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Book Review: Orgien Mysterien Theater




Orgien Mysterien Theater, Hermann Nitsch

Hermann Nitschs zeremoniellen und kontroversen Performances haben die jungen Generationen immer gereizt, die gerne ethische Grenzen überschreiten und starke Emotionen erleben wollen. Die österreichische Ästhetik, bekannt schon vor fünfzig Jahren, hat sich weltweit verbreitet und beeinflusst zeitgenössische künstlerische Trends: Denken Sie an die Kuhköpfe von Damien Hirst oder die Performances von Mike Kelley.
Nitschs letzte Version vom berühmten Orgie Mysteries Theatre Festival, basiert auf Richard Wagners Parzifal, wird vom Samstag den 31. Juli bis Montag den 2. August 2004 im Prinzendorf Schloß stattfinden, diesmal kürzer als die Version von 1998.
Der österreichische Aktivist Hermann Nitsch hat das Konzept vom Orgien Mysterien Theater Ende der fünfziger Jahren entwickelt. Sein Werk ist eine lebensbestätigende Arbeit über Performance Art, die viele künstlerische Richtungen vereint, um unser Empfindungsvermögen aufzuwecken. Immerhin wird sein Werk nicht mehr als beunruhigend betrachtet, und er will nicht mehr als Metzger und Mörder bekannt sein. Das Töten von Stieren und die blutigen Gräueltaten werden hinter den Kulissen passieren, wie in einer griechischen Tragödie.
Diese sind gute Nachrichten für Brigitte Bardot, die 1998 mit einer Gruppe von Tierschutzaktivisten gegen die sechstägigen Extravaganza von Nitsch demonstrierten. Zu seiner Verteidigung könnte Nitsch erklären: wenn der erste Schock überwunden ist, wird man feststellen, daß es sich lediglich um eine Demonstration handelt, wie Tiere tagtäglich zur Fleischproduktion geschlachtet werden. Geburt und Tod - Tag und Nacht - Blut und Wein, sind omnipräsente Themen in Nitschs Bildern, Musik und Theater.
Ein neues Buch von Nitsch begleitet das Festival und führt den Leser durch seine Welt des Geschmacks, des Geruchs, der Geräusche, der Farben und der Fantasie. Das Buch beinhaltet Zeichnungen über Religion, Philosophie und Psychologie. Nitsch hat auch theoretische Texte und Dichtungen geschrieben, Musik komponiert und zahlreiche Bilder aufgenommen, die seine mehr als 120 Performances illustrieren. Musik hat immer eine wichtige Rolle in seiner Arbeit gespielt, insbesondere die tragische dionysische Schlachtermusik.
Das Publikum wird im Festival von Siegeszügen, Fußwaschen, Blutspritzen und Kadavern von Zuchttieren über inszenierte gekreuzigte Körper und Traubentreten überwältigt: 120 Aktionen, die sich auf die Thematik des Grals konzentrieren.
"The Grail legend - WUNDE - seitnwunde christi - die wunde des amfortas - kelch - monstranz - speer - geschlechtsteil - der gral ist jener kelch, den christus beim letzten abendmahl verwendete, (...)" "Parsifal: enthüllt den gral, öffnet den schrein" (Nitschs Buch, Seite 78)
Das Werk von Hermann Nitsch wird immer kontrovers und offen für mögliche Kritiken bleiben.

Hermann Nitsch, Das Orgien Mysterien Theater , Verlag: o.m. theaters, 2004.

www.nitsch.org

Text: Marzia Belvisi
Übersetzung: Katerina Valdivia Bruch
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