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Einzelausstellung: Michael Lange - Wald – Landschaft der Erinnerung / Landscape of Memory (vorbei)

8 Juni 2013 bis 24 August 2013
  Michael Lange - Wald – Landschaft der Erinnerung / Landscape of Memory
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


Wegen des großen Interesse wurde die Ausstellung vom 13. Juli 2013 bis zum 24. August 2013 verlängert.

WALD | Landschaften der Erinnerung

sind die tiefen Erinnerungen die wir in uns tragen. Es sind die mythologischen Bilder aus der Kindheit, den Märchen, der Malerei der Romantik. Es sind die kollektiven tiefen Erinnerungen des historischen Waldes, in den Zellen und Genen seit Jahrhunderten gespeichert und vererbt. Es sind Bilder mit den wir geboren wurden, die uns ein Leben lang begleiten und mit den wir sterben werden.

"Landschaften sind Kultur, bevor sie Natur sind, Konstrukte der Phantasie, die auf Wald und Wasser und Fels projiziert werden."* Landschaften sind per se nicht vorhanden. Sie werden durch den Künstler geformt; durch seine Wahrnehmung und Perspektive kombiniert mit einer Vielzahl von äusseren Elementen wie dem Wetter, dem Licht, den Bäumen, Büschen, Grass und Moos entsteht das Bild.

In dem Zyklus WALD werden zwei Ebenen in Einklang gebracht - erlebte Natur und tiefe, erinnerte Landschaften.

Bestimmend für dieses Projekt waren die Fragen wie Stille im Bild entstehen kann und wie sich dem flüchtigen, unfassbaren Raum annähern. Der Wald und das Zwielicht sind Medien für diese Stille, für ein offenes Bild, das Raum für die eigenen Assoziationen und Fantasien lässt.

Die Bilder aus dem Zyklus WALD verlangsamen und befrieden den Betrachter. Sie schaffen eine Verbindung zu dem inneren Raum der Stille. Einer Stille, die immer existent ist und die jeder in sich trägt; meist jedoch zugeschüttet ist von den unaufhörlichen Ansprüchen und Eindrücken des Alltags.

Michael Lange
* Simon Schama

Im Wald
Vier Buchstaben, ein Wort, gerade mal eine Silbe lang. Es klingt seltsam vertraut, braucht weder Zusatz noch Festlegungen. In ihm scheint alles beschlossen, alles ergründet. Doch einmal ausgesprochen, hallt es lange nach. Nicht als Laut, als Erinnerung. Als ob das Wort für sich schon einen Moment der bildhaften Rückbesinnung bedürfe, um fassbar zu werden.

Die Bilder, die das Vierbuchstabenwort hervorruft, entstammen der Kindheit. Sie zeugen von alten Geschichten, in denen andere Gesetze galten. Die Geschichten waren bevölkert mit Tieren und wundersam wütenden Wesen und beflügelten rasch eine Fantasie, in der es zum Überleben vonnöten war, einen Gefährten zu finden. In ihr befand sich zudem Raum für jene Ängste, für die das Kind noch keine Worte gefunden hatte. Doch konnte das baumverhangene Reich, so spürte das kindliche Gemüt ganz deutlich, auch ein Hort der Zuflucht sein, eine imaginäre schützende Hülle. Ein mythischer Ort, in dem es nicht mehr auffindbar war und es selbst sein durfte. Frei. Merkwürdig genug, konnte dort ohne Umschweife sogar von jener Bedrohung erzählt werden, von der die Welt der Erwachsenen das kindliche Ich vergeblich zu bewahren suchte. Vom Tod.

Erst später wurde das klar. Viel später, als der gefahrenreiche Ort schon seine eigenen Metaphern hervorgebracht hatte. Als Kulisse diente er nun anderen Geschichten, die immer noch mit Ängsten und Sehnsüchten und den vagen Erinnerungsbildern der Kindheit hausieren gingen. Dabei war das Wort längst wieder ein Vierbuchstabenwort geworden, vor dem man sich nicht mehr zu fürchten brauchte. Das baumverhangene Reich, für das es stand, sei nun selbst im Sterben begriffen. Bücher und Berichte ließen wissen, dass es seit Urzeiten fest mit der Identität des eigenen Landes verwoben sei. Das Wort, das Reich, das Kind. Ein jedes hatte seine Unschuld verloren. Was aber all die vielen Jahre überdauerte, war eine vertraute Stimme. "Geh noch einmal hin", flüsterte sie stets noch leise flehend zu dem erwachsenen Ich. "Und bleibe dort, wenn es dann dunkel wird."

Christoph Schaden

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 8. Juni
von 11—18 Uhr ein. Der Künstler ist anwesend

Ein Buch zur Ausstellung ist erhältlich.

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