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Interview: Michael Luther


Die gorße Liebe, Triptychon je 270x175cm, Öl auf Leinwand, 2001

Michael Luther wurde 1964 in Bad Saulgau, Deutschland geboren.
Er studierte an der Hochschule der Künste (jetzige UdK) in Berlin. Seine letzte Arbeit bzw. Installation wurde vor Kurzem auf der Artseasons auf Mallorca gezeigt.

Sie haben zusammen mit Fabrizio Plessi, Baselitz, Andrés Serrano, Yoshitomo Nara und vielen anderen an der Art Seasons 2004 in Mallorca teilgenommen. Das Ziel dieser Veranstaltung war etablierte und unbekannte, aber vielversprechende Künstler wie Sie, zusammen zu bringen. Was hatten Sie sich von der Art Seasons erwartet?
Ein gutes Forum, die Möglichkeit meine Arbeit einem interessierten Publikum vorzustellen.

Sammler haben schon bei der Eröffnung der Veranstaltung bei Ihren Werken zugeschlagen. Erzählen Sie uns mehr darüber.
Ich war mit mehreren Arbeiten bei der Art Seasons 2004 vertreten, wobei die beiden ersten, auf der Vernissage gezeigten Bilder, ein großes und ein mittleres Format, direkt verkauft wurden.

Ich finde Ihre Arbeit sehr ironisch, eine scheinbare photografische Abbildung von Farbe. Können Sie ihre Technik und ihr Ziel, darauf bezogen, erklären?
Die Arbeiten sind nicht ironisch angelegt, die Ironie war nicht intendiert, ist aber Bestandteil der Arbeiten. Ich wollte das Pathos, das der Malerei unterstellt wird, brechen: Die Größe und die Ausführung der Bilder sind meist monumental, Thema und Subjekt dagegen eher banal.

Sie werden als Repräsentant des Photorealismus gesehen. Der Photorealismus, ein neuer Ableger der Pop-Art, versucht die Erscheinungen der Alltagswelt nachzubilden. Der Photorealist baut seine Bilder auf der Fotografie selbst auf, es ist seine Realität. Versuchen Sie ganz bewußt objektive Realität wiederzugeben oder Fantasielandschaften anderer Realitäten darzustellen?
Ich bin der Meinung, dass es in der Malerei weniger Themen als vielmehr Anlässe gibt. Das Thema der Malerei ist die Malerei. Ich sehe in vielen Bildern, auch in Bildern anderer Künstler, unabhängig vom Dargestellten, auch immer eine Art Selbstportrait. Die Realität in meinen Bildern sehe ich nicht als surreal, sondern eher als persönlich und emotional bezeichnend.

Schätzen Sie sich selber eher als rationalen oder instinktiven Künstler ein?
Sowohl als auch. Die Vorlagen für die Bilder (kleine, aus Tubensträngen und Farbseen bestehende Farblandschaften) erstelle ich intuitiv, nach Gefühl. Die Wahl des letztendlichen Bildausschnittes treffe ich dann meist bewusst, mit einer mehr oder weniger bestimmten Intention.

Nach welchen Kriterien suchen Sie ihre Farben aus und kombinieren Sie?
Je nach Intention. So werden extreme Nahsichten mit vielen Rot- und Rosatönen, wie in Die große Liebe (2001) eher mit `Haut´ und `Fleisch´, also dem Thema Mensch assoziiert, dargestellt. Ein Bild mit größeren, weit läufigeren Flächen in überwiegend Blau- oder Grüntönen wie Little Landscape (2004) erinnern dagegen an eine Landschaft.

Ihre Arbeit erinnert mich an Damien Hirsts Spin Gemälde. Gibt es einen Künstler oder eine Kunstbewegung, die Sie inspiriert hat?
Inspiriert haben mich Maler, deren Bilder aus der Farbe heraus entstehen, bei denen Farbe Thema ist: Matisse, Soutine, deStael, Thibaud, Scully und andere.

Versuchen Sie die heutige Malerei herauszufordern?
Nein, ich glaube das ist wohl eher umgekehrt.

Welche Reaktion auf Ihre Arbeit erwarten Sie von Ihrem Publikum?
Keine spezielle, aber ist schön, wenn eine kommt. Einige der Ausstellungsbesucher bei Art Seasons fühlten sich unmittelbar von den Bildern angesprochen.

Was ist für Sie momentan in Ihrer Karriere besonders wichtig?
Wichtig für mich ist jetzt die Zusammenarbeit mit einer guten Galerie, die meine Arbeit mit der gleichen Intensität vertritt, mit der sie gemacht wurde.

Interview: Marzia Belvisi
Traduction: Anja Michigan

artseasons2004.com

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