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Art Miami '06


Art Miami '06

Wenn der Himmel existiert, würde er wahrscheinlich ein wenig wie Miami aussehen. Wenn auch, wie über viele Rentner gesagt wird, dies der Warteraum sei. Mit Resten von umgefallenen Bäumen, einigen ausgefallenen Neonschildern und Millionen die darauf warten bezahlt zu werden, versucht dieses Immobilienparadies noch immer sich vom letzten Hurrikan zu erholen: Wilma, welches mit Windgeschwindigkeiten mit mehr als 150 Stundenkilometer Südflorida verwüstete und von der Art Basel Miami Beach wird gesagt, sie habe einen Teil der Inhalte so manchen Safes der Sammler mitgenommen.



Oleg Dzubenko

Dessen ungeachtet füllte eine beträchtliche Anzahl von Sammlern an der Eröffnung der 16. Ausgabe der Art Miami-und an den Folgetagen- das Convention Center in Miami. Einige “Große” wie die Rubells, Margulies oder Ella Cisneros, welche kauften oder nicht, hellten mit ihren Besucher die Tagesordnungen von manchen Galleristen auf. Und darüber hinaus, machten viele lokale und lateinamerikanische Käufer durch ihre kleinen Aquisitionen die diesjährige Ausgabe zu einer der erfolgreichsten, so zumindest die Direktorin der Messe, Llana Vardy. 126 Galerien aus mehr als 26 Ländern präsentierten eine Auswahl an internationalen Künstlern und diese mit einer höhern Qualität als an vorangegangenen Ausgaben, wie viele Besucher unisono feststellten. Neben reichhaltigen Anwesenheit von lateinamerikanischen Künstlern, traf man auf einige grosse Namen der internationalen Kunstszene, sowie einige gewagtere Positionen auf der mit “Currents” bezeichneten Sektion.
Auf den priviligierten, in der Mitte befindlichen Ständen, zeigten die üblichen Verdächtigen wie Cernuda oder der in New York ansässige Kolumbianer León Tovar gesammelte Werke von lateinamerikanischen Meistern wie Botero, Matta, Soto und den Kubanern Wilfredo Lam, Amalia Peláez und Tomás Sánchez. Die Nachbarn Praxis International, Pan American Gallery und Lyla O. Reitzel komplettirten die Schau an kubanischer Kunst mit Werken von Roberto Fabelo, Torres Llorca, José Bedia und Kcho. Zeichnungen und Skulpturen von Letzterem, die aus Holz, Gummi und anderen an kubanischen Stränden gesammelten Materialien gefertigt waren, füllten den Stand des Venezolaners Juan Ruiz. Währendessen füllten Skulpturen von Carbonell den Stand von Beaux Arts. Nina Menocal präsentierte eine Einzelausstellung des ebenfalls kunbanischen Künstlers Agustín Bejarano. Ihm war die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert worden, diesen Zwischenfall ausnutzend, hatte er eine Performance aufgenommen die nun neben den Kunstwerken zu sehen war. Weitere Werke von Botero, Matta, Soto und Lam konnten bei ART+, Minsky, dem Spanier Joan Guaita oder dem Italiener Santa Giustina – zusammen mit Chia, Kuitca oder Jiménez Deredia gefunden werden.


AES+F at Gallery Juan Ruiz

Der bunt zusammengestellte Stand von Bellecour, zeigte ebenfalls Botereo und daneben Fontana und Skulpturen von Dalí und Yves Klein.
Wie Vardy angekündigt hatte, als sie Direktorin dieser Messe wurde, tendierte die Messe zu einem breiteren und internationalerem Fokus. Eine große Anzahl von amerikanischen, europäischen, asiatischen und pazifischen Galerien, darunter auch aus für Kunstmessen so exotischen Ländern wie Libanon, Mongolia und Australien, boten eine breit gefächerte Auswahl an internationalen Künstlern. Gleich am Eingang, boten die Gallerien Jerold Melberg und Budja amerikanische Nachkriegsgemälde von Warhol, Lichtenstein und Motherwell an. Während Contessa´s Stand Werke von Alex Katz, Frank Stella und Chuck Close, neben einem 1,9$ teuren Renoir, zeigte.



Dolby Chadwick Gallery
Ebenfalls in der Nähe des Eingangs lockten drei Fotomontagen des russichen Künstlerkollektivs AES+F die Besucher an Juan Ruiz´s Stand. Ebenfalls prominet vertreten waren großflächige Fotografien von Edward Burtinsky bei Flowers und riesige Scheiben von Robert Schaberl bei Karpio+Facchini. Die New Yorker Galerie Sundaram Tagore und Berkeley Square Gallery aus London zeigten einige der vielen indischen Künstler die sie vertreten. Während Schoeni aus Hong Kong, Tao Water aus Boston und Miz und Athena Paris aus Südkorea weitere asiatische Künstler zum asiatischen Kunstmarkt hinzufügten. Der georgische Künstler Kako und der Lette Oleg Dzubenko wurden bei Gertsev aus London ausgestellt. Viele sammler zeigten Interesse an dem werk “Harlequin” von Letzterem, wie die Direktorin der Galerie. Aber es war schon bei der Preview verkauft worden.
Schlußendlich nahmen 18 Galerien die Plätze auf der gewagteren “Currents” Sektion ein. Dort konnte man junge aufstrebende Künstler wie die Kubanerin Juana Valdés (Diaspora Vibe Gallery), Rod (Damien B. Gallery) oder die Nordamerikaner Matthew Kurynski, gerade 25 Jahre alt und Gary Ruddell, mit einigen Ähnlichkeiten zu Neo Rauch (Dolby Chadwick), zusammen mit einigen Künstlern, die man oft an Biennalen antrifft. Viele werden sich vielleicht an das berühmte Werk “Loudspeakers” von Santiago Serra erinnern, welches ununterbrochen Statements über die Biennale wiedergab. Oder das Video “Quien puede borrar las Huellas?” der mit einem Leon ausgezeichneten Regina Galindo. Beide Künstler waren von der kürzlich eröffneten und hoch gelobten Gallerie Prometeo aus Mailand vertreten. Fast direkt von der Biennale kam Alexandre Arrechea, früheres Mitglied von “Los Carpinteros”. Dieses Kollektiv stellte erst kürzlich einen neuen Rekorderlös für eines ihrer Werke auf, 42.000 $ bei Sothebys. Nicht überraschend war die komplette Ausstellung “Dust” bei Magnan Projects verkauft.



Prometeo Gallery

Obwohl eingige mit leeren Händen nach Hause gingen, verkauften die Gallerien gut oder sehr gut, bestätigte die Direktion. Die Messe ist ebenfalls eine gute Gelegenheit Kontakte zu knüpfen, wie die spanische Gallereristin Carmen de la Guerra und die in New York lebende Denise Bibro übereinstimmten und die beide zum zweiten Mal dabei waren. Und sie hoffen, diese in den nächsten Monaten in Verkäufe umwandeln zu können. Ich hoffe es auch... wenn das bedeuten sollte, daß ich nächstes Jahr wieder hier bin. Und obwohl Silikon und Neonlicht nicht in meine Vorstellung von einem Paradies passeb, würde es mir nichts ausmachen hier zu warten...

Text: Raúl Martínez Fernández
Übersetzung: Armi Lee

www.art-miami.com

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