Language and login selector start
Language and login selector end

Gruppenausstellung: Scheitern - so many ways to fail (vorbei)

22 November 2013 bis 18 Januar 2014
  Scheitern - so many ways to fail
 
www.galerie-wagner-partner.com Galerie Wagner + Partner

Galerie Wagner + Partner
Strausberger Platz 8
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +49 30 - 219 601 37
www.galerie-wagner-partner.com


Sind wir nicht alle schon einmal gescheitert? Scheitern ist schmerzhaft, gehört aber zum Leben. Gerade heute ist es kaum noch möglich, einen gradlinigen Lebensweg zu planen und Scheitern allgegenwärtig. Es genügt, nicht den Normen und Werten der Gesellschaft zu entsprechen, um als gescheitert zu gelten. Auch hat das Scheitern eine zutiefst persönliche, am Selbstbewusstsein kratzende Facette und ist oftmals mit dem Nicht-Erreichen von selbst gesteckten Zielen verbunden. Erfahrungen des Scheiterns sind zwar alltäglich, doch sind sie in der auf Erfolg und Effizienz ausgerichteten westlichen Welt vornehmlich negativ behaftet - "I´m a Loser Baby, so why don´t you kill me?" singt der US-amerikanische Musiker Beck.

Wie aber steht es mit dem Scheitern in der Kunst? Kann man in der Kunst überhaupt scheitern oder ist das Scheitern nicht gar Voraussetzung für den kreativen Prozess? In der Ausstellung "Scheitern - Many ways to fail" wird jenes Phänomen von der künstlerischen Seite beleuchtet. Ganz im Sinne Christoph Schlingensiefs, der in dem Wahlkampfslogan für seine Partei Chance 2000 "Scheitern als Chance" verstanden hat, zeigt die Ausstellung Werke, in denen das Scheitern nicht nur als unumgänglich akzeptiert, sondern auch für die künstlerische Arbeit fruchtbar gemacht wird. Es werden unterschiedliche Aspekte des Scheiterns untersucht, die auch eine positive Wertung erfahren. Letztlich veranschaulicht die Ausstellung ein "Lebensgefühl des Scheiterns", bei dem Missgeschicke, Flops und Tiefschläge in Kreativität umgemünzt, mit Humor hingenommen oder für einen befreienden Neustart genutzt werden.

Weitermachen ist die Devise! Das gilt beispielsweise für Marcel Broodthaers, der im Film "La Pluie (Projet pour un texte)" einfach nicht aufgibt: obwohl der Text, den er schreiben möchte, sofort vom strömenden Regen ausgelöscht wird, arbeitet er stoisch an seinem Projekt weiter. Anna und Bernhard Blume dagegen kämpfen in der Fotoserie "de-konstruktiv" mit dem konstruktivistischen Formenkanon und setzen einen buchstäblich kaputten Piet Mondrian ins Werk. Kaputt war auch der Zaun auf Miklos Gaáls Fotoarbeit bevor er durch Improvisation wieder geflickt wurde. Eckart Hahns Gemälde "Wallpaper" dagegen kann als Verweis auf die Hybris der Wissenschaft gelesen werden, wobei gerade deren Arbeitsweise mit immer neu aufzustellenden Versuchsreihen und Experimenten auf dem Prinzip des Scheiterns und Wiederversuchens beruht. Auch für Mike Kelley war das Scheitern bzw. das Vermischen von Hoch- und Alltagskultur immer wieder Thema: in "We Communicate Only through Our Shared Dissmissal of the Pre-Linguistic" nutzte er die Kunsterzeugnisse von Kindern als Ausgangspunkt, um die Methoden der künstlerischen Ausbildung sowie der kunsttherapeutischen Analyse von (Kinder)Kunst zu hinterfragen. Claas Gutsche und Lars Ø Ramberg wiederum befassen sich in ihren Werken mit dem Niedergang der DDR bzw. dem Scheitern politischer Systeme. In Natascha Stellmachs "Letting Go" Projekt schließlich geht es darum, das Scheitern als Grundlage für einen persönlichen Transformationsprozess zu nutzen.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.