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Gruppenausstellung: Larry Clark - William Eggleston (vorbei)

12 März 2002 bis 25 April 2002
  Larry Clark - William Eggleston
Larry Clark Arbeiten aus der Serie “Tulsa, 60er Jahre”, 1980,
50 s/w Fotografien
 
  Galerie Karl Pfefferle

Galerie Karl Pfefferle
Reichenbachstr. 47-49 /Rgb.
80469 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)89 29 79 69
www.galeriekarlpfefferle.de


Als fünfte Ausstellung unserer Reihe ”Zusammenhänge”, zeigen wir Fotografien von Larry Clark (*1943) und William Eggleston (*1937) im Dialog. Die beiden amerikanischen Künstler zählen zu den radikalsten und einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Seit WILLIAM EGGLESTON 1976 als erstem Fotografen eine reine Farbfoto-Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art eingerichtet wurde, gilt er als Pionier der künstlerischen Farbfotografie. Die Galerie Karl Pfefferle zeigte 1999 seine erste Einzelausstellung in München. Seine aktuelle Ausstellung in der Fondation Cartier in Paris wird begeistert gefeiert. William Eggleston macht Aufnahmen oft schäbiger, vermeintlich vertrauter Orte, wie z.B. Gärten amerikanischer Vorstädte oder Straßenkreuzungen mit verstörenden Details an den Bildrändern. Die scheinbare Banalität der Bilder entpuppt sich als Komplexität, die häufig ins Unheimliche kippt. “Ich hasse das Offensichtliche”, so William Eggleston, der Fotokünstler wie Jeff Wall oder Filmemacher wie David Lynch maßgeblich beeinflusste.

Seine Fotoabzüge stellt William Eggleston in einem aufwändigen Vergrößerungsverfahren her, wobei er die Kolorierung einzelner Partien mittels Schablonen präzise steuert. Die leuchtende, nahezu niemals verblassende Farbigkeit dieser ”Dye-transfer-Prints” ermöglicht dem Betrachter ein in der Fotokunst einzigartiges Seherlebnis, ähnlich dem vor Originalen der Malerei.

LARRY CLARK begründete seinen Ruhm mit dem 1971 erschienen Buch ”Tulsa”, das das Leben drogensüchtiger Jugendlicher in seiner Heimatstadt Tulsa zeigt und einen Skandal auslöste.
J.C. Ammann schreibt: “Tulsa ist ein unbarmherziges Buch, in keiner Weise anklägerisch, weil der Autor dieser Fotos ein unmittelbar Beteiligter war. Und vielleicht ist es gerade dadurch eine der härtesten und sensibelsten ’Reportagen’ über eine ’Lost Generation’”. Das Portfolio ”Tulsa” ist in der Ausstellung zu sehen. Bis heute fotografiert Larry Clark, verblüffend privat und intim, Jugendliche, die die meiste Zeit ihres Lebens in den Straßen New Yorks verbringen. “Ich liebe jeden, den ich fotografiere”, so Larry Clark.

Mit seinen drei Spielfilmen, die parallel zur Ausstellung am xx., yy., und zz. April im Filmmuseum München gezeigt werden, erhielt Larry Clark auch als Filmemacher hohe internationale
Anerkennung.

Kai Middendorff


Später fotografierte Clark die jüngeren Geschwister seiner Freunde und seither - immer verblüffend privat und intim - Jugendliche in New York. “Ich liebe jeden, den ich fotografiere”, so Larry Clark. Seine atmosphärisch dichten Bilder, die aus einem genuin künstlerischen Antrieb heraus entstehen, werfen bei den Betrachtern viele Fragen auf und rufen zwiespältige Reaktionen hervor – sein 4. Buch ”Perfect Childhood” (1993) wurde in Amerika auf den Index gesetzt.

Mit seinem ersten Dokumentar-Spielfilm ”Kids” (1995), der auch in deutschen Kinos zu sehen war, erhielt Larry Clark auch als Filmemacher große Anerkennung.

Wir freuen uns, Werke dieser beiden radikalen und kompromisslosen Künstler in einer Gegenüberstellung zeigen zu können. Beide Fotografen haben die Grenzen des fotografischen Mediums gesprengt. Eggleston revolutionierte die Bildästhetik, die Komplexität seiner vieldeutigen Bilder ist bis heute unübertroffen. Larry Clark unterläuft die übliche Instrumentalisierung der Fotografie als moralische Instanz. Er zeigt die jungen Menschen nicht aus dem gesellschaftlich "kanonisierten" Blickwinkel, sondern aus privater, betont subjektiver Sicht.

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