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Einzelausstellung: Gabriel Kuri - Space Made To Measure Object, Made To Measure Space (vorbei)

16 November 2007 bis 16 Januar 2008
  Gabriel Kuri - Space Made To Measure Object, Made To Measure Space
Photo©: Gabriel Kuri, 2007
 
  Esther Schipper

Esther Schipper
Schöneberger Ufer 65
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30 37 44 33 133
www.estherschipper.com


GABRIEL KURI
space made to measure object, made to measure space
16.11.2007 - 26.01.2008

In seiner ersten Ausstellung bei Esther Schipper zeigt Gabriel Kuri eine Gruppe neuer Skulpturen:

Ein schlichter Bambusstab spannt sich vertikal von der Mitte des Raums aus zwischen Boden und Decke. Die serielle Progression der Segmente ins Unendliche, wird durch das Maß des Galerieraums begrenzt. Zwischen seinen Enden biegt sich auf einer breiten Stoffbahn über die gesamte Raumhöhe eine Farbskala: An immediate indexication of possibilities as a consummation of all desire . Die Quantifizierung der Skala ihrer Größe nach ist durch eine durchlaufende Liste internationaler Farbhersteller ergänzt. Durch privatisierte Codes ist damit heute jeder Farbton, jede Nuance abrufbar, kommunizierbar und als Äquivalent austauschbar. Die Totalität der Farben ist endlich und genau darin unendlich reproduzierbar gemacht. Auf dem rechteckigen Karton eines noch verpackten Tisches, der wie provisorisch auf zwei Klappstühle gelegt ist, sind künstlich nachgebildete Essenreste, samt Tellern und Pappbechern als profanes Stillleben arrangiert: Reste von Pommes Frites, Bahklava und Ice Tea. Die beschleunigte Zeit des Konsums, in der alles als potentieller Müll gekauft wird, scheint teilweise still gestellt. Mit einer ähnlichen Erscheinung operiert der künstliche Abguss eines Felsens, der aus einer Raumecke der Galerie wuchert. Ein altes paar Schuhe, eine Schachtel und eine Rolle Klebeband sind in den harten Stein eingewachsen. Den ausrangierten Objekten, die noch die Spuren des Gebrauchs tragen, ist eine surreale Dauer zugestanden, die sie als potentielles Fossil figurieren lässt.

Wie in die regelmäßige Segmentierung des Bambusstabs das Prinzip industrieller Reproduktion selbst eingeschrieben scheint, spukt in den Waren eine unheimliche Zeit der Natur, in deren zyklischen Kreislauf sie nicht einfach vergehen, sondern ein eigenartiges zweites Leben hinter dem Rücken ihrer Käufer führen und ihre Form als bloßes Moment im Fluss des Kapitals überdauern. Im Nebenraum der Galerie ist vor der fiktiven Unendlichkeit einer gekrümmten weißen Fläche eine kleine Gruppe von Objekten angeordnet. Mit eigenartigen Betonfüssen versehen, gleich entwurzelter Bäume, stapeln sich Ikea Mülleimer zu hohlen Körpern. Das dünne Aluminiumnetz der zylindrischen Objekte irisiert in den bewegten Augen des Betrachters. Ein Ast, ein neonfarbenes Plastikband oder ein Stück Acryl, werden als Inhalt der eigenartigen Schaukästen zu merkwürdigen Schimären.

Wenn Sie weitere inhaltliche Informationen oder Bildmaterial benötigen, wenden Sie sich bitte an Simon Baier: baier@estherschipper.com

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