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Einzelausstellung: Juan Davila - Gemälde und Arbeiten auf Papier (vorbei)

25 Mai 2007 bis 21 Juli 2007
  Juan Dávila
Juan Dávila
Crocodile Dundee
"Crocodile Dundee", oil on canvas, approx. 200 x 300 cm
1988
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


JUAN DAVILA
Gemälde und Arbeiten auf Papier

25. Mai - 21. Juli 2007

Einleitende Worte Prof. Peter Weiermair

Der Künstler ist anwesend

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung am Freitag, den 25. Mai, um 19.00 Uhr ein.

Von Ende Mai bis Ende Juli zeigt die L. A. Galerie Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Kalli Rolfe Contemporary Art, Melbourne, Arbeiten des chilenisch-australischen Künstlers Juan Davila. Davila, 1946 in Santiago de Chile geboren, verlies das Land nach der Machtergreifung Pinochets. Seit 1974 lebt er in Australien. Juan Davila gehört, wie Arturo Duclós, Gonzalo Díaz und Eugenio Dittborn der Santiago School an. Juan Davila partizipiert an der Documenta XII in Kassel.

Es scheinen tatsächlich bestimmte heutige Fragen zu sein, die Davila (*1946) in seinem seit den 70er Jahren entstandenen Œuvre beantwortet, und die für das Verständnis dieses komplexen, offensiven, zuweilen geradezu brutalen Werks hilfreich sind. Ist die Moderne unsere Antike? Was ist das bloße Leben? Und: Was tun? Die Faszination der Moderne, zu deren universaler Forderung nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sich die totalitären Katastrophen des 20. Jahrhunderts komplementär verhalten läßt nicht nach; die Formen, die Diskurse um "Kultur" und "Identität" und die Hoffnungen und Visionen der Moderne wirken - obwohl ihr Scheitern längst konstatiert wurde - in der Gegenwart fort. Weiterhin offen bleibt überhaupt die Frage nach der Abgeschlossenheit dieser Epoche. "[…] es scheint, als stünden wir zugleich außerhalb und innerhalb der Moderne". Die zweite Frage, Was ist das bloße Leben? "gilt der absoluten Verletzlichkeit und Ausgesetztheit menschlichen Lebens. Sie richtet sich auf den Teil unserer Existenz, den keine wie auch immer geartete Sicherheitsmaßnahme je schützen wird. Doch wie in der Sexualität können absolute Verletzlichkeit und unendliche Lust unbehaglich dicht beieinander wohnen. Das bloße Leben kennt eine apokalyptische und unmißverständlich politische Dimension, an deren Ende die Folter und das Konzentrationslager stehen. Es läßt sich auf diesen apokalyptischen Aspekt aber nicht reduzieren, denn es kennt auch eine lyrische oder sogar ekstatische Seite - eine Freiheit für neue und unerwartete Möglichkeiten"

Juan Davilas Werk nimmt innerhalb des Spektrums möglicher Reaktionen auf die Moderne als Kunstepoche eine bedeutende Position ein. Er bezieht sich in vielen seiner Gemälde auf die Ikonen der klassischen Moderne und der Popart; seit einiger Zeit spielt auch das Historienbild des 19. Jahrhunderts in seinen Werken eine Rolle. Dieses Einbauen oft unmittelbar zu identifizierender Versatzstücke aus berühmten Bildern in seine collagehaften Arbeiten ist nicht nur ein Spiel mit den inhaltlichen Implikationen der zitierten, fragmentierten, neu kombinierten Vor-Bilder. Davila zielt auch auf die Mechanismen des Kunstmarkts (überhaupt ist Konsum ein immer wiederkehrendes Thema) und auf die Rezeption bestimmter Künstler und Strömungen in der westlich dominierten Kunst-Welt, die er beobachtet und der er einen Zerrspiegel vorhält. Dabei reflektiert er stets seine eigene Position als Künstler in der Peripherie, der sich in barbarischer Weise der Bilder aus allen Bereichen visueller Kommunikation bedient - seien es Photographie oder Film, Pornographie, Werbung oder etablierte Kunstwerke. Ein wichtiges Element seiner Gemälde und Collagen stellt daneben das Schöpfen aus einem Bilder- und Motiv-Schatz dar, der - zuweilen folkloristisch, zuweilen archaisch, zuweilen persiflierend - auf Davilas lateinamerikanische Herkunft Bezug nimmt. Welten treffen in seinen Arbeiten aufeinander, eine eigentümliche Bildsprache entsteht, die einerseits auf einer metaphorischen Ebene zu lesen ist, andererseits durch ihre oft sexualisierten, verstümmelten oder in Gewaltakte verstrickten Protagonisten so unmittelbar auf den Betrachter wirken können, daß er sich von ihrer Aggressivität angegriffen fühlt.

