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Einzelausstellung: Zhao Zhao - Nothing Inside (II) (vorbei)

27 April 2013 bis 8 Juni 2013
  Zhao Zhao - Nothing Inside (II)
Zhao Zhao, Repetition, 2012, Marmor, Kalkstein | Marble, limestone, 150 x 150 x 150 cm
Installation view, ON | OFF, Ullens Center for Contemporary Art, Beijing, 2013
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
Besselstr. 14
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.alexanderochs-galleries.com


Im Jahr 2011 schuf der chinesische Künstler Zhao Zhao (* 1982 in Xinjiang) die raumgreifende Skulptur eines gestürzten und in viele Teile zerbrochenen Standbildes eines Polizisten. Die fiktive ‚Dienst-Nummer' 201143 auf der Uniformjacke ließ sich auch als ein Hinweis auf das Datum der Verschleppung Ai Weiweis interpretieren, doch konnte die Skulptur in Peking wochenlang und ohne Probleme gezeigt werden. 2012 wurde das Werk von chinesischen Behörden aus einem Zoll-Lager beschlagnahmt. Der Künstler erhielt eine Rechnung über 300 000 RMB, die er zur ‚Zerstörung' des von ihm geschaffenen Kunstwerkes bezahlen sollte. Der in Peking lebende Zhao Zhao erhielt zunächst ein nie offiziell formuliertes Ausstellungsverbot; die Skulptur ist bis heute ‚unberührt', die Rechnung blieb offen.

Der Titel NOTHING INSIDE nimmt direkten Bezug zur gleichnamigen (und letzten) Ausstellung in unserer Pekinger Dependance im Sommer 2012. Tatsächlich hingen in jener Ausstellung nur wenige Bilder, und diese wurden im Kontext des Raumes absolut nachrangig. Mithilfe einer vollständigen Abdunkelung wendete sich der Künstler vordergründig gegen das klassische Ausstellungsdesign, das Bildwerke in den Mittelpunkt der Wahrnehmung stellen will. Die Dunkelheit ignorierte die Gemälde des Künstlers, degradierte sie sogar, denn sie verbarg, was eigentlich gezeigt werden sollte. So demonstrierte Zhao durch das gezielte Ausgrenzen von Kunst in kraftvoller Weise den Entzug ihrer Daseinsberechtigung. Das Ergebnis war eine Raumskulptur, die verlorene Wahrnehmungen nicht zeigte, aber darzustellen wusste.

In der nun in Berlin zu sehenden, zweiten Fassung der Ausstellung NOTHING INSIDE wird die erste teilweise rekonstruiert; jedoch werden nun auch die Werke selbst sichtbar, und sie werden durch weitere - danach entstandene - Arbeiten ergänzt. Die meisten der Bilder sind in dunklen Farben gehalten, und die kleineren Formate zeigen meist figürliche, banale Motive, eigentümlich verwachsene Früchte oder auch Gegenstände, die so wenig bestimmbar sind, dass sie der Abstraktion nahe kommen. Sie sind, mitunter kaum sichtbar, durchzogen von weißen Linien, die an die Fenster von Gefängnissen erinnern und so den Bezug herstellen zu der eigenen Situation und der anderer, kritischer Künstler in China.

Darüber hinaus ist die inhaltliche, formale und mediale Vielfalt im Werk Zhaos Ausdruck seiner kritischen Haltung: Um konstruierte Bedeutungen infrage zu stellen, fordert er die Wirklichkeit und ihre ideologischen Konventionen ebenso heraus wie kulturelle Stereotypen und die Dominanz bestimmter, vornehmlich europäischer Kategorien der Kunstgeschichte.

Peer Golo Willi

NOTHING INSIDE (II) ist die dritte Einzelausstellung des Künstlers bei den ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING.
Bis 14. April 2013 wird Zhao auch in der viel beachteten Ausstellung ON | OFF: China's Young Artists in Concept and Practice im UCCA - Ullens Center for Contemporary Art, Peking mit der Skulptur Repetition präsentiert.

ERÖFFNUNG
Freitag, 26. April 2013 | 19-21 Uhr
Die Künstler sind anwesend.

KÜNSTLERGESPRÄCH
Samstag, 27. April 2013, 17 Uhr
Mark Gisbourne, Kurator und Kritiker, Berlin, im Gespräch mit Zhao Zhao

KONZERT + VORTRAG
Samstag, 27. April 2013, 21 Uhr
Zhao Zhao will spielt Lieder seiner neuesten CD.
Prof. Dr. Klaas Ruitenbeek, Direktor, Museum für Asiatische Kunst - Staatliche Museen zu Berlin,
gibt eine Einführung in die Gedichte des Künstlers.

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