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art.es n° 10: KIAF, eine neue Messe für ein in schneller Erneuerung befindliches Land


SEO, Schattenfänger, 2005 Collage, Leinwand, 200x250 cm.

Fernando Galán

KIAF (Korea International Art Fair) feiert gerade seine 4. Ausgabe mit einem (regelmäßigen) Ehrgeiz, der typisch ist für die allgemeine Haltung des Landes während der letzten zwei Jahrzehnte. Korea, eine traditionell friedliche, hart arbeitende und kreative Nation, entwickelte viele Resourcen fürs Überleben, für Lebensnotwendigkeit, da es ein kleines Land zwischen drei sich ausdehenden Mächten ist: China, Russia and Japan (hatte Korea von 1910 bis 1945 annektiert). Ein wenig bekanter Fakt in der westlichen Welt ist: Korea besitzt eines der rationellsten Alphabete der Welt, zusätzlich zum absolut vorzüglichen ästhetischen Designs. König Sejong der Große (1418-50), kultivierte und verfeinerte seine Kreation durch eine Gruppe Gelehrten, die auf diese Art dem Gebrauch von chinesischen Schriftzeichen ein Ende setzten.




Kyung Ho Lee, Decalcomania negative-Sculpture of Light (1994-2004)© Gallery Sejul (Seúl / Seoul, Corea / Korea)

Dieses beschreibt in großem Umfang Koreas traditionelle Bemühungen, seine Identität, seinen unternehmungslustigen und kreativen Geist und seine disziplinierte Kapazität für Arbeit zu erhalten, die weit davon entfernt sind, streng und unbiegsam zu sein, sondern entspannt und sorglos sind. All dies wurde reflektiert in den Erlebnissen, die die Gruppe Europäer machen konnten, die zur Messe, genannt "die längste Kunstmesse im Fernen Osten", eingeladen wurden. Das Motto spricht für sich selbst, die Messe genießt für Jahre auf der ganzen Welt den Vorsprung für die in dieser Region des Planeten produzierte Kunst. Die Verbindungen, die KIAF mit Deutschland geschmiedet hat, sind besonders offensichtlich in den Ausstellungen, die gezeigt werden: Zeitgenössische Deutsche Kunst und Korea-DeutscheDigitale Kunst, auf Grundlage der Zusammenarbeit mit Gérard Goodrow, dem Director der New Art-Art Cologne.




Nueva sede de la Galería Yeh, de siete pisos, que se inaugurará en octubre próximo / New location of the Yeh Gallery, to open next October. © Gallery Yeh (Seúl / Seoul, Corea / Korea)

126 Galerien der anderen 4 Kontinente nahmen teil, mit Arbeiten aus Bereichen der verschiedenen Medien, mit Malerei. Aber die umfangreiche Präsenz von Skulptur überraschte mich, wenn wir die vollständige Gruppe von objektbezogenen Arbeiten einschließen, vor allem unter den Koreanischen Galerien. Die Erforschung der Technologie im Heimatland von Nam June Paik wird demonstriert von Künstlern wie Kyung Ho Lee und U Ram Choe. Der Erstere hatte einen sehr großen Raum am Galeriestandort (Sejul), um sein interactive window zu zeigen, einen Schirm, der mit der spontanen Performance des Publikums ihm gegenüber agiert. Die Anspielungen an das Piktorale, die die Arbeit in verschiedener Weise umgeben, sind nicht zufällig. Der Letztere ist einer der größten internationalen Künstler der internationalen Hyundai Galerie. Seine Arbeit ist gekennzeichnet von der Vermischung von Biologie und Kunst (oder umgekehrt ?).