Davilas Intention ist es nicht nur, politisch und gesellschaftlich Position zu beziehen. Kathartisch vergegenwärtigen und symbolisieren seine Werke die Traumata der von Kolonialismus und Gewalt geprägten Gesellschaften in denen der Künstler lebte und lebt. Davila übersetzt als existentiell erfahrene Gewalt in eine eigene, ebenfalls oft gewalttätige Bildsprache. In dem Text "Woomera" (2002/04) formulierte er die Forderung nach einer Kunst, die der gesellschaftlichen Weigerung, sich Geschichte und Erinnerung zu stellen entgegenwirkt, und die psychischen Kräfte hinter diesen Prozessen offenlegt.2 Auch die Frage Was tun? beantwortet Davila mit seinem Oeuvre, das sich als Manifest gegen "Warenfetischismus" und "Akademismus" lesen läßt, zu denen "ästhetische Bildung" die einzige Alternative darstellt.

Literatur

Guy Brett, Roger Benjamin, Juan Davila. With Writings by Juan Davila, Exhibition Catalogue, Museum of Contemporary Art, Sydney, 2006.

Russel Storer, Juan Davila. 9 September - 12 November 2006. Exhibition Guide, Museum of Contemporary Art, Sydney, 2006.

Rosa Olivares (Ed.), 100 Artistas Latinoamericanos. 100 Latin American Artists, Exit Publicaciones, Madrid 2006.

Charles Green, Juan Davila. Museum of Contemporary Art, Sydney (exhibition review), in: Artforum January 2007, p. 269-270.

1 Roger M. Buergel, Leitmotive, Dezember 2005, www.documenta12.de.
2 Juan Davila, Woomera, wieder abgedruckt in: Exhib.-Cat. Sydney 2006,
S. 182–183.



Juan Davila

geb. 1946 in Santiago, Chile

1965-1969, Juristische Fakultät der Universidad de Chile

1970-1972 Fakultät der Schönen Künste der Universidad de Chile

1974 Übersiedelung nach Australien

Juan Davila lebt und arbeitet in Melbourne.

Davilas Arbeiten wurden in international renommierten Institutionen wie dem Frankfurter Kunstverein (Prospect 89), der Biennale von Havanna (1991), dem Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (Cocido y Crudo, 1994), der Chisenhale Gallery London (Einzelausstellung: Juanito Laguna, 1994) und der Sao Paulo Biennale (1998) gezeigt. 2006 widmeten das Museum of Contemporary Art, Sydney, und die National Gallery of Victoria, Melbourne, Davilas Arbeiten umfassende monographischen Ausstellungen. Davila wurde eingeladen, an der Documenta 12, 2007 teilzunehmen. Davila ist Herausgeber der "Art and Criticism Monograph Series".

Text: Bettina Schmitt

JUAN DAVILA - Gemälde und Arbeiten auf Papier als pdf-Datei 2,08 MB


Preview

L. A. Galerie Frankfurt


Photographie aus der Kunsthochschule Bremen - die Klasse Peter Bialobrzeski. Photography from the Art Academy Bremen, Class of Peter Bialobrzeski,27. Juli - 22. September 2007

Ausstellungen

Naoya Hatakeyama:
An Incomplete World. Works from the UBS Art Collection, Art Gallery of New South Wales, Sydney, 19. Mai - 29. Juli 2007

Peter Bialobrzeski: Global Cities. Tate Modern, London, 20. Juni - 27. August 2007

Oliver Boberg / Naoya Hatakeyama / Taiji Matsue: Spectacular City, NRW Forum Düsseldorf, 26. Januar - 6. Mai 2007

Tracey Moffatt / Mabel Palacin: Bildschirmauge oder Das neue Bild. 100 Videos um die Welt neu zu denken, Casino Luxembourg, 24. März - 17. Juni 2007

Tracey Moffatt: Global Feminism, Brooklyn Museum, New York, 23. März - 1. Juli 2007 // The DZ Bank Collection, Museum Ludwig, Budapest, 26. April - 10. Juni 2007

Julian Faulhaber: Goethe-Institut Hong Kong, Mai / Juni 2007

Liu Ding: Kunsthalle Wien, Project Space, 16. Mai - 17. Juni 2007 // Tiger Universal Studios Beijing, Juni 2007 // Thermocline of Art. New Asian Waves, ZKM, Karlsruhe, 15. Juni - 21. Okt. 2007 // Products. Samples from the Transition, Saatchi Gallery, London Sept./Okt. 2007; Orange County Museum, Los Angeles, Jan. 2008

Juan Davila: Documenta XII, Kassel, 16. Juni - 23. September 2007

Tracey Moffatt / John Hilliard: True Romance - Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute, Kunsthalle Wien, 5. Okt. 2007 - 3. Feb. 2008

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60311 Frankfurt
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T: + 49 - 69 - 28 86 87
F: +49 - 69 - 28 09 12

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East End Art
Chaoyang District,
Da Shanzi 71# Mail Box,
Beijing 100015, P.R.China

86-10-64325093
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