Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Jessica Stockholder (vorbei)

15 September 2001 bis 17 November 2001
  Jessica Stockholder
 
  Galerie nächst St. Stephan - Rosemarie Schwarzwälder

Galerie nächst St. Stephan - Rosemarie Schwarzwälder
Grünangergasse 1/2
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +43-(0)1-512 12 66
www.schwarzwaelder.at


Jessica Stockholder erregt mit ihren raumgreifenden Installationen seit 1985 international großes Aufsehen (Artists Space, New York 1985, Rotterdam/Chicago 1991, Münster/Zürich 1992/1993, Dia Center for the Arts, New York 1995,Kunstnernes Hus, Oslo 1997, Musee des Beaux-Ärts, Nantes 1998, Kunstmuseum St. Gallen 2000). Auf beeindruckende Weise nimmt sie mit diesen temporären Arbeiten die Räume völlig in Besitz und stellt dem Ausstellungsraum einen Raum eigener Ordnung entgegen. Auf die spezifisch amerikanische Struktur dieser Arbeiten ist mit Bezug auf die Einflüsse der Happenings von Allan Kaprow, der Collage-Bilder von Robert Rauschenberg, der Assemblagen von Edward Kienholz u. a. verschiedentlich hingewiesen worden.

Ein zweiter, gleichrangiqer Schwerpunkt im GEuvre Jessica Stockholders sind ihre Studio-Arbeiten, die autonomen Charakter haben. Die Auswahl der Materialien, der präzise kompositionelle Aufbau/ Bestimmung von Größe und Proportion finden hier unabhängig von räumlichen Gegebenheiten statt. Diese Arbeiten nehmen durch ihre bestimmte Plazierung in der Ausstellung Bezug zum umgebenden Raum, doch bleiben sie in sich geschlossene Gebilde, wenngleich man in manche buchstäblich eintreten kann.

Jessica Stockholder, die zunächst Malerei, dann Skulptur studierte, formuliert die Auseinandersetzung mit beiden Medien in ihrem Werk: "Es war nicht so, dass ich aufgehört hätte, Bilder zu malen und dann angefangen hätte, Skulpturen zu machen. Ich mache immer noch Bilder, nur dass sie jetzt zugleich Skulpturen sind". Ihre "Bilder", dreidimensionale Assemblagen aus mannigfachen Alltagsgegenständen, haben in ihrer Farbigkeit tatsächlich großen ÄnteiTan Malerei. Die Farbe behauptet sich als abstraktes, eigenständiges Material, das wie eine Haut unterschiedliche Obiekte in Verbindung bringt und deren Objektcharakter aufnebt. Sie füngiert als Oberfläche, als Membran zwischen dem Innen und Außen des Werks. Jessica Stochholder lotet die Grenzen zwischen Malerei - als Arbeit ander Fläche - und Skulptur - als Arbeit am Volumen - aus.

Stockholders sinnenfrohe, oft verblüffende Kombinationen erreichen in ihrer inszenatorischen Anordnung einen hohen Grad an Fiktionalität: "Es gefällt mir, das Gefühl zu erzeugen, daß aus dem, was konkret und uns bekannt ist — aus dem, was wir für wirklich halten -, etwas anderes aufsteigt; es gefällt mir, die Bedingungen dafür zu schaffen, dass etwas gleichsam Phantastisches zum Vorschein kommen kann." Die Arbeiten von Jessica Stockholder sind ein Ort, an dem sich das Persönliche mit der konkreten Realität vermischt. In ihrer Sinnlichkeit und emotionalen Dichte liefern sie die Struktur für unterschiedlichste Assoziationen, Erinnerungen und narrative Momente.

(Zitate aus Kat. Westfälischer Kunstverein Münster und Kunsthalle Zürich 1992/1993, wiederaufgenommen in Kat. Sammlung Götz, München 1998)

Jessica Stockholder, kanadisch-amerikanische Staatsbürgerin, geb. 1959 in Seattle, WA, lebt und arbeitet in New Haven, CT, Professur an der Yale University, New Haven, CT. Neben internationalen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen erhielt sie den August-Seeling-Förderer-Preis der Freunde des Wilhelm-Lembruck-Museums, Duisburg, Preisverleihunq und Ausstellung 2002, und arbeitet an einem Großprojekt für die künstlerische Gestaltung des Flughafens Toronto.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.