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Schwerkraft der Kunst oder Stadt am Rhein Art|35|Basel


'Bound to Fail' by Paul Mc Carthy

Basel im Juni. Die Europameisterschaften laufen. Deutschland-Holland im Gare du Nord, EM in Basel. Und zum 35.mal die Messe. 270 Aussteller, 1500 Künstler mit 5000 Werken - ein Erfolg. Nespresso und Gerhard Richter. Ein Bild, das an Herbst erinnert. Es hat Seele. Ein Richter aus den Siebzigern. Seele ist selten. Die verkauft sich, und David Zwirner, New York, macht ein schönes Geschäft mit dieser Landschaft mit Herrenhaus. Ein Kunststück, den Sommer zu malen und den Herbst zu spüren. Große Kunst. Große Melancholie.
Beeindruckend die Stände, die Inszenierung, die Persönlichkeiten. neugerriemschneider von der sympathisch lebhaften White Cube/Jay Jopling angenehm museal, schön eigenwillig die Gebr. Lehmann. Wie immer gab es noch Picasso & Co. satt, wenngleich nicht so prächtig wie in den vergangenen Jahren. Die Jungen holen auf. Malerei aus Polen und Deutschland zeigt sich hochklassig und vielversprechend. Wilhelm Sasnalund Eberhard Havekost. Allerdings vieles, gerade aus der Spitze der Jungen, ist nicht zu sehen: Peter Doig, Marlene Dumas, Luc Tuymans und Daniel Richter. Die gab es heuer eher in englischen Auktionshäusern.
Zwei Schwerezentren hatte die Stadt am Rhein. Das altbekannte 1019 gestiftete Münster, das auf der Großbaseler Seite über dem Fluß liegt. Das andere in der art unlimited. Eine riesige Stahlskulptur von Richard Serra von m Bochum aus dem Jahr 2004 mit dem Titel blade runner. Neben all dem beweglichen Handel war hier etwas von Schwere und Dauer aber auch Leichtigkeit zu spüren. Die Halle der Art Unlimited, ein Ort zum Flanieren und Entdecken. Neben Serra waren hier unter anderem auch Candice Breitz, Erwin Wurm und der ubiquitäre Kawamoto zu sehen. Size does matter.
Die Messe öffnete sich nach außen - als diesjährige Neuerung war der Messevorplatz belebt durch verschiedene Arbeiten von Paul McCarthy über Monica Bonvicini bis Michael Elmgreen + Inga Dragset. Die allgegenwärtige Uhr am Messeeingang wurde durch Mc Carthys Bound To Fail etwas relativiert und herausgefordert. Ein riesiges, aus einem Computerspiel entsprungenes Etwas, ein Torso, ein Henri Moore, eine szenische Skulptur ragte luftig aufgeblasen in die Höhe, ohne zu platzen. Formensprache der Fünfziger traf sich mit Moderne.
Die ebenso neuen Conversations lockten nicht nur Juwelensuchende in den Bulgaripavillion. Nespresso und trockene Croissants. Hochklassige Podien zum täglichen Zehnuhrtermin. Messe vor der Messe.
Und sonst? Das Schaulager. Toparchitektur von Herzog & DeMeuron und darin eine sehr beziehungsvolle Ausstellung zu ihrer Arbeit und Verfahrensweise. Und, last but not least, die außerordentliche Francis Bacon’s Ausstellung in der Foundation Beyeler. Bacon in einer grandiosen Zusammenschau mit Velasquez, Vincent van Gogh, Tizian....
Der Rhein ist satt mit Wasser gefüllt. Die Fähre, Der wilde Ma, hat den Blumenschmuck verloren. Lost of romanticism. Gidon Horowitz, der Fährmann, erzählt weiter seine Geschichten. Auf der Fähre schweigt er - meistens.

Text: Ulf Wetzka
Ubersetzung: Katerina Valdivia Bruch

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