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Einzelausstellung: Christoph Keller - Observatoires (vorbei)

24 September 2007 bis 20 Oktober 2007
  Christoph Keller - Observatoires
Christoph Keller
 
  Esther Schipper

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30 37 44 33 133
www.estherschipper.com


Christoph Keller

OBSERVATOIRES


25.09.2007 - 20.10.2007

Im Zentrum von Christoph Kellers dritter Einzelausstellung bei Esther Schipper steht ein Teleskop, das von Empfang auf Sendung umgeschaltet ist. Der Hohlspiegel des Teleskops reflektiert den Lichtstrahl eines Diaprojektors, der über Spiegel im Zick-Zack durch den verdunkelten Galerieraum, und schließlich durch ein geöffnetes Fenster nach draußen geschickt wird. Die Bilder, die der Lichtstrahl des Projektors projiziert, befinden sich bereits seit 30 Jahren im Weltraum. In codierter Form wurden sie 1977 Teil der Mission der Raumsonden Voyager 1 und 2, die einem möglichen extraterrestrischen Finder den Planeten Erde, den Menschen und seine Kultur erklären sollen: eine Zeitkapsel, die erst in 40.000 Jahren in ein nächstes Planetensystem eintreten wird. Der ideale Betrachter dieser Bilder, die mit Hilfe des Teleskops nach draußen projiziert werden, befindet sich deshalb nicht im Galerieraum, in dem sie nur als flüchtiger Lichtstrahl zu sehen sind. Christoph Keller unterzieht mit seiner Installation diesen anthropozentrischen, aber nicht weniger epischen Kommunikationsversuch der Raumfahrt einer entscheidenden Wende, die den Kern der Astronomie enthüllt. Sie ist nicht allein ein Instrument zur Beobachtung entfernter Bereiche des Kosmos, sondern generiert parallel dazu immer auch ein Bild von uns selbst.

Das Universum sichtbar zu machen und seine universellen Gesetze aufzudecken, wie es die Astronomie versucht, zielt nicht zuletzt auf die Herstellung eines Standpunkts, von dem aus die Erde, und schließlich der Mensch, von Außen betrachtet werden können. Die Ausstellung radikalisiert diesen Anspruch, wo sie auf seine Aporien verweist. Die Struktur des Archivs aus gefundenen Bildern von Observatorien, das Christoph Keller angelegt hat und in Form von Leuchtkästen und einzelnen Schwarzweiß-Fotografien zeigt, bleibt für dessen Betrachter opak. Sein Archiv kehrt den Blick um und entfremdet die Mittel wissenschaftlicher Beobachtung zu inversen Observatorien.

Auch das Video Tour Solaire beginnt mit einer solchen Umkehrung des Blicks. Vom Standpunkt der Panoramaplattform eines stillgelegten Observatoriums gleitet die Kamera über die Stadtansicht von Paris und wendet sich schließlich dem Inneren des Turms zu. Überlagert von der Tonspur aus Tarkovkys Film Solaris, entfaltet sich ein zirkulärer Gang durch das verlassene Observatorium, das sich zum psychischen Interieur verkehrt. Zur Betrachtung ausgestellt, wird das Observatorium selbst zum stummen Monument einer fremden Kultur: Instrument einer Wissenschaft, die von ihrer eigenen Fiktionalisierung heimgesucht wird.

Wenn Sie weitere inhaltliche Informationen oder Bildmaterial benötigen, wenden Sie sich bitte an Simon Baier: baier@estherschipper.com

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