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Einzelausstellung: Julian Charrière - On the Sidewalk, I have forgotten the Dinosauria (vorbei)

26 April 2013 bis 15 Juni 2013
  Julian Charrière - On the Sidewalk, I have forgotten the Dinosauria
 
  DITTRICH & SCHLECHTRIEM

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DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, am Freitag den 26. April, die zweite Einzelausstellung von Julian Charrière, mit dem Namen On the Sidewalk, I Have Forgotten the Dinosauria, zu präsentieren. Die Ausstellung zeigt mehrere neue Werke des jungen Schweizers, der die postmodernen Merkmale der „Raum-Zeit Verdichtung" in Koexistenz mit der Geschichtlichkeit und Wahrnehmung unserer Umwelt veranschaulicht.

Was ist Zeit und wie ist Raum beschaffen? Wie werden diese Größen definiert? Diese Fragen stellen sich jedem Menschen. Ein Ausbruch aus diesen Axiomen ist für uns undenkbar - es sind gegebene Größen. Diese Urfaktoren sind weit mehr als nur Zeitplanung und uns bekannte Örtlichkeiten. Sie bestimmen unser Leben maßgeblich, werden aber aus dem alltäglichen Bewusstsein verdrängt. „Begegnen wir der Zeit, wie sie uns sucht!" spricht Shakespeare zu uns in Cymbeline.

Mit On the Sidewalk, I Have Forgotten the Dinosauria zeigt Charrière unmittelbar Dinge auf, die wir in der Eile des Alltags vergessen haben. Er präsentiert selektierte Botschaften unserer Umwelt, die ihre Verkörperung in künstlerischer Darstellung finden. Die Ausstellung vereinigt etliche Elemente die zu uns sprechen - vor lauter Überdruss nicht wahrgenommen, auch wenn sie der Umwelt und unserem täglichen Leben immanent sind.

Die digitale Expansion ermöglicht uns heutzutage fast alles zu simulieren. Wir können zurück in die Antike, wir sind imstande Städte, Berge und Meere zu erkunden. Wir können fast alles - fast immer. Und dadurch verlieren wir unweigerlich immer mehr den Bezug zu den räumlichen und zeitlichen Grenzen, in die uns die Natur seit jeher verbannt hat. Daran anknüpfend erforscht Charrière die verborgene Alltäglichkeit - die Genese und Formation der Dinge.

Die Welt vereinigen in einem Stück schafft Sedimentation of Floating Worlds - eine Skulptur aus Steinen und Sandkörnern aus allen heute existierenden Staaten der Erde. Das Welt-Monument steht im Kontrast zum expandierenden digitalen Raum, der uns nahezu grenzenlos alle Territorien der Erde erkunden lässt. Parallel dazu dokumentieren 195 Länderfotografien - eines aus jedem Land der Welt - das visuelle Abbild der abstrakten Form. Die Fotos wurden von den einheimischen Bekannten Charrières geschossen, die aufgrund der heutigen logistisch-fortschrittlichen Möglichkeiten die Sandkörner und Steine aus allen Teilen dieser Erde, innerhalb kürzester Zeit, nach Berlin senden konnten. Die Fotos zeigen einen intimen und uns unbekannten Blick auf jedes Land, das unsere Welt beherbergt.

In seinem neusten Werk, das in Island produziert wurde geht Charrière, neben dem Phänomen gespeicherter Zeit, der existenziellen Frage des Daseins nach. Ergänzend zu I Dig Myself Into a Hole, als Charrière sich in Äthiopien in ein Loch eingräbt und eine Metaphorik des Lebenswegs veranschaulicht in dem man selbst gefangen ist, wechselt er nun aus der Tiefe in die Höhe und versucht einen Eisberg zu verbrennen. Diese Sisyphos-Arbeit verdeutlicht unseren Umgang mit Natur und Leben - Sinnlosigkeit, Sinnsuche und die Erkundung unserer selbst.

Der Titel der Ausstellung On the Sidewalk, I Have Forgotten the Dinosauria vergegenwärtigt dem Betrachter, das was um uns herum oft in Vergessenheit gerät. Wir leben in einem komplexen System, in dem jedes Objekt einer eigenen vielschichtigen Genese und Ordnung untersteht. Es sind „versteckte" Welten, die bei genauem hinschauen ersichtlich werden - es ist nur eine Frage der Perspektive. Es ist eine Forderung nach Pluralität unseres erschöpften Blickes.

Julian Charrière ist im Jahre 1987 geboren. Er lebt und arbeitet in Berlin. Als Meisterschüler von Olafur Eliasson und Teilnehmer des Instituts für Raumexperimente, hat Charrière seine Arbeiten, einzeln und als Teil des Künstlerkollektivs Das Numen, schon an zahlreichen Museen und Institutionen weltweit ausgestellt, unter anderem im Schinkel Pavillon und dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin, der Biennale in Venedig, sowie dem Museum of Contemporary Art in Tokio.

DITTRICH & SCHLECHTRIEM wird einen Katalog zur Ausstellung, mit einem Essay von Magdalena Kröner, veröffentlichen. Die Galerie ist von Dienstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Wochenende des 27.-28. Aprils hat die Galerie verlängerte Öffnungszeiten von 11 bis 19 Uhr. Für Presseanfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an David Khalat, david@dittrich-schlechtriem.com.

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