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Einzelausstellung: John Hilliard - Early Works / Recent Works (vorbei)

9 März 2002 bis 13 April 2002
  John Hilliard - Early Works / Recent Works
Triangle, 2001, 120 x 90 cm,
Iris print on archival paper
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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www.lagalerie.de


John Hilliard schlägt in seinen neuesten Arbeiten den Bogen zurück zu seinen frühesten, Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre entstandenen Fotografien. Diese Rückkehr zu einer sehr reduzierten, analytischen Art des Fotografierens ist das Resultat eines Überdrusses, einer iconophobia, wie er es nennt, ausgelöst von der Allgegenwart fotografierter Bilder in allen Bereichen.

Der Übersättigung mit Bildern begegnet Hilliard mit der Frage nach den Gesetzen des Mediums Fotografie selbst: nach Techniken, Motiven, Verfahrensweisen. Die Frage nach dem spezifischen Einsatz von Licht und Farbe ist das Grundproblem der Malerei, aber auch der (Farb)fotografie. In seinen neuen Arbeiten problematisiert Hilliard die Frage nach Licht und Farbe; die Grundkonstellation des Abbildens wird zu seinem eigentlichen Thema. Erzählende, illustrierende Momente treten in den Hintergrund. Die Bilder werden leer, der Bildraum wandelt sich zur Fläche bzw. changiert zwischen Fläche und illusionistischer Räumlichkeit.

Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten neben solchen, die vor 20 oder 30 Jahren entstanden. Hilliard bezeichnet Green Trousers/Red Room (1969) als seine erste fotografische Arbeit. Sie ist Teil einer Serie von insgesamt vier Bildern, die in einem Raum entstanden, dessen vier Wände in den Farben Rot, Blau, Gelb und Grün gestrichen waren. Indem die Kamera jeweils einen Ausschnitt des Raumes festhält, entsteht der Eindruck, als sei der ganze Raum in dieser einen Farbe gestrichen, als gäbe es vier monochrome Räume. Diese monochrome Eintönigkeit des roten Raums wird durch einen Komplementärkontrast unterbrochen: die grüne Hose einer ansonsten rot gekleideten Frau. Ihre Gegenwart ergänzt das Bild spielerisch um eine weitere Dimension. Die Irritation entsteht nicht nur durch den Farbkontrast, sondern dadurch, daß das abstrakte Bild von einer konkreten Person betreten wird, deren körperliche Anwesenheit zwischen den monochromen Farbflächen fremd wirkt. Auf Green Trousers/Red Room verweist die Arbeit Panchromatic aus dem Jahr 2000.
Sie entstand wiederum in einem Raum, der in den Grundfarben gestrichen wurde.
Die Farben (Cyan, Magenta, Gelb und Rot, Grün, Blau) korrespondieren in dieser neuen Arbeit mit zwei Farb-Reproduktionsverfahren, dem substraktiven bzw. dem additiven Verfahren.

Die neueste Arbeit, The Best Bits (2001), entstand in Zusammenarbeit mit der englischen Künstlerin Jemima Stehli. Der weiße Karton, den sie vor ihren Körper hält, verbirgt diesen fast völlig. Durch strategisch positionierte "Fenster" ist es ihr aber möglich, die "best bits" ihres Körpers isoliert zu zeigen. Die einzelnen Körperteile wirken auf diese Weise wie selbständige Bilder, die auf einer weißen Fläche verteilt sind. Auch hier entsteht wieder eine enge Verbindung mit einer früheren Arbeit, At Six Diverse Locations (1972). Dort wurden Schwarzweißaufnahmen von Landschaften so auf weiße Hintergründe montiert, daß der Eindruck entstand, daß sie alle Ausschnitte aus einer großen Aufnahme seien, und daß ihre Position auf dem Hintergrund jeweils ihrem Ort innerhalb der großen Aufnahme entspräche. Beide Arbeiten verbindet die Möglichkeit und zugleich die Infragestellung der Existenz eines großen Zusammenhangs.

Das Interesse an der Funktionsweise fotografischer Sprache und an Problemen der Darstellung verbindet die Arbeiten von John Hilliard über den langen Zeitraum von dreißig Jahren. In der aktuellen Ausstellung der L.A. Galerie wird deutlich, daß die kontinuierliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen eine eigene, unverwechselbare Bildsprache des Künstlers hat entstehen lassen.

Auszüge aus den Notizen von John Hilliard zur Ausstellung "Early Works/Recent Works" - Januar 20

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