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Globalisierung des Kunstmarkts

BVDG-Vorsitzender Dietmar Löhrl: „Kölner Kunstmesse auch in diesem Jahr eine Globalisierung des Kunstmarkts überzeugende Leistungsschau der Galerien"


Mit der ART COLOGNE 1999 (7. bis 14. November) findet der letzte Kunstmarkt in Deutschland in diesem Jahrhundert statt, konstatierte Dietmar Löhrl, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Galerien (BVDG) vor der Presse in Köln: "Die 33. Internationale Messe für moderne Kunst ist auch 1999 eine überzeugende Leistungsschau der ausstellenden Galerien. Sie präsentiert sich von noch höherer Qualität als in den Vorjahren." Sie sei aber auch ein Beispiel für den immer globaler werdenden, gleichzeitig aber nur individuell und persönlich funktionierenden Kunstmarkt. Dazu nannte er Konstellationen eines Spannungsfeldes, das nur die ART COLOGNE bietet: Kunst und Politik; Kunst und Internet; Sammler und Neugierige; Fach- und Publikumsmesse.

Nach Angaben von Löhrl entstehen immer neue Partnerschaften, um die Kunst, Künstler und den Kunstmarkt zu fördern. Dabei seien neue Impulse zur Belebung des Kunstmarktes in Deutschland unverzichtbar. Als Beispiele nannte Löhrl für die Kommunen Köln, eine von Bürgern mit besonderem kulturellen Engagement belebte Stadt. Er erwähnte, dass sich einige Bundesländer diesbezüglich besonders engagieren. Daneben erwünsche sich die Branche aber auch mehr Impulse aus der Bundespolitik. Er begrüße den Besuch des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages. Denn der BVDG hoffe, „dass damit ein Grundstein für die Zukunft gelegt werden kann, da schwerwiegende Reformen im Kunstmarkt bevorstehen".

Als ideeller Träger der ART COLOGNE trägt der BVDG dazu bei, die traditionsreichste Messe für zeitgenössische Kunst Jahr für Jahr attraktiv für Besucher und Aussteller zu gestalten. Dabei nannte Löhrl:


  • Die Förderung, des Nachwuchses – eine Initiative aus dem Jahr 1980, die heute so frisch wie unverzichtbar ist – weit über 400 junge Künstler konnten bisher am Förderprogramm teilnehmen und ihre Arbeiten erstmals einer großen Öffentlichkeit präsentieren. Thematischer Schwerpunkt der 25 diesjährigen Talente ist Fotografie und Computeranimation.

  • Kunst zu vermitteln ist eine Lebensaufgabe. Der ART COLOGNE-Preis soll diese Kulturtätigkeit, die auch und in besonderer Weise Galerien leisten, würdigen und beleuchten. BVDG und KölnMesse zeichnen in diesem Jahr mit Otto van de Loo einen „Galeristen der ersten Stunde" aus. Der mit 20.000 DM dotierte Preis wird am Mittwoch (10. November 1999, 10.00 Uhr) im Neubau des Wallraf-Richartz-Museums erstmals im Kreis der Austeller, d.h. der Kollegen, Mitstreiter und auch gelegentlichen Konkurrenten überreicht.

  • Kunst und Kunstmarkt finden seit 1997 auch an den Informationsterminals auf der ART COLOGNE und im Internet statt. Mehr als 300.000 Hits im letzten Jahr haben den BVDG bestätigt, dass auch mit dem Medium Internet neue Kunden gewonnen und die Wege zur Kunst verkürzt werden können. In diesem Jahr ist nicht nur die ART COLOGNE im Netz, sondern auch das Portal zur bildenden Kunst: die site "artfacts.net". Dort sind – nach Aussage Löhrls für deutsche Websites einzigartig – von einem in ganz Europa virtuell zusammenarbeitenden Team Ausstellungen oder Nachrichten tagesaktuell zusammengestellt. Ein Diskussionsforum fehle ebenso wenig wie Links zum ganzen Service um die Kunst: Speditionen, Versicherungen, aber auch die Möglichkeit, Bücher zur Kunst zu bestellen. Der europäische Galerien-Dachverband FEAGA (Federation of European Art Galleries Associations) will dieses Portal allen 1.200 Mitgliedsgalerien zu Verfügung stellen. Die zur Zeit fünfsprachige Seite wendet sich an Millionen Kunstinteressierte in ganz Europa.

  • Der europäische Kunstmarkt steht auch im Zentrum der 1. Europäischen Galerienkonferenz der FEAGA im Rahmen der ART COLOGNE. Dort wird eine Testversion eines IntraNet für Galerien vorgestellt, in dem ausschließlich Galerien miteinander handeln. Damit, so der BVDG-Vorsitzende, könnten Galerien mehr als bisher von den Vorteilen eines europäischen, größeren Kunstmarktes profitieren. Außerdem wird nach fast zweijähriger Vorbereitung das neue Handbuch für Verträge zwischen Künstlern und Galerien in 9 Sprachen vorgelegt. Diese Publikation bietet u.a. Musterbeispiele für Verträge und Modelle für Kooperationen.

  • Löhrl unterstrich noch einmal, dass auf der ART COLOGNE die Qualität des Exponate an erster Stelle steht. Eine 10-köpfige Jury achtet erneut auf Einhaltung des angemeldeten Programms und der eventuellen Vorgaben des Zulassungsausschusses. Sie beurteilt und prüft aber auch Standpräsentation, Echtheit und Zustand der Exponate. In diesem Jahr wurde die Jury durch Dr. Hans Albert Peters als Vorsitzenden verstärkt.

Löhrl nahm die Eröffnungspressekonferenz der ART COLOGNE zum Anlass, auf die derzeitig durch die Politik erschwerten Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Galerie hinzuweisen. Sie befinden sich in Veränderung, vor allem durch europäische Vorgaben. Europäisierung und Globalisierung bedeuten für deutsche Galerien auch den Kampf gegen Wettbewerbsnachteile Made in Germany. Als Beispiele nannte der BVDG-Vorsitzende Folgerecht, Künstlersozialkasse, Teilwertabschreibung oder Stiftungsrecht.

Gleichzeitig verwies er auf die seit fast einem Jahr im Bund institutionell angesiedelte Unterstützung für die Anliegen der Kunst, die sich in der Berufung von Staatsminister Dr. Michael Naumann und in der Einrichtung des Ausschusses für Kultur & Medien im Deutschen Bundestag manifestiert. Der BVDG hofft, dass er deshalb auf mehr Verständnis und Akzeptanz seiner Anliegen trifft und sich die Galerien ihrer eigentlichen Aufgabe als Vermittler von Kunst auch zukünftig widmen können.
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