-galleries.com


Die Bilder dieser Ausstellung zeigen Architekturen und Landschaften. Geografisch und in ihrer Funktion sind die Motive kaum zuzuordnen. Bei naher Anschauung zeigt sich, dass die Oberflächen von scharf voneinander abgegrenzten Flächen bedeckt sind. Minimale Erhöhungen heben sich von einer glatten Ebene ab, die so dünn ist, dass sie kaum die Textur der Leinwand zu verbergen vermag. Landschaften werden zu Architekturen und Architekturen zu Landschaften.

Für seine Motive greift Sven Drühl auf vorgefundene Fotografien zurück oder er bedient sich kunsthistorischer Quellen aus der Malerei der Romantik und des Realismus, er zitiert Architekturen des russischen Konstruktivismus, des Bauhauses, bis hin zu zeitgenössischen Werken. Es geht dabei jedoch nie um eine vollständige Adaption, lediglich der von ihm gewählte, gleichsam freigelegte Ausschnitt verbleibt als alleiniger Betrachtungsgegenstand.

Die malerische Tiefe, die Weite jeder romantischen Landschaft, ebenso der dokumentarische Anspruch von Architekturbildern werden durch das Ausschnitthafte aufgegeben. Drühls Bilder wirken kühl, sie sind menschenleer und jeglicher Narration entzogen. Was bleibt sind Stereotypien, Motive, die scheinbar im Banalen verharren. Die Motive gewinnen jedoch in ihrem Abstraktionsgehalt, auch die Landschaften, und dies ist in besonderem Maße auf die Technik zurückzuführen.

Sven Drühl fertigt zunächst mit Silikon Umrisszeichnungen an. Die frei gelassenen Linien und Flächen füllt er dann mit Ölfarbe oder mit Lack. Es sind im Grunde also autonome Flächen, die er in der Komposition zusammenführt, die gleichzeitig aber durch die Unvereinbarkeit der Materialien getrennt bleiben müssen. Der hochglänzende Lack als Industriewerkstoff trifft hier oft auf den pastosen Duktus der Ölfarbe, welche nicht zuletzt durch ihre tradierte Rezeption dem entspricht, was mit handwerklicher Könnerschaft konnotiert ist.

Der Frage nach Originalität und Erfindungssinn in der Malerei begegnet Drühl vordergründig dadurch, dass er das annektierte Ausgangsmotiv beschneidet und die ,Handschrift' des Künstlers, der die Vorlage geschaffen hat, unkenntlich macht. Einen chiffrierten Hinweis auf die Urheberschaft der Ausgangsmotive geben allenfalls seine Werktitel, die lediglich die Monogramme nennen. Durch seine schematische Bildsprache verwischt er darüber hinaus auch Spuren seiner eigenen Autorenschaft.

Diese bleiben gegenwärtig durch seine Materialsprache und die analytische Zerlegung des Bildgegenstandes. Ohne in den andauernden Diskurs um das Wesen der Malerei und ihrem vermeintlichen Ende unmittelbar einzutreten, gelingt Sven Drühl auf dem Grat zwischen Kopie und Neuschöpfung, zwischen der Komplexität des Visuellen und seiner formalen Reduktion, eine ästhetische Neubewertung allgegenwärtiger Bild-Erfahrungen.

Peer Golo Willi

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 13. Dezember 2012 | 19-21 Uhr
Der Künstler ist anwesend.

KÜNSTLERGESPRÄCH
Sven Drühl im Gespräch mit Christoph Tannert, Direktor des Künstlerhaus Bethanien, Berlin
Freitag, 11. Januar 2013 | 19:30 Uhr

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