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Einzelausstellung: Mark Schlesinger - New Paintings (vorbei)

7 November 2002 bis 16 Januar 2003
  Mark Schlesinger - New Paintings
Mark Schlesinger, "Fuchsia Fusion", 2002,
Acryl auf Leinwand, 91,5 x 91,5 cm (Detail)
 
  Nusser & Baumgart

Nusser & Baumgart
Steinheilstr. 18
80333 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 22 18 75
www.nusserbaumgart.com


Mark Schlesingers Ausstellung neuer Werke bei Nusser & Baumgart liefert einen weiteren Beitrag zur Untersuchung dessen, was Malerei heute sein kann: Wann ist ein Bild ein Bild seiner Zeit, wo das Spiegelbild des Menschen längst zerbrochen ist? Zerbrochen in dem Sinne, dass das Leben zusammensetzbar erscheint aus Bestandteilen kleinster materieller Fragmente, deren Aufbau und Ordnung die Naturwissenschaften uns in immer wahrscheinlicheren Modellen vorführen und mit Experimenten beweisen?
Es gab und gibt Tendenzen, der Malerei ihre Eignung dafür aufzukündigen, Kunst und Leben in Einklang zu bringen und diese Fähigkeit eher Objekten, Installationen und Performances zuzusprechen. Schlesingers Gemälde hingegen beinhalten die Überzeugung, dass die Malerei unanzweifelbar und gerade heute hier ein besonderes Mitspracherecht habe. Seine Gemälde lassen sich als diagnostische Vergegenwärtigung von Fragestellungen an die traditionsbehaftete Gattung Malerei lesen, an ihre ästhetische Schönheit, ihren geistigen Inhalt, ihre Materialität und ebenso als Beleg ihrer ungebrochenen Vitalität.
30 Jahre arbeitete Schlesinger in New York und erwarb sich mit seinen rhythmisch bewegten, der Minimal Art verpflichteten geometrischen Arbeiten eine Position, die den Auf- und Abwärtstrends der Kunstszene bis heute widersteht. Sei 2000 lebt er mit Frau und Sohn in San Antonio, Südtexas.
Die Erfahrung eines hier so anders als im Norden vernehmbaren Lichts und Raumgefühls schlägt sich in seinen nun bei Nusser & Baumgart präsentierten intensivfarbigen Arbeiten nieder. "Living in South Texas, I have seen a kind of light and space that does not exist in the north. Unlike the golden light in New York, South Texas light is, to me, white and can be very harsh. When its direct, it bleaches out color. When its ambient, it intensifies and space is not like standing on a north east beach and gazing out to the oceans horizon or looking up at the top of the skyscrapers of New York. This is a space that can be walked through and with thought, structured. I have also seen another kind of light since moving to South Texas. This is not a natural light but the light that comes from behind the delimited surface of the TV-screen and computer monitor."
Schlesingers Anliegen, die Essenz dieses Lichts und Raums in Textur und Farbe einer von geometrisch Körpern und matt schimmernden Flächen besiedelten Bildwelt festzuhalten, geht einher mit einer Auseinandersetzung mit den innersten Bestandteilen der ihm zu Verfügung stehenden Mittel. Aus Unzufriedenheit mit den Möglichkeiten industriell hergestellter Acrylfarben entwickelte er in Zusammen-arbeit mit einem Chemiker ein wasserbasiertes Bindemittel für Acrylfarbpigmente, das eine Stofflichkeit mit sich bringt, als handle es sich hier nicht um Acrylgemälde, sondern um Enkaustikarbeiten.
Die Farboberfläche vermittelt keinen „vulgären grellen Glanz“, wie Schlesinger ihn an herkömmlichen Farben bemängelt, sondern eine Distanz schaffende, zurückhaltende Mattheit – so, als gäbe es eine wächserne Schutzschicht, die es dem Auge gestattet, die Kraft und Intensität der Farben unbeschadet wahrzunehmen. Die sowohl flüssige wie, je nach Mischungsverhältnis, dichte Konsistenz des neu entwickelten Farbmaterials kommt Schlesingers gleichermaßen malerischen wie plastischen Umgang mit dem Medium entgegen. Farbflächen erscheinen als modellierte, erhabene Körpern, die ein Zusammenleben entwickeln, auf einander klettern, sich verflechten, einander verbergen oder in den Vordergrund stellen, gezähmt und strukturiert durch den strengen Formwillen des Künstlers.

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