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Hilger modern

Hilger modern

Private Galerie
 
Galerie Ernst Hilger auf der PULSE New York 2008
 
  Galerie Ernst Hilger at
PULSE New York Booth B-3
Third Edition of PULSE New York to be held at Pier 40

Thursday, March 27 Sunday, March 30

Dorotheergasse 5
A-1010 Vienna
Tel: 43-1-512 53 15
Fax: 43-1-513 91 26
www.hilger.at

FAIR HOURS:
Thursday March 27 12 - 8pm
Friday March 28 12 - 8pm
Saturday March 29 12 - 8pm
Sunday March 30 12 - 5pm

Unsere Wahrnehmung baut auf drei Dimensionen auf, die wir einem physischen Raum zuordnen. Sie spielen eine fundamentale Rolle fuer unser Verstaendnis fuer die uns umgebenden Welt. Wir nehmen sie nicht wirklich wahr, aber sie bilden den Rahmen, den stets vorhandenen Hintergrund, vor dem wir Ereignisse wahrnehmen. Sie sind der Blickwinkel, von dem aus wir unsere Beobachtungen anstellen. Sie bilden ein Achsensystem, zu dem wir unsere Position in Bezug stellen und messen koennen und von dem aus wir alle Punkte in unserer Umgebung positionieren und bewegen, aber auch orientieren koennen. Wir projizieren fuer gewoehnlich (automatisch, unbewusst?) die orthogonale Matrix auf unsere Umgebung. So schaffen wir uns ein Bezugssystem, das weitgehend vorgibt, wie wir unsere Umgebung erforschen koennen. Es gibt verschiedene Methoden mit unterschiedlichen Parametern, um einen dreidimensionalen Raum zweidimensional darzustellen, die zu seiner konzeptuellen Erforschung angewandt werden koennen. Vielleicht koennten wir unterschiedliche Bezugssysteme verwenden, um in unserem Kopf einen physischen Raum dreidimensional darzustellen. Ivana Franke

Angesichts der Bilderflut, die taeglich ueber uns hereinbricht, steht am Anfang jeder unserer Arbeiten die Frage nach den spezifischen Moeglichkeiten, die das gemalte Bild von anderen Bildmedien unterscheidet. Das fuehrt uns einerseits zu einer intensiven Beschaeftigung mit der Kunstgeschichte und noetigt uns andererseits zu einer Abkehr vom gaengigen Fotorealismus (- was nicht heißt, dass dem Foto im komplexen Entstehungsprozess unserer Arbeiten nicht eine wichtige Rolle zukommt). In der Ueberzeugung, dass malereigeschichtliche Entwicklungen nicht hinterschritten werden duerfen, suchen wir nach einer Bildsprache, in der etwa die Dynamik des Barock, das Filmische der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts mit Popart und Abstraktion zusammenfinden. Dabei geraten unsere Bilder in Bewegung. Wenn Modernitaet - Baudelaire mit Foucault gelesen -, sich als Haltung definiert, die das ironisch zu erfassen sucht, „was es im gegenwaertigen Moment an »Heroischem« gibt", dann beziehen unsere Arbeiten gerade dort, wo sie zerfliessen, Raeume und Figuren sich aufloesen, wo unterschiedliche Zeitablaeufe aufeinander treffen, am deutlichsten Position. Das gemalte Bild behauptet sich gerade im Fluechtigen und Fragmentarischen, dort, wo seine Segmente loechrig werden und es die Gesetzmaessigkeiten der Wirklichkeit ausser Kraft setzt. Malerei als Moeglichkeit, die Dinge nicht als das zu zeigen, was sie sind, sondern was sie auch sein koennten. Asgar/Gabriel

Das Projekt ist auf Bilder mit grossformatiger urbaner Architektur und architektonischer Landschaft fokussiert. Für diesen Teil des Projektes kommen die Bilder zufaelligerweise aus drei Grossstaedten im Libanon, die im JULI-KRIEG 2006 sehr zerstoert wurden. Die Bilder sollen aber nicht nur die historischen Ereignisse jener Zeit im Libanon wiedergeben. Sie sind als Metapher dafuer konstruiert, wie wir uns unser eigenes Strukturgedaechtnis schaffen. Die Bilder selbst sind oft dunkel und mysterioes, sie sollen aber nicht Geisterstaedte oder verblassende Traeume zeigen. Die Bilder erwecken ein Gefuehl des Staunens, oder der Ehrfurcht, sowie die Moeglichkeit, Dinge zu entdecken, wenn man durch die verschiedenen Schichten blickt und zu verstehen versucht und dann versteht, wie man diesen spezifischen Raum wahrnimmt. Es ist ja - genau genommen - nur ein konstruierter Raum, aber einer der letztendlich genau so viel Realitaet enthaelt wie das freimuetigste photographische Dokument oder die persoenliche Erinnerung. Brian McKee

Oliver Dorfer (*1963 in Linz, Oesterreich) Oliver Dorfer repraesentiert in der oesterreichischen Gegenwartskunst eine Position, die Traditionen einer motivorientierten Bildsprache der 1980er Jahre mit einer hohen Sensibilitaet fuer optische Systeme aktueller kuenstlerischer Erscheinungsformen verbindet. Er arbeitet an der Spannung zwischen der Allgemeingueltigkeit einfachster Geschichten und der komplexen Verschraenkung von Zeichen in unserer "Bild-Medien-Gesellschaft". In seinen neuen Arbeiten formen sich wenige, immer wiederkehrende praegnante Bilderzeichen zu Logos, Icons und Piktogrammen und erzeugen so eine unverwechselbare Bildsprache. Obwohl Oliver Dorfer mit Pinsel und Acryl auf Kunststoffgrund arbeitet, spricht der Kuenstler nicht von Malerei sondern dem Generieren von "pics" oder "visuals" und verweist in Comic-haft anmutenden Bilderfolgen auf die Erzaehlformen von Comic, Pop und Trash.

