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ART Innsbruck

ART Innsbruck

Kunstmesse
 
Art Innsbruck: Warhol Meets Bogin
 
  Warhol meets Bogin

Von den vielfach replizierten Pop Art-Sujets eines Andy Warhol geradewegs hinein ins minimalistische Colorland und den Plastic Fantastic Zyklus des Julian Schnabel-Schülers Greg Bogin führt die große von Clemens Rhomberg kuratierte Sonderschau ‚Pop life!' auf der 16. ART Innsbruck. Eine Stippvisite in Warhols New Yorker Factories der 60er/70er Jahre und in ein New Yorker Künstleratelier unserer Tage unternimmt der bekannte Innsbrucker Galerist Clemens Rhomberg mit seiner diesjährigen Sonderschau ‚Pop life!'. Dabei stellt er mit Andy Warhol, den wohl bekanntesten Mitbegründer und Vertreter der Pop Art und mit Greg Bogin, einen der spannendsten Vertreter der zeitgenössischen New Yorker Kunstszene gegenüber.

Bogin, Jahrgang 1965, hat bei Julian Schnabel, einem der bedeutendsten zeitgenössischen New Yorker Künstler studiert und ist mittlerweile bereits in den wichtigsten Sammlungen dieser Tage vertreten, so etwa bei Bischofsberger (Schweiz), Daimler Contemporary (Berlin), Gian Enzo Sperone (New York), Taguchi Art Collection (Japan), Vanhaerents Art Collection (Brüssel). Auf der ART Innsbruck zeigt Rhomberg Arbeiten aus der so genannten Colorland-Periode und dem Plastic Fantastic-Zyklus. Gleichwohl die Werke beider Künstler auf den ersten Blick geradezu diametral wirken - hie Pop Art, da geometrischer Minimalismus - zeigen sie für Rhomberg doch eine erstaunliche ‚psychische' Verwandtschaft. Denn auch Bogin beschäftigt sich intensiv mit der Reproduzierbarkeit seines künstlerischen Ansatzes. „Ich denke dass die einzelnen Werke zerlegbar sind, als ob sie nach den Gesetzen von Bausteinen entwickelt wurden. Ich möchte eine einfache Lösung für die Fortsetzung der Themen meiner bisherigen Arbeiten entwickeln, mir selbst mehr Flexibilität ermöglichen, um die Bilder zu ändern und gleichzeitig eine wiederholende Struktur beizubehalten," beschreibt der Künstler seine Arbeitsweise. Seine Affinität für Alltagsobjekte wie Haushaltsgeräte, Autos, Spielzeug leite sich ebenso wie der Gebrauch von Systemen, Formalismen und Farben „aus der kindlichen Notwendigkeit ab, Objekte in meinem täglichen Leben zu organisieren."

In jenen Arbeiten Bogins, die Rhomberg für die Sonderschau ausgewählt hat, gehen Buchstaben und Quadrate symbiotisch ineinander auf. Zwar sind die einzelnen in leuchtenden Farben gemalten Quadrate durch den weißen linealen Umbruch deutlich erkennbar, allerdings scheinen sie auf dem weißen Hintergrund gleichzeitig in einer unbestimmten Tiefe zu floaten. Zudem löst eben diese Gitter-Struktur die bekannten Phänomene einer klassischen optischen Täuschung aus. Damit erscheinen die weißen Flächen im einen Moment wie ein noch unbetretenes Land und lassen im nächsten Moment bereits den Übertritt, die Vereinnahmung und einen Schritt ins Ungewisse erahnen.

Andy Warhols Arbeiten wiederum gelten als Spiegel der amerikanischen Massenkultur der 60er und 70er Jahre. Der vormalige Werbe- und Gebrauchsgrafiker inszenierte seine Kunst ganz bewusst als maschinell-serielles ‚Massenmedium'. Nicht von ungefähr nannte er seine Ateliers Factories und vermied jedwede Form der Personalisierung. Neben dem Siebdruck als klassischem Replikationsverfahren nutzte er gerade auch in seiner berühmten Mao-Serie die so genannte Bottled Line-Technik, die er bereits Ende der 40er Jahre entwickelt hatte. Dabei legte er über eine Bleistiftskizze zunächst Wasser abstoßendes Papier und pauste die Zeichnung anschließend mit Tusche ab. Diese Tuschpause druckte er schließlich auf Aquarellpapier. Auf diese Weise konnte Warhol die Stärke der Linien variieren und bei der Kolorierung mit verschiedenen Farben und Tuschen experimentieren.

Ein Highlight der ART-Sonderschau werden u.a. Warhols Farbserigraphien des Kölner Domes sein. „Mit Ihnen schuf der Künstler eine in ihrer farblichen Variationsvielfalt und technischen Brillanz unvergleichliche Reihe von der Darstellung des Kölner Doms", betont Rhomberg. „Betrachtet man alle zusammen, erhält man die gültige Interpretation eines Meisterwerkes der Hochgotik aus der Sicht eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts." Für Rhomberg ist Warhols Werk in Summe ‚eine Art Nachrichtenjournal'. Ähnlich wie die Massenmedien konservieren auch seine Arbeiten die Geschichte seiner Zeit. Warhols Prognose für die Zukunft unserer Welt wie auch der Massenmedien war daher ebenso hellsichtig wie eben auch ernüchternd. „Eines Tages", so sein Resümee, „ denken alle einfach das, was sie denken wollen, und wahrscheinlich werden alle das Gleiche denken. Danach sieht es mir im Moment aus. "

Die Sonderschau ‚Pop life!', kuratiert und zusammengestellt von Clemens Rhomberg, ist auf der 16. ART Innsbruck vom 24. bis 27. Februar 2012 auf der Empore der Messehalle D (früher Halle 4), Stand Nr.G/16 zu sehen.
 
www.art-innsbruck.at
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