Burkhard Held, George (2005). Óleo sobre tela / Oil on canvas, 160x120 cm. © Baik Song Gallery (Seúl / Seoul, Corea / Korea)

Zu den interessantesten Galerien in Seoul gehören Bhak, Baiksong und PKM. Bhak, mit einem herrlichen neuen, dreistöckigen Gebäude im exklusivsten Teil der Stadt (Cheongdam-dong), brachte zur Messe ihr 'golden trio' mit: Chang-Young Kim (mit seinen sehr originellen Öl-auf Sand-auf Segeltuch Werken), Sup Ham (der Meister 'bildlicher Ansammlungen auf Papier') und Shim Soo Koo (der es geschafft hat, die erfahrene und sorgfältige Arbeit der zusammengerollten Zweige in die Kategorie der bedeutenden zeitgenössischen Kunst aufsteigen zu lassen. Es ist kurios, zu beobachten, wie diese drei Künstler Pflanzen und Mineralien mit einbeziehen. Nach einem Besuch in Soo Koo's Studio dachte ich, sein eigener Weg, Reste bunten Papiers zu domestizieren, sie umzuwandeln in das Aussehen makelloser malerischer Erscheinung, könnte zweifellos als "action papering" bezeichnet werden. Außerdem hat er dafür gesorgt, daß traditionelles Koreanisches Papier- Kunsthandwerk ins Reich der zeitgenössischen Kunst eingeführt wurde. Von der Baiksong Galerie wurde die zierliche und poetische Arbeit von Lee Sun-Won ausgestellt. Sie besteht aus einer Menge Zahnstochern auf die er dünne Papierseiten aufbringt (was für ein Talent die Koreaner für Nutzen von Papier in all seinen Möglichkeiten haben!), die direkt und asketisch an einer Mauer hängen. Auch der deutsche Maler Burkhard Held stellte seine kraftvollen und schematischen post-neo-impressionistischen Porträts aus, ein weiterer Zauberer des Papiers ist Lee Sunwon. PKM legte sich wie gewöhnlich auf Fotografie fest, in der Hauptsache mit Arbeiten von Ham Jin.

Der Enthusiasmus für künstlerische Weiterentwicklung ist beispielhaft an der Yeh Galerie zu erkennen, die ihre neuen Räume im Oktober einweihen wird, ein bildhauerisches Bauwerk, sieben Stockwerke hoch, das als Museum zum Gegenstand der Bewunderung vieler werden wird.
Es gab eine klare Dominanz von Deutschen unter den ausländischen Galerien: Michael Schultz, deren Stand war einzig und allein von Malerei bestimmt (Lüpertz, SEO, Baselitz...); Alexander Ochs (mit Fotografien von Kyungwoo Chun und Bildern von Ik-Joong Kang, Yue Minjun, Fang Lijun, Yang, offensichtlich ihre Liste Chinesischer Künstler aus ihrer zweiten, gerade eröffneten Galerie in Beijing favorisierend); Bemden & Klimczak, Die Galerie, Der Moderne... Überraschend allerdings ist der spanische Name der Koreanischen Galerie Bellarte, führend in Latein-Amerikanischer Kunst hier, die die Arbeit von Nelson Domíínguez, Zaida del Rio und David Alfaro Siqueiros dar bot, unter vielen anderen spanischen Namen.

Die Bewilligung von 1,5 Millionen Dollar der nationalen Regierung für den Ankauf von Kunst und für die Kunstmesse war sicher eine Überraschung für die ausländischen Teilnehmer…es war allerdings nur für einheimische Galerien vorgesehen. Koreanisches Sammeln richtet sich zur Zeit auf einen unvollkommenen Handel, es gibt ein übermäßige Tendenz, nur einheimische Künstler zu kaufen. In einem modernen Land, wie diesem, das solchen enormen Bemühungen tätigt, um sich weltweit zu öffnen, ist der Hang zur eigenen Tradition bemerkenswert. Denn eigentlich ist es nicht der Punkt, Antiquitäten und Reliquien seiner eigenen Vergangenheit zu erwerben. Zeitgenössische Kunst hat weder Nationalismus noch Grenzen (art.es war das einzige 'ausländische' Magazin, das einen Stand auf der KIAF besaß).




art.es © salamir creacion y arte, S.L.

Dieser Artikel ist ein Beitrag von dem Magazin art.es.
Fernando Galán ist Kunstjournalist und Kurator. Er ist bei art.es sowohl Direktor als Editor.

Kontakt :
Tel: +34 618 62 95 25
E-Mail: artesad@yahoo.es

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