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Gruppenausstellung: Julius Stahl - Neue Arbeiten / Ray Malone - Zeichnungen -Ton Wellen Linien (vorbei)

11 April 2013 bis 18 Mai 2013
  Julius Stahl - Neue Arbeiten / Ray Malone - Zeichnungen -Ton Wellen Linien
 
  dr. julius | ap

dr. julius | ap
Leberstraße 60
10829 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 243 743 49
www.dr-julius.de


Mit der Ausstellung Ton Wellen Linien setzt dr. julius | ap sein Programm der Erneuerung und Erweiterung des Konkreten in der Kunst fort.

*Julius Stahl* ist als Klangkünstler bekannt geworden. Seine Arbeiten waren in renommierten Museen wie dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie [ZKM] Karlsruhe, auf bedeutenden Festivals wie der Ars Electronica Linz und der Transmediale Berlin oder Orten wie dem Festspielhaus Hellerau zu sehen und zu hören. Sein Zugang zu den bildenden Künsten entwickelte sich aus Perspektiven von Musik und Klang und damit der Zeitkunst. Im Laufe seiner Auseinandersetzung mit den Themen Klang und Bewegung "...von physikalischer Bewegung zur Bewegung zwischen den Sinnen. Interferenzen von Sinnesräumen, zwischen Sicht- und Hörbarem, ausgehend von Resonation...", wie er selbst schreibt, hat ein eigener Arbeitsstrang in die Gestaltung bildnerischer Werke geführt. Julius Stahl bezieht seine Arbeiten aus elementaren Phänomenen des Akustischen, nämlich Schwingungen und Schallwellen, die uns als Ton, Geräusch oder schlicht Resonation begegnen. Im alltäglichen Erleben bleiben deren physische, form- und raumdefinierenden Eigenschaften in weiten Teilen außerhalb unseres Bewusstseins. In Stahls Arbeiten werden durch selbst entwickelte Verfahren Qualitäten des Gesamtkomplexes Klang transformiert und in Objekte und bildliche Formen überführt. "Akustische Ausgangsmaterialien sind dabei Sinuston und weißes Rauschen. Der Sinuston enthält die Vorstellung von Bewegung bereits in seiner Beschreibung. Im Kontrast dazu steht das weiße Rauschen. Es umfasst den gesamten für den Menschen hörbaren Frequenzbereich in nahezu gleicher Zeit... ." schreibt der Künstler dazu. Mit von ihm selbst entwickelten bildgebenden Methoden und Verfahren erarbeitet Julius Stahl Klang-Objekte, die sich an Grenzen der akustischen Wahrnehmung bewegen, sowie Phonographien und Photogramme, die Schwingungszustände und deren Ausformungen festzuhalten suchen: "Während bei den Photogrammen der reine Ton im Vordergrund steht, wird dieser in den Graphiken über das Zeichenverfahren zum Geräusch." Darin zeigen sich Ergebnisse von Prozessen physischer Wirkweisen von Klang, die künstlerisch abgebildet und dargestellt werden. So erschafft Julius Stahl mithilfe von Instrumenten und Apparaten zur Aufzeichnung modulierter Schwingungen bisher ungesehene und innovative Kunstwerke. Dies ist, etwa in Bezug auf die fundamentalen physikalischen Phänomene als übergeordnetem Thema und Inhalt, ganz im Sinne einer Neuen Konkreten, die weiter zu definieren und zu entwickeln sich dr. julius | ap zur Aufgabe gemacht hat.

Die Ausstellung bringt neue Arbeiten aus dieser Beschäftigung in der Galerie zusammen und setzt sie in Beziehung zu einander und dem umgebenden architektonischen Raum.

*Ray Malones* Zeichnungen bilden darin ein dialogisch gegenüberliegendes Gegenstück zu den Arbeiten von Julius Stahl. Die aus unterschiedlichen Serien von Malones Schaffen zusammengestellten Blätter beziehen sich inhaltlich direkt auf Begriffe und Kategorien des Musikalischen, wie etwa den Rhythmus, die Komposition, das Choreografische etc. In Synthese mit grundlegenden Themen, wie den Regeln der Proportion oder der Definition von Raum im Zweidimensionalen, zeigen die Arbeiten seine persönliche Annäherung an diese Fragen. Ray Malone setzt sich dabei stets sowohl künstlerisch als auch gedanklich und verbal mit den Eigenarten der Linie an sich auseinander.

Ergänzend schreibt er beispielsweise: "man könnte sagen, dass eine Linie etwa den Charakter einer Note hat-die Aufgabe des Künstlers besteht darin, die Einzigartigkeit der Linie sichtbar zu machen, so wie ein Komponist eine Note erklingen lässt-so unkompliziert ist das!"1 Und weiter: "eine Linie, dann ein Zwischenraum, eine andere Linie, dann ein anderer Zwischenraum, und natürlich eine weitere Linie, um den Zwischenraum zu erklären-und so weiter und so fort-so entsteht ein Rhythmus, das einfache Setzen einer Linie nach der anderen, so dass das Papier widerhallt-hier ist nichts weiteres zu tun"2 [1 aus Ray Malone - Zwischenraum. Katalog der gleichnamigen Ausstellung im Mies van der Rohe Haus, Berlin 2012, S. 40. 2
ebd, S. 42].

Die zeichnerische Arbeit als solche wird so zum Ausgangspunkt einer ernsthaften und konzentrierten Auseinandersetzung mit Inhalten und Formen des Konkreten, die diese in ästhetisch höchst ansprechender Weise zugleich auf dem Papier festhalten als sie auch reflektieren.

Beide Künstler gemeinsam auszustellen bildet den Auftakt einer Reihe von Duo-Ausstellungen, die die räumlichen, künstlerischen und inhaltlichen Möglichkeiten des Programms von dr. julius | ap zu erweitern anstrebt.

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