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Das Phantom Pariser Biennale




Ein Abendessen für acht Personen
Frederic Dumond (France)
©Biennale de Paris

La Biennale de Paris 2004 hat nichts Gemeinsames mit den anderen offiziellen Biennalen. Es ist ein Phantom, dass auf seinen Platz in der Kunst Anspruch erhebt. Der 15. März war der letzte Tag für Besucher, aber es scheint, dass wenige die Existenz der Pariser Biennale überhaupt bemerkt haben.

Allein die Tatsache, dass eine Biennale in der französische Hauptstadt stattgefunden hat, hat vielleicht viele Institutionen und Künstlern geblendet. Die Erwartungen waren groß aber durch den Mangel an Finanzierung hat sich die Biennale in ein enttäuschendes Event verwandelt, was zum Rückzug vieler Künstlern und Institutionen geführt hatte, die ihre Teilnahme an der Biennale abgesagt haben.

Eine Untersuchung der eventuellen Ursachen für die erfolglose Vermarktung führt zu der Erkenntnis, dass da gar nichts offizielles war. Der Kurator war ein Künstler mit dem Namen Alexander Gurita und nicht ein bekannter Kurator, ausgewählt von der Kulturindustrie, wie es üblicherweise bei Kunstevents von solcher Präsenz üblich ist.




Biomod
Aurelio Vincente(Spanien)
©Biennale de Paris

Das Ziel des Events war es, Möglichkeiten für die Reflektionen und das Bewusstsein für die heutigen Formen der Kunst zu kreieren. Die geplanten Ziele, die man erreichen wollte, waren: Befreiung der Kunst von der überwiegenden Ästhetik von heute; immaterielle Kunstwerke; fortschrittliche Kunst. Somit waren auch die unkonventionellen Kunstformen des Projektes abhängig von der unterschiedlichen Natur der Projektanforderungen: eine Diskussion, eine Videovorführung, ein Treffpunkt, direkte Gespräche, ein Spiel, Last-Minute-Party, ein Picknick, ein Wohltätigkeitsdinner, eine Börse von Ideen um neue Konzepte zu fördern; daher konnte das Publikum mit den Projekten interagieren und das Ergebnis zum ultimativen Gesamtkunstwerk mitbestimmen.
Die guten Intentionen des Events werden wahrscheinlich hinterfragt - kann ein Künstler es wirklich allein schaffen, eine Ausstellung mit dem anspruchsvollen Namen Biennale de Paris zu organisieren?

In den letzten ein paar Jahren hat das französische Ministerium der Kultur und die Stadtverwaltung von Paris, die verantwortlich für die regionale Finanzierung zeitgenössischer Kunst überall in Frankreich ist, die offizielle Französische Biennale de Paris nach Lyon versetzt und sie in Biennale de Lyon umbenannt.
Als Resultat der Dezentralisation in Frankreich, hat ein Künstler mit dem Namen Alexander Gurita die große Chance genutzt, die rechte auf dem Namen Biennale von Paris zu kaufen. Der Konflikt mit fast allen offiziellen Institutionen wie z.B. das Kulturministerium war damit unvermeidbar.



Das ist eine Malerei Produktion
Bernard Brunon (USA)
Yvon Nouzille (Frankreich)
©Biennale de Paris

Der Leser kann diese Geschichte sogar ziemlich amüsant finden, eine Art von Held hat diese Angelegenheit ergriffen, kämpfend gegen das Pariser Etablissement, das in Frankreich nicht so beliebt ist.
So scheint es, dass Alexander Gurita´s Zug von manchen, selbstverständlich meistens Künstler, gut aufgenommen wurde. Einer der schwerwiegenden Konsequenzen seines Vorgehens ist, dass das Französische Ministerium der Kultur und viele andere offiziellen Instanzen jeden Kontakt und Unterstützung der Organisation der Biennale verweigert haben, solange Alexander Gurita den Namen Biennale de Paris als sein privates Eigentum beibehält.
Hinzu kommt der eher ungeeignete öffentliche Raum, der Mangel an Möglichkeiten und Organisation wodurch es unvermeidbar war, dass die Türen vieler der potenziellen Veranstaltungsorte weiterhin geschlossen blieben. Trotz dem guten Ansatz des Projektes verwandelt der Mangel an finanzieller Unterstützung ihn in einem schadenden Lebenslauf für die Künstler.

Das Abenteuer eines Einzelnen kann das Unglück für mehrere bedeuten und unvermeidbar die Kariere von vielen Künstlern in Gefahr bringen. Obgleich diejenigen die Alexander Gurita bis zum Ende unterstützt haben, sich dessen bewusst waren und es aus eigener Überzeugung taten. Offensichtlich wollten sie dies nicht öffentlich debattieren.

www.biennaledeparis.org

Text: Marzia Belvisi
E-Mail: marzia@artfacts.net
Übersetzung: Angelina Atmadjova-Cutter
E-Mail: angelina@artfacts.net
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