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Einzelausstellung: Martin Eder - The Collective Unconscious (vorbei)

31 August 2013 bis 19 Oktober 2013
  Martin Eder - The Collective Unconscious
Martin Eder, Transition, 2013
200 x 150 cm / 78 x 59 in
Watercolour, UV resistant ink, holographic glitter, salt, oil and epoxy
resin on canvas mounted on aluminium
 
www.hauserwirth.com Hauser & Wirth - Zürich

Hubertus Exhibitions
Limmatstrasse 270
8005 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 44 - 446 80 50
www.hauserwirth.com


Hauser & Wirth freut sich, die erste Ausstellung des deutschen Künstlers Martin Eder in Zürich zu präsentieren. Bekannt wurde Eder vor allem durch Gemälde und Aquarelle, die neben anrührenden Tierbildern leicht bekleidete junge Frauen in beiläufigen, soft-pornografischen Posen zeigen. Neben diesem malerischen Œuvre und seinen fotografischen Arbeiten hat sich der Künstler kontinuierlich bislang wenig bekannten skulpturalen Werken gewidmet. Eines dieser Objekte beherrscht mit seiner Massivität den oberen Raum, in dem auch ein Tableau aus Eders aktueller malerischer Serie zu sehen sein wird.

In den in rotes Licht getauchten Ausstellungsraum schiebt sich ein schwebender massiver Brocken, der von einem kleineren Trabanten begleitet wird. Bedrohlich, sich viral in der Architektur ausbreitend geht von diesem mächtigen Gebilde zugleich etwas Beruhigendes, Schützendes aus. Aus der Ferne betrachtet, scheinen sich das kleinere und das größere Objekt zu einer gigantischen, liegenden Figur mit Kopf und Rumpf zu formieren. Der Titel der Installation, "Portrait of My Imaginary Mother / Come Crashing", weckt Assoziationen zu frühkindlichen Erinnerungen und der von Freud sogenannten Urphantasie oder Urszene.

Flankiert wird die Installation vom Bild einer jungen nackten Frau, die in sich gekehrt und vollkommen mit sich beschäftigt zwischen tobenden Farbwolken zu erkennen ist. Sie wirkt nah und fern zugleich. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine partiell das Bild versiegelnde Epoxidharzschicht. Eine Oberfläche, die wie eine abschirmende Glasschicht scheint, aber auch einen Assoziationsraum eröffnet, der von den Covern der Hochglanzmagazine über Skateboards und Extremsportarten aktueller Jugendkulturen bis zu Plastikdildos reicht. Eine (Ur-)Phantasie, bei der nicht mehr ganz klar ist, ob sie aus dem eigenen Unbewussten stammt oder aus einem von Bildern der kommerziellen Warenkultur unterwanderten kollektiven Unbewussten ist.

Während die massige Installation durch ihre kantige Binnenstruktur wie auskristallisiert und erstarrt wirkt, sind die Fließbewegungen der dem Tableau zugrunde liegenden Aquarellfarbe ebenso wie des darüber gegossenen Epoxids zum Erliegen gekommen und eingefroren. Der Prozess der Ausdehnung, des Lebens, des Unkontrollierbaren wird schlagartig durch einen Zustand der Erstarrung und des Todes beendet. In allen Arbeiten von Martin Eder stehen sich auf diese Weise Tempo und ein abruptes Ende gegenüber: Die wilde, in ihrer Unkontrollierbarkeit zugleich reizvolle wie bedrohliche Bewegung wird eingefroren, alles Lebendige kommt zu erliegen. In dieser Stilllegung der Zeit ist aber nicht nur die Vergänglichkeit mit eingeschrieben, sondern auch ein Anhalten der Bild- und Informationsgewitter der uns beherrschenden Kommunikations- und Werbemedien.

Text: Anna-Catharina Gebbers

Martin Eder wurde 1968 in Augsburg, Deutschland geboren und lebt und arbeitet in Berlin. Eders Werke waren in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten und er hatte Einzelausstellungen unter anderem in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, Deutschland (2009), im Mönchehaus Museum für Moderne Kunst, Goslar, Deutschland (2008), in der Kunsthalle Mannheim, Deutschland (2008) und dem Gemeentemuseum, den Haag, Niederlande (2008). Ende diesen Jahres wird Martin Eder in der Gruppenausstellung "BubeDameKönigAss" in der Neuen Nationalgalerie in Berlin vertreten sein.

Eröffnung: Freitag, 30. August, 18.00 – 20.00 Uhr

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