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„ICH BITTE NIE UM ENTSCHULDIGUNG. ES TUT MIR LEID, SO BIN ICH EBEN“ (Banksy)




Stencil 6, Banksy


Auch wenn ein Künstler Stil hat und begabt ist, kann es eine Ewigkeit dauern, bis die so genannte Kunstwelt auf ihn aufmerksam wird. Alles hängt von den richtigen Beziehungen ab. Schafft er es aber den Vermittler zu überspringen, dann kann er die Kunstwelt erschüttern. Genau dies hat der Graffiti-Künstler Banksy letzte Woche gemacht. Er hat den Vermittler übersprungen und der Kunstwelt seine Stellungnahme klar gemacht: Als Rentner verkleidet, ist er in die Tate Gallery reinspaziert und hat eins von seinen Kunstwerken aufgehängt, das – wie er sagte - „gut genug ist, um in der Tate ausgestellt zu werden“.
Bereits während der letzten Jahre hatte Banksy das Interesse der Londoner Graffiti-Szene geweckt, doch erst in 2003 ist es ihm gelungen, die Kunstwelt zu überraschen. Und dies nicht nur infolge der Tate-Nummer, sondern vor allem dank seiner subversiven Kunst, seines unkonventionellen Benehmens, seines Stils. Die umstrittene Ausstellung „The Turf War", die von der Polizei eine Woche nach der Eröffnung geschlossen wurde, das Plattencover einer Pop-Band und wie gesagt die mutwillige Sache neulich in der Tate: Dies sind auch nur Teile von Branksys gesamter Aktion, die die Kunstfachleute zwingen sollen, ihn wahrzunehmen.
Seine Kunstwerke werden nicht in Galerien verkauft. Nichtsdestotrotz sind sie angeblich bis zu 15.000 Pfund wert. Durch Internet und in dem Schwarzmarkt verkauft Banksy seine Werke: Eine Kopie des Videos von der Tate-Aktion oder die Kopie des dort von ihm aufgehängten Werkes erreichten sogar den Preis von 15.000 Pfund; seine Ölbilder können bis zu 10.000 Pfund kosten. Zumindest wird dies von seinem Agenten behauptet.
Durch seine subversive Kunst schockiert der Vandale die Kunstwelt und – nicht zu vergessen – macht daraus große Gewinne.
Schwarzweiss Schablonen, Bilder von Frauen mit Vernichtungswaffen, Portraits von Churchill und Lenin mit Punk-Haarschnitten, Bilder von Ratten, die Löcher in die Straße graben: Eine Kunst „inspiriert von Hanfharz und dem Tagesfernsehen“. Banksy wird immer berühmter und nimmt weiterhin auf niemanden Rücksicht.
Die Neunziger Jahre gehörten Hirst, Gavin, Saatchi und den YBAs. Vielleicht werden in diesem Jahrzehnt die Kunstfachleute auf die Straße gehen und Vandalenkünstler wie Banksy für ihren Mut und Stil lobpreisen.

www.banksy.co.uk

Text: Guillermo Rivero
E-mail: guillermo@artfacts.net
Übersetzung: Viviana Chilese
E-mail: viviana@artfacts.net
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