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Hilger modern

Hilger modern

Private Galerie
 
Galerie Ernst Hilger auf der Art 39 Basel 2008
 
  Galerie Ernst Hilger at

Art 39 Basel 2008
4 - 8 June 08
Booth A2

Vernissage
for invited guests
Tuesday, June 3, 2008

General Public
Wednesday, June 4, to Sunday, June 8, 2008
Daily from 11 a.m. to 7 p.m.

Galerie Ernst Hilger
Dorotheergasse 5
A-1010 Vienna, Austria
Phone: 43-1-512 53 15
Fax: 43-1-513 91 26
www.hilger.at

Anastasia Khoroshilova erschafft feine sensible Fotoportraits von Menschen, die ausserhalb ihrer Welt, ihrer Heimat leben und ihr Zuhause gegen gemeinschaftliches Wohnen auf bedingte Zeit eingetauscht haben. Sie interessiert sich im speziellen für Menschengruppen, die zwischen zwei Kulturen aufgewachsen sind, wie beispielsweise zwischen Deutschland und Russland. Nicht nur die Physiognomie und die Haltung der Menschen sind fuer die 28jaehrige Russin von Bedeutung, sondern jedes kleine Detail, jedes Kleidungsstueck sowie die gestaltete Umgebung liefern ihr zusaetzliche Informationen fuer den Bildinhalt. Vor jeder Fotositzung findet eine grundlegende Vorbereitung, eine Recherche statt sowie ein persoenliches Gespraech mit dem zu Fotografierenden, wodurch bereits eine andere Wahrnehmung des Motivs erfolgt. Doch erst mit der Betaetigung des Ausloesers wird die endgueltige Version des Bildes festgelegt. Anastasia Khoroshilova verfolgt einen einfachen, subjektiv dokumentarischen Stil, um ihre eigene Welt zu visualisieren.

John Gerrards neueste Arbeiten gehen auf Szenen und Landschaften im Gebiet der Great Southern Plains in den Vereinigten Staaten zurück. Für den Kuenstler identifizieren diese Orte „ein Ganzes aus landwirtschaftlichen Gegebenheiten und Marktbedingungen, das so extrem ist und somit eine Art von existenter Virtualitaet darstellt." Fuer seine neueste Arbeit wird ein frisch gestrichener Mais-Silo in der kleinen Gemeinde Richfield in Kansas minutioes in 3D ueberarbeitet und - so wie dies Kuenstler ueblicherweise macht - dem Lichtspiel in Echtzeit, also 24 Stunden pro Tag und 365 Tage pro Jahr, ausgesetzt. Mit einer Oelstiftkreide - ein Medium, das insbesondere der Kuenstler Richard Serra für seine beruehmten „muskuloesen" Zeichnungen auf Papier verwendete und damit berühmt machte - wird in diesem Kontext auf ganz andere, aber doch verwandte Weise verwendet. Der Getreidesilo, dessen robuster und glaenzender Minimalismus uns vertraut ist, wird im Verlauf der Zeit durch eine matte schwarze Schicht vergroessert, die mit dem Stift auf seiner Oberflaeche mit kraeftigen, aber doch vorsichtigen Strichen aufgetragen wird. Den diesbezueglichen Event beschreibt der Kuenstler als „Zeichenprojekt", denn das langsame Abdecken des Silos wird von einem virtuellen Akteur - in diesem Fall eine Darstellung von Angelo Martinez, einem mexikanisch-amerikanischen Bauarbeiter, vollbracht. Um diese Aktion umzusetzen, wird der virtuelle Bauarbeiter dazu angehalten, taeglich in der Frueh zu kommen, und zwar jeweils sechs Tage lang (von Montag bis Samstag) und an dem Gebaeude bis zur Daemmerung zu arbeiten. Dann verlaesst Angelo Martinez zu Fuss die Szene und begibt sich an einen nicht naeher definierten Ort. Er ist in jeder Hinsicht - wenn man vom Titel des Werks absieht - der unbekannte Handwerker. Die Zeichnung soll sich im Verlauf von 30 Jahren ueber das ganze Gebaeude erstrecken, wobei jeden Tag ein kleiner neuer Abschnitt, der mit viele Mühe und Anstrengung angefertigt wird, hinzukommt. Das Werk ist reich an kunsthistorischen und zeitgenoessischen Verweisen und stellt ein hervorragend realisiertes virtuelles Ambiente mit weitreichenden politischen und sozialen Konsequenzen dar. Das sich im Laufe der Zeit veraendernde Licht laesst den Silo in der Abendsonne manchmal wie Gold erscheinen, manchmal rot. Bis zum Jahr 2038 wird es zu einem dunkler Schatten werden, ein Nichts in der Landschaft, vielleicht ein Mahnmal an die heutige Zeit der großen Unsicherheit und der sowohl möglichen, aber dennoch potenziellen Transformationen.

Unter dem Titel China schliesst Angel Marcos (Medina del Campo, Valladolid, 1955) eine Trilogie ab, mit der er vor sechs Jahren in New York begann und die er in Havanna im Jahr 2004 fortsetzte. Obwohl sich die Orte deutlich voneinander unterscheiden, um-kreisen die Bilder die gleichen konzeptuellen Parameter - die von Werbung und Propaganda getragenen Interaktionen zwischen der urbanen Bevoelkerung und den Stadtpolitikern. Durch Erkundung der Stadt-zentren und Vororte von Beijing, Hong Kong und Shanghai beleuchtet der Kuenstler die Gegensaetze zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, zwischen Tradition und Moderne; dabei bedient er sich der Werbung, divergierender Architekturen und des Aufeinanderprallens unterschiedlicher Stadtstrukturen. Das Ergebnis ist ein weit- reichendes Projekt, das Fotografien und Videoarbeiten umfasst - ein Fenster, das uns den Blick auf Angel Marcos' persoenliche Interpretation des heutigen Chinas ermoeglicht.

Further artists at Art39 Basel: Oliver Dorfer, Erró, Flavio Favelli, John Gerrard, Alfred Hrdlicka, Don Jacot, Anastasia Khoroshilova, Andreas Leikauf, Brian McKee, Angel Marcos, Josef Felix Mueller, Pablo Picasso, Massimo Vitali, Leo Zogmayer.

Images:
Anastasia Khoroshilova

the narrow circle #14;
2007 silver gelatine print on dibond edition of 6 120 x 96 cm

John Gerrard
Oil Stick Work (Angelo Martinez, Richfield, Kansas) 2008
Realtime 3D Edition of 6 + 2 AP

Credits:
Produktion: Werner Poetzelberger / yama vienna.
Modelling: Daniel Fellsner. Programming: Helmut Bressler.
Additional programming: Matthias Strohmaier.
Model: Angelo Martinez.
Presentation design / Corian
fabrication: Jakob Illera / Inseq, Vienna.
 
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