Dita Pepe: inszenierte Fotografie aus Tschechien. | |

Dita Pepe
(Ostrava, 1973) gehört zur ersten Generation tschechischer Künstler, deren Entwicklung eine intensive Beobachtung durch den Westen erfuhr, ähnlich wie es in anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks geschah. Diese Aufmerksamkeit begünstigt die Rezeption der Kunst aus jenen Gebieten und ermöglicht den Zutritt zu einer Kunstszene der ihr in den vierzig Jahren vor der samtenen Revolution verwehrt war.
Wie viele andere Künstler, die von dieser Internationalisierung aufgrund einer zunehmenden Anzahl von Ausstellungen tschechischer Kunst profitiert haben - (das Künstlerhaus Dresden und NBK Berlin zeigten im Jahr 2000 Bohemian Birds - Positions of Czech Contemporary Art bzw. Überlebenskunst - Junge Künstler aus Prag. Nach diesen folgte eine Reihe weiterer, und schließlich im vergangenen Jahr Going and Coming bei K&S Berlin, kuratiert von Karel Cisar) - konnten auch die Arbeiten von Dita Pepe außerhalb Tschechiens wahrgenommen werden. Die Selfportraits Series (1999-2004) war besonders präsent in den letzten beiden Jahren: 2004 in der Ausstellung "Wirklich Wahr! Realitätsversprechen von Fotografien" im Ruhrlandmuseum in Essen, bei den Encontros da Imagem in Portugal sowie auf der Photobiennale in Moskau. Im vorangegangenen Jahr war die Serie von Kurator Milan Knizak für die Prager Biennale ausgewählt worden.
Selfportraits ist auf der einen Seite ein Spiel mit Pepes eigener Biographie. Durch das Inszenieren der Porträts von Bekannten, deren Identitäten sie annimmt und an deren Seite sie posiert, probiert sie alternative Charaktere aus die ihr aber dennoch vertraut sind. "Ich empfinde alles im Leben als relativ, wenn ich auf mein Leben zurückblicke - wären die Dinge nur etwas anders gekommen, hätte ich zu jemandem ganz anderen werden können als ich es bin." Die Photographien der Selfportraits sind durch gewisse sich wiederholende Elemente verbunden: Eine unbekannte Person, deren normale Umgebung - Wohn- oder Schlafzimmer, auf der Straße oder im Auto - und die Künstlerin selbst an deren Seite, sich verwandelt: so gekleidet und geschminkt, dass sie der gewählten Person so ähnlich wie möglich wird.
Ihre unwirkliche Gegenwart unterstreicht die Details hinsichtlich des sozialem und kulturellem Profils der Person und erzählt von den mehrfachen Identitäten der Künstlerin. Dita Pepe bietet zwei Sichtweisen an: Eine des Hineinschlüpfens in die Haut eines anderen, und die andere Sichtweisen auf die Lebenswelt der gewählten Person anhand ihrer unmittelbaren Umgebung.
Mit dieser Art des Porträtierens findet sie sich wieder in einer Gruppe künstlerischer Positionen denen die komplexe Thematik Identität im sozio-kulturellen Kontext Ausgangs- und Endpunkt ist. Ihre Metamorphosen sind jedoch anders motiviert als die einer Cindy Sherman
, denn sie benötigt die Gegenwart der anderen Person wie bei einer Bühneninszenierung.
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Dita Pepe and Petr Hrubes, Untitled, from the series "Body Sofa", 2003, 70x100cm |
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Dita Pepe and Petr Hrubes, Untitled, from the series "Venus as a Boy", 2004, 50x110cm |
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