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Gruppenausstellung: Li Luming - Cui Guotai (vorbei)

15 Mai 2007 bis 14 Juni 2007
  Li Luming
Li Luming
youthhood II
"youthhood II", Öl auf Leinwand, 216 x 260 cm
2006
 
www.hilger.at Hilger modern

Hilger modern
Dorotheergasse 5
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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Li Luming, Cui Guotai
Vernissage: Dienstag, 15. Mai 2007, 19 Uhr, die Ausstellung dauert bis 14.Juni 2007.

In Zusammenarbeit mit Alexander Ochs Galleries Berlin Beijing.

Der 1955 geborene Li Luming ist in der chinesischen Szene populär wie kein zweiter, als im Westen neu präsentierter Künstler allerdings vollständig unbekannt. Der Antagonismus entsteht durch Li Lumings Engagement für andere chinesische Maler; betätigte er sich doch seit den späten 8oer Jahren als Verleger und schuf Bücher und Kataloge für (später) namhafte Künstler wie Fang Lijun, Yue Minjun, Yang Shaobin und viele andere. Editorische Arbeit hiess in China bis vor wenigen Jahren immer auch Kampf um Druckgenehmigungen und die Auseinandersetzung mit staatlichen (Zensur-) Behörden.

Anfang der 1990er Jahre reüssierte Li als Graphiker; er war einer der ersten, der neue Medien in den Produktionsprozess seiner nicht-figurativen Arbeit mit einbezog. Während die realistische Malerei seiner Freunde die Welt eroberte, fanden westliche Sammler wie Kuratoren keinen Zugang zu dieser Kunst. Obgleich von hoher Qualität und in namhaften Sammlungen wie der Uli Sigg Collection vertreten, blieb seine Ausstellungsbiografie sehr schmal.

2004 beendete Li Luming endgültig seine verlegerische Tätigkeit und wagte einen künstlerischen Neubeginn. Während der Kulturrevolution aufgewachsen, fand der Künstler nun sein Sujet und - wie er sagte - seine ‚Aufgabe für die nächsten Jahre'. Auf seinen grau-in grau und fast monochrom anmutenden Bildern lässt Li Luming nochmals die Zeit zwischen 1965 und 1975 Revue passieren, er dokumentiert Menschen, ihre Arbeit, ihr Privates während der Kulturrevolution. Die formale wie inhaltliche Analogie zu Gerhard Richters ‚Baader-Meinhof'-Zyklus: „18. Oktober 1977" aus dem Jahr 1988 wählte der Künstler bewusst.

1989 stellte Gerhard Richter erstmalig seinen aus fünfzehn Ölbildern bestehenden Gemäldezyklus 18. Oktober 1977 aus. Die in Grautönen gehaltenen Bilder entstanden nach Fotos, die inhaltlich in unterschiedlicher Weise mit der Geschichte der RAF verbunden sind. Sowohl inhaltlich als auch in formaler Hinsicht ist dieses Werk von herausragender Bedeutung für die zeitgenössische Kunst: Richter benutzte mit dem Gemäldezyklus ein Format, das in der europäischen Malerei traditionell zur Darstellung politisch bedeutender Ereignisse benutzt wurde. Diese Spannung, die aus dem Gegensatz zwischen einer traditionellen Form und dem modernem Inhalt entsteht, trägt erheblich zur Faszination bei, die von diesem Werk ausgeht.

Auch für Li Luming sind die Bilder der Kulturrevolution Anlass über Ideologie, Erinnerung und das Scheitern von Illusionen nachzudenken. Auch er verwendet vorgefundene Schwarz-Weiß-Photographien als Material, überträgt diese in die Malerei, verwischt sie; oftmals handelt es sich um chinesische ‚icons', auch er enthält sich - im Gegensatz zur nächsten Generation chinesischer Maler, den ‚Zynischen Realisten' - eines Kommentars. So werden die Bilder selbst zum Kommentar in einer Situation a-historischer Rezeption des Eigenen in China.

Li Luming (geb. 1956 in Shaoyang, Provinz Hunan, China) schafft grau-in-grau und fast monochrom anmutende Bilder, auf welchen er die Zeit zwischen 1965 und 1975 Revue passieren lässt; er dokumentiert Menschen, ihre Arbeit, ihr Privates während der Kulturrevolution. Die formale wie inhaltliche Analogie zu Gerhard Richters ‚Baader-Meinhof'-Zyklus: „18. Oktober 1977" aus dem Jahr 1988 wählte der Künstler bewusst. Denn auch für Li Luming sind die Bilder der Kulturrevolution Anlass über Ideologie, Erinnerung und das Scheitern von Illusionen nachzudenken. Er verwendet wie Richter vorgefundene Schwarz-Weiß-Photographien als Material, überträgt diese in die Malerei, verwischt sie; oftmals handelt es sich um chinesische ‚icons', und enthält sich - im Gegensatz zur nächsten Generation chinesischer Maler, den ‚Zynischen Realisten' - eines Kommentars. So werden die Bilder selbst zum Kommentar in einer Situation a-historischer Rezeption des Eigenen in China.

Die Architektur-Studien des chinesischen Künstlers Cui Guotai (geb. 1964 in Shenyang, Provinz Liaoning, China) behandeln thematisch den Niedergang der chinesischen Stahlindustrie, des unaufhaltsamen baulichen Verfalls. Als Mahnmale der Planwirtschaft und eines unbedingten Fortschrittsglaubens zeugen die Bauten und technischen Anlagen von Shenyang, dem einstigen Zentrum der chinesischen Schwerindustrie, heute vor allem von menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, aber auch von der Vergänglichkeit des Seins und von der Vergeblichkeit materieller Glücksversprechungen.

Guotais Bilder führen uns diesen Zerstörungsprozeß als Teil eines historisch zwangsläufigen Kreislaufs vor Augen und entwickeln dabei eine sehr spezifische Spannung. Seine Kompositionen werden von einer Präzision des Bildaufbaus bestimmt. Dabei wird immer wieder auch ein Element der Unsicherheit, der Bedrohung spürbar: Jeden Moment könnte das fragile Gleichgewicht dieser Konstruktionen zusammenbrechen und den Betrachter gleichsam unter sich begraben.

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