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Galerie Koal

Galerie Koal

Private Galerie
 
Galerie koal (20.2.2013)
 
  Die Galerie koal freut sich, nach dem Umzug ihre neuen Räume mit zwei Einzelausstellungen der Künstler Martin Flemming und Arne Schreiber einzuweihen. Ab dem 23. Februar 2013 werden beide Künstler mit neuen Arbeiten in der ersten Etage der Brunnenstraße 25 B zu sehen sein. Die Eröffnung findet am Freitag, dem 22. Februar von 18 bis 21 Uhr statt.

Martin Flemming . Measure, Leisure, Puke & Pleasure
Martin Flemming (*1982) interessiert sich für die mathematischen Systeme, die der Formensprache des Bauhauses, brutalistischer Architektur und dem Minimalismus zugrunde liegen. In seiner dritten Einzelausstellung in der Galerie koal zeigt Flemming Measure, Leisure, Puke & Pleasure - eine Serie von 45 Aquarellen, die auf einem Filmstreifen aus seinem Film Komposition in Grau (Rue de Beton) / 2010 basieren.

Flemming versteht das Dreieck als Ausgangspunkt für eine reine, modulare Form, die das Potential in sich trägt, unendlich transformiert zu werden. In einer quadratischen Anordnung gehangen, steht jedes seiner dreieckig zusammengefügten Aquarelle für eine mögliche mathematische Kombination von Linie innerhalb der Form, wie es der kaleidoskopische Effekt des Films vorgibt - und entfaltet sich mit jedem Durchlaufen des Systems komplexer. Der methodische, lineare Malereiansatz wird weiterhin durch die Namensgebung und Nummerierung der Serie offenbar, welche einzelne Frames aus der zeitlichen Sequenz von Komposition in Grau hervorhebt.

Und doch sprengt Flemming die ansonsten geordnete Herangehensweise an reine Abstraktion auch durch eine Reihe von störenden, spielerischen Maßnahmen. So wie sich brutalistische Betonformen überraschend Ornamenten annähern, wenn sie durch die Linse eines Kaleidoskops gesehen werden, so werden die kontrollierten Bedingungen von Flemmings Bildern durch die nicht zu bändigende Natur des Aquarells herausgefordert.

Reine Abstraktion, die schwelende Suche nach nicht weiter reduzierbarer Form, ist oft mit Vorstellungen von Katharsis verbunden. Flemmings Formensprache spielt sicherlich hierauf an, aber seine Entscheidung, Measure, Leisure, Puke & Pleasure auf eine endliche Anzahl von Arbeiten zu begrenzen - im Gegensatz zum Schaffen eines Rahmens für ein der Abstraktion und Reduktion gewidmetes Lebenswerk - ist ein weiterer spielerischer Schlag gegen eine ansonsten strenge Struktur. Martin Flemmings Interesse liegt letztlich vielleicht mehr im Errichten aber nicht notwendig im Erhalten oder Verehren der von ihm erschaffenen Systeme.


Arne Schreiber . nowhere - herenow
In der fortwährenden visuellen Untersuchung von sich räumlich und zeitlich wiederholenden Bewegungen verbindet Arne Schreiber (*1974) festgelegte Handlungsabläufe mit den individuellen Bedingungen seiner Bildobjekte sowie des Ausstellungsraums. Der Prozess des Wiederholens, des erneuten Ausführens einer physischen Bewegung offenbart sich dabei als Akkumulation, als Fragment und Detail, als anhaltender Freiraum des Übersetzens und Interpretierens eines vorherigen Konzepts. Spezifische Referenzen zur klassischen Malerei treffen hier auf Fragen zur Autorschaft eines Kunstwerks.

Arne Schreiber zeigt eine Paravent-Installation, die aus gebrauchten Türen und beidseitigen Spiegeln besteht. Ein wandartig frei im Raum stehender Paravent, dessen einzelne modulartige Elemente sich gegenseitig stabilisieren, modifiziert dabei die Wahrnehmung des Ausstellungsraums, unterteilt und spiegelt den Raum in unterschiedliche Ansichtsflächen und bezieht die Architektur als einen Teil der Bildoberfläche mit ein. Die raumillusionistischen, glatten und industriellen Oberflächen der Spiegel kontrastieren hier mit den dinghaften Oberflächen der Türelemente, welche die Spuren ihrer Benutzung zeigen. Als Bildträger einer linearen, sich manuell von Linie zu Linie wiederholenden Bemalung mit klassischer Ölfarbe, bilden die unterschiedlichen Flügel des Paravents Referenzräume, in denen selbst kleinste Veränderungen innerhalb von Strukturen sichtbar werden. In der Regelmäßigkeit der Ausführung geben sich Imperfektionen und Unterschiede zu erkennen. Die äußerste Zurücknahme des Künstlers als Autor ermöglicht erst die Wahrnehmung der verschiedenen Medien und ihrer Rolle in diesem Prozess.

Die Paravent-Installation wird von der ausstellungstitelgebenden Textzeichnung nowhere - herenow und der Zeichnung apartagain begleitet. Basierend auf einem in einem Raster sich fortlaufend wiederholenden Alphabet aus industriellen Buchstabenschablonen werden die einzelnen, für das Textgefüge benötigten Buchstaben, auf Papier markiert, und in einem darauf folgenden Schritt wird die freie Fläche um die Buchstaben herum mit Graphitstiften aus-gezeichnet. Die so entstandenen Textflächen können als Felder einzelner Zeichen oder aber zusammenhängender Texte wahrgenommen werden. In den Zeichnungen veranschaulichen sich Aspekte der Verbildlichung von Schrift und der Verschriftlichung von Bild, der Unterschiede und Ähnlichkeiten von Lesen und Sehen, von Schreiben und Zeichnen. Im nahezu zwangsläufig einsetzenden Leseverständnis kann das nowhere - herenow, ins Deutsche übersetzt, sowohl hier jetzt, jetzt hier als auch nirgendwo, hier jetzt bedeuten und das apartagain sowohl als wieder ein Teil sein als auch wieder getrennt sein übertragen werden.


Ausstellungszeitraum: 23. Februar bis 13. April 2013
Ort: Galerie koal . Brunnenstrasse 25 B . Erste Etage . 10119 Berlin
 
www.galeriekoal.com
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