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Check the 'Dutch way' and follow suit!

Amsterdam ist eine verführerische Hauptstadt, provinziell und kosmopolitisch zugleich. Die Stadt begegnet den Besuchern freundlich und jugendorientiert. Für viele steht die Stadt für weltweit renommierte Museen wie u.a. das Rijksmuseum - mit einer Sammlung holländischer Malerei aus dem 17. Jahrhundert (Rembrandt, Vermeer, Franz Hals, Breitner), das Stedelijk Museum of Modern Art und das Van Gogh Museum. Die holländische demokratische Tradition und die dazugehörige legendäre Aufgeschlossenheit und Toleranz sind das Ergebnis einer intensiven sozialen Organisation, die sich über alle Aspekte der Landesregierung, von Interessengemeinschaften und den zwischenmenschlichen Beziehungen erstreckt. Die Niederlande sind weltoffen und unterstützen viele nationale und internationale kulturelle Projekte.
Es ist kein Zufall, daß die Niederlande als soziale und kulturelle Plattform für die Kunst betrachtet werden: rund 20% der Kunstförderung im Kunstbereich stammen von den großen holländischen Konzernen (Philip Electronics, Shell, Heineken, ABN AMRO, Rabobank, Fortis, etc.). Die Unternehmen unterstützen mit Millionen von Euro die Künste (entweder als direkte Sponsoren oder über Stiftungen). Nach Aussage des Magazins Sponsor werden rund 80 Millionen Euro jährlich im Bereich Kunst investiert - diese Summe macht die Niederlande zu einem internationalen Investor und Förderer der Kunst.

Landschaft von Donastia - San Sebastian, Spanien
Logo der manifesta 5
Logo
Ein Ergebnis eines solchen Engagements ist z.B. die Amsterdamer Manifesta Foundation. Dieses Jahr wird die Stiftung in Zusammenarbeit mit der baskische Regierung die Manifesta 5 organisieren (vom 11. April bis zum 30. Dezember in San Sebastian, Spanien). Manifesta ist eine Produktion im Rahmen der politischen und kulturellen Veränderung in Europa seit dem Fall der Mauer in Berlin. Das Ziel der Veranstaltung ist es einen Dialog zwischen Ost, West und Nord, Süd zu ermöglichen, damit kritische Debatten geführt werden können und neue Arbeitsmethoden eine Stimme bekommen. In diesem Sinne haben die Kuratoren Marta Kuzma und Massimiliano Gioni die Stadt San Sebastian für ihre historischen sozialen und politische dynamische Aspekt ausgesucht. Die starke politische und kulturelle Identität und die geographische Lage von San Sebastian im Süden Europas verwandeln in einen strategischen Ort für die fünfte Manifesta. Es sieht so aus als hätten die Organisatoren der Manifesta mit ihrer Ortsauswahl recht gehabt, denn viele unabhängige Künstler, Galerien und Institutionen haben die Stadt in eine lebhafte kulturelle Einheit verwandelt.

Plakat von Quicksand
De Appel Gallery - Amsterdam
Eine andere wichtige niederländische Ausstellung, die die soziopolitische Metharmophose der Welt in einer Zeit der schnellen Veränderung bezeugt, ist Quicksand (Treibsand), von De Appel in Amsterdam. Der metaphorische Titel soll andeuten und wiederspiegeln, dass Themen wie politische Regime, Konflikte und Amtsmißbrauch, durch die Augen von Künstlern - also eines ordinären Menschen, der fähig ist Lösungen durch Kunst zu kommunizieren - gesehen werden. Sechszehn Künstler - die mit neuen Medien und Technologien arbeiten - aus dreizehn verschiedenen Ländern wurden eingeladen. Das einzige Adjektiv, dass zutreffend die Art wie der Ausstellungsraum und die Bildschirme zusamengeführt wurden beschreibt, ist beeindruckend. Neben anderen beteiligten Künstlern sind die Arbeiten von Renauld Auguste-Dormeuil, Sulki Choi, Fikret Atay und Yael Bartana definitiv zu erinnern. Die Arbeiten von Fikret Atay und Yael Bartana wurden wahrscheinlich im letzen März in Berlin durch das BüroFriedrich entdeckt. Das BüroFriedrichist ein Projektraum für zeitgenössische Kunst das von dem holländischen Kurator Waling Boers geleitet wird. Das Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen und Darstellungsmöglichkeiten von Ideen, Konzepten und Konzeptkunst von (jungen) Künstlern, Kritikern und Kuratoren zu reflektieren und zu optimieren.
Aber Quicksand ist nicht nur eine Ausstellung, es ist auch ein langfristiges Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit Skor (eine holländische Stiftung zur Föderung der zeitgenössichen Kunst im öffentlichen Raum). Das Projekt startet im April für vorerst neun Monate. Dabei werden zehn Kunstwerke für den öffentlichen Raum in De Pijp (in der Umgebung von Amsterdam) in Auftrag gegeben worden. De Pijp ist wegen seiner architektonischen Entwicklung, der kulturellen Vielfalt und der urbanen Widersprüche Amsterdams interessantestes Viertel. Aufgrund dieses Umfelds werden die Künstler soziale Fragen, die Dualität zwischen Öffentlichkeit/Privatsphäre und Relalität/Fiktion behandeln.

die Wanderausstellung Reality Machines in Rotterdam
Photo: Mick
Wie wir schon gesehen haben überquert die holländische Kunst Grenzen und kann oft in den Nachbarländern wie z.B. Deutschland gesehen werden. Wer sich zufällig derzeit in Berlin aufhält, kann sich an einer sehr interessanten Ausstellung, Reality Machine, die durch das Dutch Institute for Architecture organisiert ist, erfreuen. Die Ausstellung wurde aus Anlass der Eröffnung der beeindruckenden neuen niederländischen Botschaft in Berlin (von Rem Koolhaas entworfen) organisiert. Reality Machine ist eine Auswahl von provokativen und konzeptuellen Arbeiten holländischer Fotografen sowie Mode- und Grafikdesigner.
Viele europäische Länder sollten sich von der 'Dutch Way' inspirieren lassen und diesen Beispielen folgen.

www.riksmuseum.com
www.vangoghmuseum.com
www.stedelijk.nl
www.manifesta.es
www.deappel.nl
www.quicksand.nl
www.aec.at
www.skor.nl
www.nai.nl/realitymachines

Text: Marzia Belvisi
E-mail: marzia@artfacts.net
Ubersetzung: Mathieu Ducollet
E-Mail: mathieu@artfacts.net
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