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Streifzug durch das ART FORUM




Der Stand von Arfacts.Net mit Kunstwerken von Alexa.Jansen.Galerie und Galerie sphn, Foto von E. González


Es ist immer so eine Sache, wenn sehr viel Kunst am Stück gezeigt wird. Man nimmt die Farben, Formen, Materialen, Medien, Ideen (und manchmal sogar deren Abwesenheit) in sich auf wie ein Schwamm. Nach einem Bacchanal wie dem Art Forum muss man erst einmal einen Überblick bekommen, um dann zu sehen was übrig bleibt. Artfacts.Net war auf der Messe. Der folgende Artikel ist ein "Auszug" für Euch.





Disguises ‚Verkleidungen' (aus dem Video), 2001, Marius Mørch courtesy Antonio Ferrara


Das Erste, was man beim betreten der Halle hört ist die samtige Stimme von Elvis. Aus dem Off trällert das berühmte Lied ´Can't help falling in love.`. Die Musik kommt aus der Koje von der Galerie Antonio Ferrara und es ist die Tonspur eines Videos von Marius Mørch. Der norwegische Künstler verarbeitete Filmmaterial von Kultfilmen wie ´ Accattone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß ` von Pasolini (1961), ´ Die Nacht der lebenden Toten ` von Romero (1968), ´ Tanz der Teufel` von Raimi (1983), ´Dracula` von Browning (1931) und veränderte diese zu einem neuem komplett selbständig funktionierenden Video. Die Spannung, die durch diese dunklen klassischen Horrorbilder erzeugt wird, prallt gebieterisch mit dem romantischsten aller Lieder von Elvis aufeinander.





Bürger, 2000, Roy Arden
dvd Schleife zur Projektion, courtesy Monte Clark Gallery



Noch einmal, Videos.
Die kanadische Monte Clark Gallery präsentiert das Video ´Citizen (Bürger)` von Roy Arden. Der Künstler arbeitet normalerweise immer mit der Idee der Stadt. In diesem Fall zeigt er in Zeitlupe einen in der Mitte einer stark befahrenen Straße nahezu still sitzenden Mann. Autos beschleunigen um ihn herum - nur selten ändert der Mann seine Körperhaltung. Das Gefühl verloren zu sein, der Orientierungslosigkeit und der Unbeständigkeit, dass einem beim Schauen des Videos erfasst, ist überwältigend.
Die Pariser Galerie Frank zeigt eine Computer animierte Videoprojektion des Künstlers Charles Sandison. Diese Arbeit des schottischen Künstlers ist nicht neu für Kunstliebhaber. Auf der 49ten Biennale in Venedig hatte er schon ein Computer animiertes Kunstwerk mit dem Titel 'Living rooms (Wohnzimmer)' gezeigt. Beim Anschauen fällt es einem auf, dass sein Konzept bis heute nicht komplett an Reiz verloren hat.
Weniger ist mehr und genau aus diesem Grund fängt die Minimal Art das ‚Kunst-strapazierte' Auge des Besuchers ein. Es gab auf dem Art Forum zwei herausragende minimale Positionen.





Untitled (Bar) FS 2003, John M Armleder
Foto von Waldemar Kremser, courtesy Galerie Anselm Dreher



Die Erste war die Position der deutschen Galerie Ansem Dreher mit einer Möbelinstallation von John M. Armleder. Der schweizer Künstler installierte eine Bar in den klassischen Farben schwarz, weiß, rot aus Aluminium, Stahl und Neonlicht. Nach Aussage der Galerie in der Pressemitteilung für die Messe, "eine Bar, als die Idee von Kommunikation und Lebensstil, aber auch als Reflektion auf die berühmten Bilder Edward Hoppers". Die zweite Position kam von der Rocket Gallery mit Sitz in London. Lars Wolter und Cedric Christie waren die ausgestellten Künstler. Lars Wolter -ein deutscher Künstler aus Düsseldorf- der 'Barcode wall painting' präsentierte - hier steht der Name für sich.





Ohne Titel 2002, Cedric Christie,
courtesy Rocket Gallery



Was den englischen Bildhauer Cedric Christie angeht, gibt es eine besondere Geschichte. Wenn uns der Hintergrund von Cedric Christie nicht vom Galerist erklärt worden wäre, hätten wir es einfach nicht geglaubt. Genau wie die Figur aus dem wunderbaren Roman ´Skinny legs and all`, von Tom Robbins in dem ein Schweißer ein Star der internationalen Kunstszene wird, war Cedric Christie vor seiner Kunstkarriere ein einfacher Schweißer und Gerüstarbeiter. Er benutzt Materialien, die viel mit seiner vorherigen Beschäftigung zu tun haben; er spielt mit ihnen bis er kraftvolle, abstrakte Objekte geschaffen hat.
Die italienische Galerie Claudio Poleschi Arte Contemporanea stellte Werke von vielen italienischen Künstlern aus. Unter ihnen erschienen uns zwei als besonders empfehlenswert: Daniele Galliano und Gian Marco Montesano. Es war nicht ihr erstes Mal in Berlin, da sie schon bei der Galerie Davide Di Maggio an der sehr interessanten Ausstellung ´Bianco e Nero Italiano` ('Schwarz und Weiß auf italienisch') teilgenommen hatten.


www.antonioferrara.com
www.monteclark.com
www.galeriefrank.com
www.galerie-anselm-dreher.com
www.claudiopoleschi.com

Text: M. Cecchinato
E-mail: micaela@artfacts.net
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