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Book Review: Sarah Lowndes, Social Sculpture


Art, Performance and music in Glasgow

A social history of independent practice, exhibitions and events since 1971

Die Geschichte der zeitgenössischen Kunst wird heute noch geschrieben, nur nicht unbedingt da, wo man es erwarten würde. Die multitalentierte Kolumnistin und Kritikerin Sarah Lowndes erzählt von Glasgow, von der Stadt, in der sie an der Glasgow School of Art studierte und heute selbst unterrichtet.1993 gründete sie in der Stadt das Magazin Swing, den Klub Stiletto und die Galerie-Shop Echo Park.
Von den frühen 70-er Jahren bis heute liefert sie eine lebendige Chronologie der schottischen Kunst- und Klubszene der Großstadt. In ihrem zweiten Essay zeichnen sich erste Anzeichen der bildenden Künste und der Musikszene in einer schnell gewachsene Metropole ab. Diese Stadt erlebte vor etwa 30 Jahren, wie viele post-industrielle Zentren Europas, eine starke wirtschaftliche Krise und dadurch auch eine ideologische Fragestellung der heutige Gesellschaft und Sozialordnung. In diesem Klima der Arbeitslosigkeit und sozialen Spannungen entwickelt sich innerhalb der Kunstszene eine gewaltige Energie, sowohl auf einer institutionellen Ebene, als auch, aber vor allem, in einer kurzlebigeren Underground Szene.
Ihre Arbeit basiert auf der Theorie von Joseph Beuys, welche in den 70-er Jahren entwickelt wurde und die alle Menschen als mitentscheidend und selbstverantwortlich für die soziale Struktur und das gesellschaftliche Geschehen erhebt. "Every human being is an artist, a freedom being, called to participate in transforming and reshaping the conditions, thinking and structures that shape and condition our lives," so Joseph Beuys. ("Jedes menschliche Wesen ist ein Künstler, ein freies Wesen, aufgerufen an der Transformation und Umformung der Bedingungen, des Denkens und der Strukturen, die unser Leben formen und bedingen, teilzunehmen.")
Die Kunst- und Musikszene stehen im Mittelpunkt ihrer "social history" Glasgows, die sowohl von politischen und literarischen Aspekten, als auch von zahlreichen selbstgeführten Interviews genährt ist. Die Studie lässt sich wie ein Roman bzw. eine nicht endende Geschichte lesen - eine Geschichte, die sich auf Flyer schreiben lässt und sich in Klubs und Galerien abspielt. Die Autorin beschreibt ironischerweise ihr Buch als den besten Reiseführer für diejenigen, die Glasgow besichtigen würden und erzählt in einem Interview: "I guess the main audience of the book is the people (...) in other cities who are also trying to make something happen on a grassroots level." ("Ich schätze, dass die Zielgruppe des Buches, die Leute (...) in anderen Städten sind, die versuchen etwas ähnliches an der Basis geschehen zu lassen.")

Das 424-seitige Buch (mit 48 schwarz-weiß illustrierten Seiten) ist dieses Jahr in englischer Sprache im britischen Verlag Stopstop erschienen.

ISBN 1 902052 02 1

Text: Mathieu Ducollet

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