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Haus am Waldsee

Haus am Waldsee

Öffentliche Institution
 
Albrecht Schnider – Am Ereignishorizont (23.3.2011)
 
  Als einer der herausragenden Schweizer Künstler der Gegenwart lebt und arbeitet Albrecht Schnider (*1958) seit Ende der 90er Jahre in Berlin. Hier ist er vor allem als Maler bekannt geworden. Das Haus am Waldsee richtet ihm unter dem Titel „Am Ereignishorizont“ die erste Überblicksausstellung ein, die neben Gemälden auch erstmals Zeichnungen, Skizzenbücher und Plastiken vorstellt.

Die Ausstellung will das Modellhafte der Kunst von Albrecht Schnider deutlich machen und zeigen, dass eine zeitgemäße Analogie zur Naturwissenschaft im künstlerischen Denken – auch ohne elektronische Medien zu bedienen – möglich ist.

Die Ausstellung setzt mit einem abstrakten Gemälde aus dem Jahr 1997 ein. Hier wird das Thema Landschaft in mehreren, aufrecht schillernden Formen thematisiert, das dann im Hauptausstellungsraum zu einer Gesamtinstallation von kleinen Landschaftsgemälden, farbigen Wänden und Blick in die Natur verschmilzt. Der Betrachter wird mit der Ambivalenz malerischer Formen konfrontiert, die sich bei Schnider aus der Linie heraus aufbauen und durch Spiegelungen, Leere und Fülle sowie Positiv- und Negativeffekte starke Räumlichkeit „am Ereignishorizont entwickeln. In den oberen Ausstellungsräumen entstehen intensive Dialoge zwischen Zeichnung, Plastik, Skizzenbuch und Gemälde.


Der Titel „Am Ereignishorizont“ verweist auf Schniders besonderes philosophisch-naturwissenschaftliches Interesse und bezieht sich auf die Ränder der Wahrnehmung. In der allgemeinen Relativitätstheorie bildet der „Ereignishorizont“ die Grenze für Informationen und Zusammenhänge, die sich aus der Struktur der Raumzeit und den Gesetzen der Physik in Bezug auf die Lichtgeschwindigkeit ergibt. Schniders Arbeit setzt an, wo das physikalisch-visuelle Spektrum endet. Aus der Überzeugung heraus, dass jenseits intellektuellen Kalküls und physikalisch messbarer Raumzeitzusammenhänge, Wahrnehmbarkeit nicht endet, sondern Energien durch die Spontaneität der Kunst und die Intuition des Menschen Sichtbarkeit erlangen können, arbeitet er an der Grenze des „Ereignishorizontes“, an dem Zeit und Raum aufhören zu sein.

Schnider steht mit diesem Ansatz unter anderem in der Tradition der „Écriture Automatique“ eines Malers wie André Masson oder einer an den Kräften der Natur orientierten, poetischen Plastik Hans Arps, Hans Uhlmanns oder Norbert Krickes. Die Suche nach Quellen einer neuen Bildsprache, die das Ungreifbare ins Visuelle überträgt, ist sein Anliegen im Hier und Jetzt.

Neben dem für seine gesamte Arbeit grundlegenden Bereich der spontanen Zeichnung, erweitert Schnider seit über zehn Jahren seine Grundlagenforschung ins Dreidimensionale der Plastik, die er aus Draht, Holz, Plastik, Kaugummi oder Fundstücken, die gerade im Atelier/Labor zur Hand sind, aufbaut. Diese bisher weitgehend unveröffentlichten Arbeiten sind als räumliche Zeichnungen zu verstehen, die im Gemälde ihre endgültige Form finden. Zum ersten Mal zeigte das Kunstmuseum Solothurn zu Beginn 2011 eine Auswahl der Zeichnungen, Skizzenbücher und Plastiken. Im Haus am Waldsee wird dieser Faden übernommen und durch eine Reihe von Gemälden zu einem ersten Gesamtbild des Schaffens seit 1995 von Albrecht Schnider in Berlin abgerundet.

Ein Katalog mit einem Beitrag von Birgit Szepanski und einer Einführung von Katja Blomberg erscheint im Verlag Walther König und kostet 16,80 Euro.

Albrecht Schnider – Am Ereignishorizont

Ausstellung 22. April bis 19. Juni 2011

Eintritt € 7 / ermäßigt € 5

Pressevorbesichtigung Donnerstag, 21. April 2011, 11.00 Uhr
 
www.hausamwaldsee.de
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