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Interview mit Stephen Cohen - Direktor der Photo L.A. & Art L.A.


Stephen Cohen

Zwischen dem 19. und 22. Januar feiert Los Angeles mit über 70 teilnehmenden Galerien die 15. Photo L.A., eine der wichtigsten Messen, die diesem Medium in den Vereinigten Staaten gewidmet ist. Nur eine Woche später wird eine in etwa gleiche Anzahl an Galerien das Santa Monica Auditorium, zum Anlass der Art L.A., die der Video- und digitalen Kunst sowie den mixed media gewidmet ist, erneut besetzen. Beide Messen werden von Stephen Cohen organisiert. Gemeint ist nicht der berühmte Hedge-Fonds Manager, sondern ein in Los Angeles ansässiger Galerist, der sich dafür einsetzt, diese Stadt auf der Kunstwelt-Karte deutlicher zu situieren; denn bisher ist das Augenmerk oft nur auf New York und nicht darüber hinaus gerichtet.

1. Wie würden Sie die Kunstszene in Los Angeles beschreiben?
Die Kunstszene in Los Angeles ist pulsierend und wachsend. Die Gegend beheimatet immer mehr Künstler, die sich dazu entschließen, hier zu leben und zu arbeiten. Folglich sieht man immer mehr Sammler und Kuratoren, die nach Los Angeles und zu lokalen Kunstschulen kommen, um ihre zukünftigen Entdeckungen zu machen.

2. Was muss Ihrer Meinung nach geändert werden?
Mehr Berichterstattung über die hiesige Kunstszene und mehr Aktivität von lokalen Museen. Lokale Sammler müssen mehr Eigeninitiative zeigen und sich stärker auf die lokale Szene konzentrieren. Die Kunstszene in Los Angeles ist noch nicht sehr verbreitet und relativ unbekannt. Vielen ist noch nicht bewusst geworden, wie großartig sie ist.

3. Was haben diese Messen Besuchern und teilnehmenden Galerien zu bieten? Was zeichnet sie im Vergleich zu anderen Messen aus?
Diese Messen sind ein Marktplatz für Interessierte, die Kunst von 70 Galerien entdecken und unter Umständen eben auch käuflich erwerben wollen. Im Falle der Art L.A. – mal abgesehen davon, dass es sich dabei um eine neue Messe handelt – können wir eine sehr gute Mischung aus dem zeitgenössischen und neuen Werk von einer aufregenden Liste an Ausstellern vorweisen. Es ist zudem eine recht intime Messe von einer für Besucher und Sammler übersichtlichen Größe. Wir haben ca. 25 Galerien aus Southern California, und so werden die Besucher auch einen sehr guten Einblick in das bekommen können, was in Los Angeles produziert wird.



Lalla Essaydi

4. Wie wählen Sie Galerien aus?
Es gibt ein Komitee, das Bewerbungen durchgeht und prüft; es gibt aber auch bestimmte Galerien, die wir auf der Grundlage der Qualität und des Status ihrer Künstler eingeladen haben. Am Ende können wir eine gute Mischung aus amerikanischen und europäischen Galerien präsentieren.

5. Erwarten Sie viele Verkäufe?
Die Verkaufszahlen des letzten Jahres waren hervorragend, und wir erwarten sogar eine Steigerung für 2006. Der Markt für zeitgenössische Kunst legt sprunghaft zu. Es wird Werke von $500 bis $100.000 geben, so dass schließlich für jeden etwas dabei sein wird.

6. Denken Sie nicht, dass der zeitgenössische Kunstmarkt überhitzt ist?
Ich denke, dass bestimmte Objekte auf Auktionen außerordentlich viel Aufmerksamkeit erhalten. Doch es gibt viele Sammler und viele verschiedene Geschmäcker, und darum bin ich davon überzeugt, dass der Markt noch wachsen kann. Es gibt da draußen fantastische Kunst zu erschwinglichen/vernünftigen Preisen.

7. Gibt es zu viele Messen?
Wahrscheinlich, aber es scheint so, als würden die Dinge heutzutage nun einmal so liegen. Über das nächste Jahr oder über einen längeren Zeitraum muss eine natürliche Selektion stattfinden, da es nur eine begrenzte Anzahl an Händlern gibt, die ihr Jahr nicht in ständiger Bewegung verbingen können. Vielleicht wird sich der Markt verändern, und es wird nicht mehr so viele öffentliche, sesshafte Galerien geben, sondern eine stärkere Konzentration/Fokussierung auf private Verkäufe und Messen. Die Messe ist in gewisser Hinsicht eine Alternative zum Auktionshaus.

8. Welche Rolle spielt das Internet in der Kunstwelt?
Das Internet ist ein großartiges Medium, um Künstler zu entdecken und Informationen zu sammeln. Je besser ein Sammler informiert ist, desto besser kann er auch informierte Entscheidungen darüber fällen, was er über eine Galerie, auf einer Auktion oder einer Messe kaufen sollte.


Interview: Raúl Martínez
Übersetzung: Armi Lee
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