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| Filmstill aus "Die Wäscherinnen". Alle Rechte bei PROGRESS Film-Verleih |
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Sehr geehrte Damen und Herren,
den nächsten Filmabend im Kunst-Raum des Deutschen Bundestages widmen wir Jürgen Böttcher (Strawalde), der als Maler und Graphiker nicht mit eigenen Hängearbeiten in unserer Fotografieausstellung, als Filmemacher jedoch mit drei Schwarz-Weiß-Filmen und dem großen Film "Konzert im Freien" vertreten sein soll. Wir knüpfen damit nicht nur an Sibylle Bergemanns Fotozyklus "Das Denkmal", sondern auch an einen Erzählstrang der Ausstellung an, der mehrere Positionen der Ausstellung verbindet: Arbeit bzw. das Bild des Arbeiters in der Realität und Alltag beider deutscher Staaten ist das Sujet vieler Arbeiten von Arno Fischer, Gundula Schulze Eldowy, Stefan Moses, Barbara Klemm. Die inzwischen selten zu sehenden Filme Böttchers markieren in diesem historisch und politisch aufgeladenen Feld wichtige ästhetische Positionen.
Wir würden uns freuen, Sie und Ihre Freunde im Kunst-Raum begrüßen zu können. Der Eintritt ist frei. Die Platzkapazität ist begrenzt aber hoffentlich ausreichend. Falls nicht, bieten wir einen Wiederholungstermin an.
Dr.Andreas Kaernbach und Kristina Volke
DONNERSTAG, 27. MÄRZ 2008, 18 UHR: TRIBUTE TO JÜRGEN BÖTTCHER (STRAWALDE)
OFENBAUER (1962, s/w, 15 min)
Der erste Film Böttchers, der einen Arbeitsprozess dokumentiert: Im Eisenhüttenkombinat an der Oder muss - um das vorgegebene Plansoll zu übertreffen - ein Hochofen von 2.000 Tonnen und 56 Meter Höhe um 18 Meter verschoben werden. Obwohl das Thema durchaus propagandistischen Vorgaben in der DDR entspricht, stellt Böttcher die schwierige Arbeit ohne Propaganda-Formeln vor: Nur aus O-Tönen des mechanischen Arbeitsprozesses und der Kommunikation der Arbeiter untereinander ergibt sich ein ungeschöntes Dokument eines schweren Arbeitseinsatzes.
WÄSCHERINNEN (1972, s/w, 24 min)
Jürgen Böttcher wendet sich in seinem Film »Wäscherinnen « den Lehrlingen bei Rewatex zu und zeigt den Alltag der schweren Arbeit der Mädchen an den Waschmaschinen und den großen Plätten. Durch Böttchers Film bekommt der Zuschauer Zugang zu einer fremden Welt und ist mitten im Alltag einer Wäscherei, mitten unter den arbeitenden und albernden Mädchen.
RANGIERER (1984, s/w, 22 min)
In diesem Dokumentarfilm wendet sich Jürgen Böttcher erneut Arbeitern unter schwersten Arbeitsbedingungen zu, und zwar der Arbeit am Rangierbahnhof
Dresden-Friedrichstadt. Er beobachtet bei Schnee und Regen das Umkoppeln der Eisenbahnwaggons und kann durch das ungeschönte Dokumentieren dieser gefährlichen Arbeit das ihr eigene Pathos und die ihr eigene Würde herausarbeiten.
KONZERT IM FREIEN (2001, 88 min)
Mitten in Berlin, an historischer Stelle zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus, steht wie ein Relikt das »Marx-Engels-Forum«, ein großes, ehrgeiziges Denkmalsprojekt der ehemaligen DDR. Jürgen Böttcher verwendet für seinen experimentellen Dokumentarfilm eigene Aufnahmen der Entstehung des Denkmals aus den Jahren 1981-1986 und ausschließlich auf dem Marx-Engels-Forum gedrehtes, neues Material. Eine große Collage aus Dokumentaraufnahmen der damals am Projekt beteiligten Künstler und intensiver Beobachtungen heutiger Besucher des anachronistischen Denkmalsensembles (Familien, Liebespaare, Touristen aus aller Welt lassen sich häufig vor den erstarrten, stoischen Figuren von Marx und Engels fotografieren). Die musikalischen »Erzähler« Günter »Baby« Sommer (perc.) und Dietmar Diesner (sax.) führen mit Schlagwerk und Saxophon durch den Film, strukturieren ihn, bringen das unterschiedliche Material, das ja teilweise spröde, befremdlich, auch grotesk ist, gewissermaßen zum Tanzen. (PM von BASIS Film Verleih, 2001)
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