Tim White-Sobieski zeigt seine neuste Video-Arbeit, die er mit Hilfe von Leuchtdioden hergestellt hat. Diese Technik ist verhaeltnismaessig neu und wurde von der Kunstwelt noch nicht in großem Umfang angenommen. Der faszinierende Anblick des gluehenden Feldes, das 2,5 x 1,5 Meter gross ist, erinnert an den Inhalt der frueheren Werke des Kuenstlers. Der Titel Terminal verweist auf die Serie von Terminals (Day at the Terminal, Terminal at Night, Terminal Heart, On the Wing) und interpretiert sie in einem neuen Licht - im woertlichen und im uebertragenen Sinn. In diesem Werk schafft er einen neuen Ansatz fuer visuelle Informationen in Video-Produktionen. Der Stil der visuellen Video-Informationen bleibt gleich, obzwar das Medium einige Beschraenkungen auferlegt, aber auch neue Dimensionen eroeffnet.

John Gerrard zeigt sein neues Werk mit dem Titel: Grow / Finish Unit (Eva. Oklahoma) 2008, dessen Basis eine Schweinezuchtanlage ohne Personal in der Naehe von Boise City, Oklahama, USA, war. Damit beendet der Kuenstler eine Abfolge von Werken, zu der auch Animated Scene (Oil Field) 2007 und Dust Storm (Dalhart), Texas 2007 gehoeren. Es finden sich starke Verweise auf verschiedene Quellen in dem Werk, etwa auf minimalistische Skulpturen, und bis zu den Werken von Bernd und Hilla Becher. Es dient aber in erster Linie als ein abschreckendes Dokument fuer die Extreme an Funktionalitaet, die man am Anfang der industriellen Produktionskette für Lebensmittel vorfindet. In einem symbolischen Moment der Interaktion im Ablauf dieses Werks, welches den Wachstumszyklus der hier gehaltenen Schweine widerspiegelt, faehrt ein einziger LKW alle 6 bis 8 Monate vor jedem Gebaeude vor und wartet etwa eine Stunde. Hinter den Schuppen befindet sich ein riesiger Abwassersee, der von ueberraschender Schoenheit ist, wenn sich der Himmel darin spiegelt. Ein eigenwilliger, virtueller Wind wirbelt stetig und ungeschuetzt den Staub und Schutt an der Oberflaeche auf und verursacht so die hauptsaechlichen Bewegungsablaeufe in diesem Werk. Die vielen Tausend Bewohner der acht Schuppen bekommt man nie zu Gesicht, so wie dies auch in der Wirklichkeit der Fall ist. So wie bei anderen seiner Werke verwendet der Betrachter den Rahmen, um sich in einem grossen Bogen um die zentralen Skulpturen herum zu bewegen. Dabei zeigt das Werk den Ablauf von 365 Tagen, und die Lichtbedingungen von morgens bis abends entsprechen den Gegebenheiten vor Ort waehrend dieses Zeitraums. John Gerrard to show a new work titled Grow / Finish Unit (Eva, Oklahoma) 2008, based on an unmanned pig production site near to Boise City, Oklahoma, USA. The work completes a sequence of pieces that includes Animated Scene (Oil Field) 2007, and Dust Storm (Dalhart, Texas) 2007. Strong references to such diverse sources as minimalist sculpture through the work of Bernd and Hilla Becher can be seen in the work however it principally functions as a chilling record of the extremes of functionality to be found at the start of the industrialised food production chain. In a symbolic moment of exchange within the work, reflecting the growth cycle of the pigs enclosed there, a single transport truck pulls to each building every 6-8 months and waits for 1 hour. Behind the sheds lies a large effluent lake which is surprisingly beautiful as it reflects the sky, an autonomous virtual wind animates the surface dust and debris in an ongoing and open way creating the principal movements in the piece. At no point are the many thousands of occupants of the eight sheds visible, as is the case in reality. As in other works the public use the frame to navigate a large arc around the central sculptures, the piece unfolds over 365 days and light conditions through dawn and dusk match that of the local site over that duration.

Further artists at PULSE New York 2008:
Isidro Blasco, John Gerrard, Brian McKee, Andreas Leikauf, Massimo Vitali; (special guests from the Institut of Contemporary Art Sofia: Mariela Guemisheva, Kiril Prashkov, curated by Iara Boubnova).

Abbildungen:
Ivana Franke

Untitled, 2007, Aluminium frame, fishing line, LED lamp, 95x10 cm

Asgar/Gabriel
Keine Sorge, uns geht´s gut, 2007, oil on molino, 220x450 cm

Brian McKee
Structural Memory 05, 2008, c-print, framed, ed.6, 110x140 cm

Oliver Dorfer
picC03, 2007, acrylic on acrylic, 100x100 cm

Tim White-Sobieski
video installation "terminal"
2007, unique light/video work, dimensions approximately 2x3 m

John Gerrard
Grow / Finish Unit (Eva, Oklahoma) 2008, Realtime 3D
 
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